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Streamingdienste Deutsche zahlen viel für Fernseh-Abos

Rund vier Milliarden Euro zahlen die Deutschen für Fernseh-Abos und Streamingdienste. Privatsender wie Pro Sieben und RTL versuchen, Netflix und Co. auszubremsen.
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Pro Sieben Sat 1 und RTL wollen mit ihren eigenen Videoplattformen „Joyn“ und „TV Now“ überzeugen. Quelle: dpa
Streamingdienste

Pro Sieben Sat 1 und RTL wollen mit ihren eigenen Videoplattformen „Joyn“ und „TV Now“ überzeugen.

(Foto: dpa)

München Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime treiben die Umsätze im deutschen Bezahlfernsehen. Der Verband der privaten Fernsehanbieter, Vaunet, erwartet, dass das Geschäft mit Pay-TV- und Streaming-Abos in Deutschland in diesem Jahr auf rund vier (2018: 3,5) Milliarden Euro wachsen wird. Das wäre doppelt so viel wie 2012, sagte Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg am Donnerstag in München. Im vergangenen Jahr seien die Umsätze um 14 Prozent gewachsen.

„Die Wachstumsstory geht weiter.“ Allein mit jederzeit abrufbaren Videos (Video-on-demand), die im Abonnement verkauft werden, dürfte 2019 zum ersten Mal ein Milliardenumsatz erwirtschaftet werden: 1,1 (Vorjahr: 0,9) Milliarden Euro veranschlagt der Verband. Klassische Pay-TV-Angebote wie die Sky-Plattform oder „Magenta TV“ von der Telekom legten dagegen zuletzt nur noch um zwei bis drei Prozent zu, wie Giersberg sagte.

Für das laufende Jahr traut ihnen der Verband einen Umsatzzuwachs auf 2,4 (2018: 2,3) Milliarden Euro zu. Insgesamt 108 Pay-TV-Sender sind in Deutschland zu empfangen, die meisten davon für Dokumentationen und Sport. 7,8 Millionen Menschen in Deutschland haben mindestens eine der Plattformen abonniert, 100.000 mehr als im vergangenen Jahr. Allein bei Sky sind es gut fünf Millionen. Die frei empfangbaren Privatsender-Gruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 versuchen Netflix und Co. mit eigenen Video-Plattformen auszubremsen.

„Joyn“ von Pro Sieben Sat 1 tritt seit Juni gegen „TVNow“ von RTL an und setzt auch auf Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. RTL will bei der Konkurrenz aber auf Sicht nicht mitmachen. „Das ist keine Phase für eine Konsolidierung“, sagte Jan Wachtel, Geschäftsführer für digitale Medien und Inhalte bei der Bertelsmann-Tochter. „Das wird alles noch ein bisschen dauern“, sagte Nicole Agudo Berbel, die bei Pro Sieben Sat 1 für digitale Angebote zuständig ist. „Der Markt ist in einer Aufbruchstimmung.“

Mehr: ARD, ZDF und Deutschlandradio haben 2018 mehr als acht Milliarden Euro eingenommen. Der aufwendige neue Meldedatenabgleich hat zunächst wenig gebracht.

  • rtr
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