Supercomputer von Atos Französische Rechenpower für deutsche Spitzenforschung

In den Supercomputer-Rekordlisten landet das Forschungszentrum Jülich stets weit vorn. Auch der neue Hochleistungsrechner, den der französische Hersteller Atos nach Jülich liefert, ist wieder eine Rekordmaschine.
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Juqueen, lange Jahre schnellster Supercomputer Europas, geht im Frühjahr 2018 in den Ruhestand. Sein Nachfolger kommt aus Frankreich.
Supercomputer Juqueen im Forschungszentrum Jülich

Juqueen, lange Jahre schnellster Supercomputer Europas, geht im Frühjahr 2018 in den Ruhestand. Sein Nachfolger kommt aus Frankreich.

JülichZum ersten Mal in der Geschichte kauft ein großes deutsches Forschungszentrum einen Superrechner, der nicht aus den USA stammt: Das Forschungszentrum Jülich kauft den Hochleistungsrechner BullSequana X1000 von der französischen Atos. Bislang war der Markt fest in der Hand amerikanischer Hersteller wie IBM.

Nach Angaben von Atos bringt es die Maschine auf bis zu zwölf Petaflops (zwölf Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde). Damit ist der Supercomputer der schnellste Rechner Deutschlands und einer der schnellsten der Welt. Den aktuellen Weltrekord hält der chinesische Rechner Sunway TaihuLight, der es auf 93 Petaflops bringt.

Eingesetzt wird der Atos-Computer unter anderem für Forschungsarbeiten innerhalb des Human Brain Projects, das in den kommenden Jahren versucht, Aufbau und Funktionieren des menschlichen Gehirns zu simulieren. „Komplexe Simulationsmodelle und unstrukturierte Datensätze mit Milliarden von Datenpunkten – diese Herausforderungen meistert das neue Supercomputing-Modul von Atos“, so Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich.

Die deutsch-französische Kooperation ist auch deshalb interessant, weil die EU-Kommission in der vergangenen Woche die Entwicklung eines europäischen Supercomputers als einen ihrer Schwerpunkte genannt hatte. Damit soll die Souveränität Europas auf dem Gebiet von künstlicher Intelligenz, Big Data, autonomen Autos, Datensicherheit und Medizin ein gutes Stück weit vorankommen.

Die Besonderheit der Atos-Rechner ist die ganzjährige Wasserkühlung. Der Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen, die bei der Datenverarbeitung ein immer größeres Problem darstellen, werden dadurch nach Angaben des Herstellers um den Faktor zehn herabgesetzt.

„Dass sich das Forschungszentrum Jülich für den Atos BullSequana Supercomputer entschieden hat, beweist, dass unsere europäischen Technologien und Lösungen immer mehr Forschungsinstituten erheblichen Mehrwert und das nötige Vertrauen bei der Bewältigung ihrer anspruchsvollen Herausforderungen bringen.“, so Atos-Chef Thierry Breton.

Atos selber hat eine deutsch-französische Geschichte. 2014 übernahm das Unternehmen den Computerhersteller Bull und hat sich in den vergangenen Jahren durch die Übernahme von Siemens IT Solutions und anderen Siemens-Töchtern verstärkt.

Siemens ist im Gegenzug mit derzeit 11,8 Prozent zum größten Einzelaktionär von Atos geworden, vor dem Finanzinvestor Blackrock mit fünf Prozent. Mit rund 100.000 Mitarbeitern weltweit erreicht Atos einen Umsatz von 12 Milliarden Euro, vor allem über Dienstleistungen im Rahmen von Big Data, Datensicherheit und Digitalisierung des Arbeitsplatzes.

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