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Start-up Spryker Diese Gründer lösen die komplexen Probleme im modernen E-Commerce

Metro, Aldi Süd und Toyota sind schon Kunden des Start-ups Spryker. Jetzt steigt ein US-Investor ein: 100 Millionen Euro sollen die Expansion beschleunigen.
17.12.2020 - 17:26 Uhr Kommentieren
Mit ihrer Software richten sich die Unternehmer an Kunden mit Digitalumsätzen im Millionenbereich, also an Mittelständler und Konzerne. Quelle: Spryker
Spryker-Gründer Alexander Graf (l.) und Boris Lokschin

Mit ihrer Software richten sich die Unternehmer an Kunden mit Digitalumsätzen im Millionenbereich, also an Mittelständler und Konzerne.

(Foto: Spryker)

Düsseldorf Konzerne wie Metro, Aldi Süd und Toyota haben mit Spryker schon ihren Online-Shop aufgebaut. Mit der Software des Start-ups können Unternehmen zeitgemäße Vertriebswege erschließen – vom Onlineshop bis zum Fitnessgerät, das Abos verkauft. „Wir profitieren davon, dass jetzt alle irgendetwas online verkaufen wollen“, sagt Mitgründer Alexander Graf.

Jetzt investiert die US-Wachstumskapitalfirma TCV zusammen mit den Bestandsinvestoren Project A aus Berlin und One Peak aus London 100 Millionen Euro in Spryker. Die auch in der Größe beachtliche Runde wurde an diesem Donnerstag bekannt. Das Berliner Start-up der Gründer Alexander Graf und Boris Lokschin soll schneller international expandieren und Kunden gewinnen.

Es geht um die Gunst der Stunde: Onlinevertrieb zähle aufgrund der Corona-Pandemie nun „bei jedem Unternehmen zu den Top-3-Prioritäten“, sagt One-Peak-Investor David Klein. Nur alle drei bis fünf Jahre wechselten Unternehmen die IT-Infrastruktur, sagt Klein. Wer heute die Kunden gewinnt, sichert sich Marktanteile über Jahre.

Der Umzug in ein neues System kommt Unternehmen oft teurer als ein Offline-Umzug. Zu den Kosten für die Einrichtung kommen Schulungen für die Mitarbeiter und erhebliche Effizienzverluste. „Kein Unternehmen wechselt unüberlegt und ohne harte Argumente“, sagt Onlinehandelsexperte Mark Steier.

Der Markt für E-Commerce-Software umfasst weltweite Umsätze von derzeit sieben Milliarden Dollar, schätzt TCV-Investor Gopi Vaddi. Und er geht von einem schnellen Wachstum aus, getrieben von traditionellen Offlinehändlern, die in der Pandemie ihre Digitalstrategie überdenken.

Viele von ihnen sind für Spryker als potenzielle Kunden besonders interessant. Denn was zunächst aussieht wie ein einziges Marktsegment, ist ein weites Feld. Anforderungen von kleinen Onlinehändlern und Konzernen mit Warenhäusern an E-Commerce-Software sind kaum zu vergleichen.

Die Bandbreite decken Anbieter wie Shopify und Spryker an gegensätzlichen Enden ab. Während das rasant wachsende Shopify aus Kanada einen Shop-Baukasten für jedermann anbietet, bekommen Kunden von Spryker eine Plattform, die das Potenzial neuer Technologien ausschöpfen kann.

Lokale Angebote, individuelle Preise

E-Commerce-Experte Mark Steier gibt Beispiele: „Sonderangebote in einzelnen Filialen und entsprechende Onlinewerbung müssen vom lokalen Warenbestand abhängig gemacht werden. Beim Preis müssen Händler an unterschiedlichen Standorten auf Angebote lokaler Wettbewerber reagieren können. Kunden, die sich online Schuhe angeschaut haben, sollen beim Stadtbummel informiert werden, wenn der Laden vor Ort ihre Größe vorrätig hat.“ Auch Abo- und Mietmodelle seien nur mit Spezialsoftware implementierbar. Im Geschäftskundenumfeld geht es auch um Mengenrabatte.

Für viele Spryker-Kunden gehe es längst nicht mehr bloß darum, auch im Internet präsent zu sein, sagt Alexander Graf. Die Mehrfachgründer und Co-Geschäftsführer Graf, 40, und Lokschin, 35, sind beide studierte Betriebswirte und haben als Inhaber von Agenturen und E-Commerce-Dienstleistern festgestellt, dass vorhandene Software die Bedürfnisse im Markt nicht erfüllte.

Laut Graf richtet sich Spryker deshalb an Kunden mit Digitalumsätzen im Millionenbereich, also an Mittelständler und Konzerne. Denn die Implementierung ist komplex, erfordert Spezialisten und ein entsprechendes Softwarestack, also aufbauende Softwarekomponenten.

Wettbewerber von Spryker sind damit Angebote wie SAP Commerce Cloud (ehemals Hybris) und Salesforce Commerce (ehemals Demandware). Die Investoren sehen den Vorteil von Spryker in der Agilität. Das Start-up könne sich schneller auf ganz neue Geschäftsmodelle einstellen.

„Die Architektur dieser Wettbewerber passt nicht gut zu dem, was Kunden heute suchen“, sagt Gopi Vaddi. „Spryker kann die Bedürfnisse von modernen Unternehmen besser bedienen.“ Für das Unternehmen mit 250 Mitarbeitern kommt es nun darauf an, das auch zu vermitteln. Sonst dürfte es für viele Kunden näherliegen, auf Salesforce und SAP zurückzugreifen, mit denen sowieso schon gearbeitet wird.

Alexander Graf ist sich dessen bewusst: „Wenn man sich unsere Ausgaben anschaut, investieren wir deutlich mehr in sehr gutes Vertriebspersonal als in Werbung“, sagt er.

150 Kunden hat die Firma bisher. Beim Softwareumsatz ist Spryker in den vergangenen drei Jahren jeweils um mehr als 100 Prozent gewachsen. Dass die Firma profitabel sein kann, hat sie schon bewiesen. Aber darauf kommt es jetzt nicht an.

Die Investoren haben das Start-up im Rahmen der Finanzierungsrunde mit etwa 500 Millionen Euro bewertet. „In den nächsten Jahren erwarten wir bei Spryker viele Hundert weitere Kunden weltweit“, sagt Investor David Klein.

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