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Streamingdienste Nach Spotify-Beschwerde: EU-Kommission nimmt Apple ins Visier

Spotify beschwert sich, dass Apple seine Marktmacht missbrauche und fordert einen fairen Wettbewerb im App Store. Dem Tech-Konzern steht eine Untersuchung bevor.
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Mitte März hatte der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify bei der Behörde eine Beschwerde gegen Apple eingereicht. Quelle: dpa
Spotify

Mitte März hatte der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify bei der Behörde eine Beschwerde gegen Apple eingereicht.

(Foto: dpa)

Brüssel Die europäischen Wettbewerbshüter nehmen Apple erneut unter die Lupe. Die EU-Kommission werde voraussichtlich eine Untersuchung gegen den iPhone-Hersteller einleiten, hieß es am Montag in Brüssel. Bis dahin könne aber noch einige Zeit vergehen. Mitte März hatte der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify bei der Behörde eine Beschwerde gegen den US-Konzern eingereicht.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple in Konflikt mit den Wettbewerbshütern gerät. EU-Kommissarin Margrethe Vestager verdonnerte den US-Konzern 2017 dazu, in Irland 13 Milliarden Euro an zu wenig abgeführten Steuern nachzuzahlen. Auch die Übernahme des Musikerkennungsdienstes Shazam hatte die Kommission eingehend geprüft, schließlich aber freigegeben.

Bislang war es dem US-Riesen jedoch gelungen, Verfahren wegen Missbrauchs seiner Marktmacht zu vermeiden – ganz im Gegensatz zum Rivalen Google, dem Vestager bereits mehr als acht Milliarden Euro an Strafen auferlegt hat. Auch gegen den Online-Händler Amazon hat die Kommission ein vorläufiges Verfahren eingeleitet, und zwar wegen des Verdachts, Drittanbieter auf seiner Plattform zu benachteiligen.

Apple habe es bislang immer verstanden, die Linie des Wettbewerbswidrigen nicht zu überschreiten und der Kommission keinen Anlass zum Einschreiten zu geben, sagt ein Brüsseler Kartellexperte. Dabei dürfte auch geholfen haben, dass der Konzern aus Cupertino einen ehemaligen Beamten der Generaldirektion Wettbewerb als Senior Legal Director verpflichtete.

Mit der Spotify-Beschwerde dürfte sich dies nun ändern, wie zuerst die „Financial Times“ berichtet hatte. Die Vorwürfe von Spotify-Gründer Daniel Ek richten sich gegen die Praxis von Apple, 30 Prozent Umsatzbeteiligung von Abonnements zu verlangen, die im App Store abgeschlossen wurden. Dadurch benachteilige der Konzern Anbieter, die im direkten Wettbewerb mit Apples eigenem Musikstreamingdienst stehen.

Spotify musste seine Premium-Version in App Stores lange für 12,99 statt der üblichen 9,99 Euro anbieten, während Apple seine Music-App überall für 9,99 Euro anbieten kann. Inzwischen kann man das Premium-Abo von Spotify auf dem iPhone gar nicht mehr abschließen.

Apple sei „sowohl Spieler als auch Schiedsrichter“, kritisierte Horacio Gutiérrez, Spotifys Chefjustiziar, bei der Veröffentlichung der Beschwerde im März. Er forderte die EU-Kommission auf, für fairen Wettbewerb im App Store zu sorgen. Dazu müsse die Behörde Apple verbieten, andere Anbieter zu zwingen, sein Bezahlsystem für In-App-Käufe zu nutzen. Google, das einen ähnlichen App-Store und einen Musikdienst betreibt, erlaube auch andere Zahlungssysteme.

Die EU-Kommission kann von Unternehmen Änderungen ihrer Geschäftspraktiken verlangen, wenn diese den Wettbewerb unzulässig beschränken. Auch Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes sind möglich.

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