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Streaming-Dienst Spotify steigert Nutzerzahlen kräftig – und bezahlt mit hohem Verlust

Mit der Zahl der Nutzer wächst bei Spotify auch der Verlust. Besonders die hohen Marketingausgaben belasten die Zahlen des Streaming-Dienstes.
05.02.2020 Update: 05.02.2020 - 14:46 Uhr Kommentieren
Spotify steigert Nutzerzahlen kräftig - und macht hohe Verluste Quelle: Reuters
Spotify

Der schwedische Streaming-Dienst wächst auf Kosten der Rendite.

(Foto: Reuters)

Stockholm Die Zahl der aktiven Anwender ist auf Rekordniveau, der Umsatz stieg um fast ein Viertel – und dennoch schreibt der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify tiefrote Zahlen. Wie die Schweden am Mittwoch mitteilten, betrug der Verlust im vierten Quartal vergangenen Jahres 77 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Minus von nur 30,5 Millionen Euro gerechnet.

Im Vorjahresquartal wiesen die Schweden noch einen Gewinn von 94 Millionen Euro aus. „Das Resultat war etwas schwächer als die Erwartungen“, sagte Tomas Otterbeck, Analyst bei Redeye der schwedischden Zeitung „Svenska Dagbladet“. Tatsächlich hatte auch Spotify-Chef und Mitbegründer Daniel Ek im vergangenen Jahr einen höheren Gewinn prognostiziert.

Als Ursache für den Verlust nannte das Unternehmen hohe Investitionen im Podcast-Bereich. Spotify hat in den vergangenen Monaten mehrere bekannte Podcast-Produzenten übernommen. Zusätzlich belastete der Einstieg in den den indischen Markt die Bilanz. Außerdem führte der Kursanstieg seit Oktober 2019 von knapp 40 Prozent zu deutlich höheren Ausgaben für die Optionsprogramme des Personals.

Auch für das laufende Jahr rechnen die Schweden mit hohen Investitionen, um ihre Stellung als weltgrößter Streaming-Dienst gegen Konkurrenten wie Apple, Amazon, Deezer und einigen anderen zu verteidigen. An der Börse in New York notierte die Spotify-Aktie im Vorhandel um mehr als drei Prozent niedriger.

Insgesamt hat Spotify 271 Millionen Anwender weltweit. Das sind mehr als Analysten erwarteten. Allerdings hatten Ende 2019 nur 124 Millionen Anwender ein Premium-Abonnement für knapp zehn Euro im Monat abgeschlossen. Die übrigen nutzten das Gratisangebot.

Immer mehr Podcast-Hörer

Die durchschnittlichen Ausgaben je Nutzer sind weiter gesunken und betrugen im vierten Quartal mit 4,65 Dollar rund fünf Prozent weniger als Ende 2018. Ein Grund dafür ist, dass Spotify mehrere Rabatte anbietet, beispielsweise für Familienmitglieder und Studenten. Außerdem ist die Zahl der Premiumabonnenten zuletzt nicht mehr so stark gestiegen wie zuvor.

Nach Angaben des Streaming-Dienstes hören mittlerweile 16 Prozent aller Nutzer Podcasts über die Plattform. Der rasante Zuwachs an Podcast-Hörern hat dazu geführt, dass die Schweden mehrere Produzenten der beliebtesten Podcasts übernommen haben. Damit will sich das in Stockholm beheimatete Unternehmen auch gegen die wachsende Konkurrenz wappnen.

Neben Apple Music und Amazon Prime soll auch Bytedance, ein Tochterunternehmen des chinesischen Videoportals Tiktok, den weltweiten Start als Streaming-Plattform planen. Bis Ende des laufenden Jahres rechnet Spotify mit 328 bis 348 Millionen aktiven Nutzern.

Davon sollen bis zu 153 Millionen den werbefreien Premium-Dienst abonnieren. Der Umsatz in diesem Jahr soll den Prognosen zufolge bei 8 Milliarden bis 8,5 Milliarden Euro liegen. Dennoch rechnet Spotify auch 2020 mit einem Verlust von 150 bis 250 Millionen Euro.

Wie sich das Unternehmen tatsächlich schlägt, hängt auch von den Verhandlungen mit der Musikindustrie ab. Erst vor drei Wochen unterzeichnete der US-Konzern Warner ein neues Abkommen mit Spotify. Die Verhandlungen mit Universal sind dagegen immer noch nicht beendet.

Mehr: Der Studiochef der Plattform will mit Podcast-Eigenproduktionen den schwedischen Streaming-Avantgardisten unabhängiger von Musik und unterscheidbarer von Apple machen.

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