SXSW „Das iPhone darf keine Black Box sein“

US-Präsident Barack Obama wirbt auf der Digitalkonferenz „South by Southwest“ für sich und die Regierung, die sich mit Apple und ganz Silicon Valley verkracht hat. In der Sache allerdings bleibt er hart.
Präsident Barack Obama (Mitte) auf der Bühne mit Moderator Evan Smith Quelle: AP
South by Southwest Festival (SXSW)

Präsident Barack Obama (Mitte) auf der Bühne mit Moderator Evan Smith

(Foto: AP)

AustinDer US-Präsident versucht es mit einem Scherz. Lange habe er nach einem Vorwand für den Besuch in Austin gesucht, sagt Barack Obama und demonstriert krawattenlose Lässigkeit. Nun freue er sich riesig, besonders über die erbaulichen Gespräche mit „meinen Freunden aus dem Silicon Valley“, den Programmierern. „Ich bin gekommen, um Euch alle zu rekrutieren.“

Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so. Ja, Obama ist der erste amtierende US-Präsident, der auf der Digitalkonferenz „South by Southwest“ spricht und Austin, die linke Enklave Texas', bekannt für Dive-Bars, Outdoor-Rock und großflächig tätowierte Hipster, in temporäre Alarmstimmung versetzt.

Aber nein, von der behaupteten Freundschaft kann wohl keine Rede sein. Und das wird jedem im Saal sofort klar, als der Mann vor den 2000 handverlesenen Gästen von Plattitüde auf Angriff schaltet.

Er habe sich vor seinem Auftritt mit den „Techies“ darüber unterhalten, wie „wir Extremisten bekämpfen können, die junge Leute online für sich rekrutieren“, sagt Obama. „Wir müssen dazu in der Lage sein, das zu sehen, und wollen dabei helfen, ihre Netzwerke zu infiltrieren.“ Und: „Wir wollen nicht, dass die Regierung bei diesem Problem die Führung übernimmt.“

Aber eigentlich will er das doch. Genau darum geht es in dem aktuellen, historischen Streit zwischen FBI und Apple. Die Behörde will den Konzern dazu zwingen, ihm Zugang zum Dienst-iPhone eines der toten Attentäter von San Bernadino zu gewähren. Konzernchef Tim Cook hat die Anfrage zum Präzedenzfall für Hintertüren in Software erklärt und widersetzt sich hartnäckig. Fast die gesamte Branche hat sich inzwischen mit ihm solidarisiert. Der Streit ist zum öffentlichen Schlagabtausch geworden.

Die Privatwirtschaft habe leicht reden, verteidigt sich Obama. Sie müsse ja nicht herausfinden, wie sie die Gesellschaft vor Terroranschlägen schütze. Im aktuellen Fall will das Weiße Haus, dass Apple per Softwareeingriff die Funktion aushebelt, die den Inhalt eines Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird. Die Behörde hätte damit Zugriff auf alle Inhalte.

Er könne den aktuellen Streit nicht direkt kommentieren, sagt Obama. „Wir alle schätzen den Wert von Privatsphäre“, aber so wie Fahnder eine Hausdurchsuchung in der analogen Welt durchführen könnten, müsse dies dem FBI auch bei Smartphones möglich sein. „Es muss einen Weg geben, diese Geräte einzusehen. Das iPhone darf keine Black Box sein.“

Drück-mich-Smartphone mit Harry-Potter-Effekt
Äußerlich gleich
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Optisch unterscheidet sich das iPhone 6s nicht vom Vorgängermodell, gleiches gilt für das große iPhone 6s Plus. Trotzdem hat sich einiges verändert – nicht nur in Sachen Prozessorleistung. Vor allem der Bildschirm bietet neue Möglichkeiten.

Etwas dickeres Gehäuse
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Das neue iPhone (links) ist etwas höher als das Vorjahresmodell (rechts). Das hat zum einen mit dem stabileren Material zu tun, das Verbiegungen verhindern soll, zum anderen mit der neuen Bildchirmtechnologie 3D Touch.

Zusatzfunktionen
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Der Bildschirm kann unterscheiden, wie stark ein Nutzer drückt. Das erlaubt neue Bedienmöglichkeiten: Bestimmte Apps öffnen ein Kontextmenü, wenn man fest auf das Logo drückt – etwa um im Kalender gleich einen Termin einzutragen...

Kamera im Selfie-Modus starten
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... oder die Kamera gleich im Selfie-Modus zu starten. Bislang bieten nur einige Apps solche Zusatzfunktionen an, sicher werden aber bald mehr Entwickler diese Möglichkeiten nutzen.

Vorschau mit einem Klick
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Mit einem festen Druck lässt sich in einigen Apps eine Vorschau öffnen – so sieht man gleich, was in einer E-Mail steht, und kann sie mit einer weiteren Geste in den virtuellen Papierkorb befördern.

Bessere Absicherung
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Wer das neue iPhone per Tastensperre schützt, muss einen sechsstelligen Code eingeben – oder über den Fingerabdrucksensor Touch ID entsperren. Der arbeitet deutlich schneller und zuverlässiger als in früheren Modellen.

Stromsparmodus
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Eine Neuerung des Betriebssystems iOS 9, das auch auf älteren Geräten läuft: Mit dem Stromsparmodus lässt sich die Batterielaufzeit deutlich erhöhen – zu erkennen am gelben Akkusymbol. Das ist gerade beim neuen iPhone sinnvoll...

Apple lehnt so einen Zugriff ab. Der Konzern fürchtet um die Produkt-Qualität und sieht die Gefahr des Missbrauchs eines solchen Schlüssels, sei es durch Kriminelle oder übereifrige FBI-Männer. Seit der NSA-Affäre geht das ohnehin regierungskritische Valley auf Abstand. Der letzten diplomatischen Aufwartung des Präsidenten vergangenen Februar an der Stanford University blieben die Granden von Google, Facebook und Co. demonstrativ fern.

Wie schon vor knapp einem Jahr warb Obama dennoch auch dieses Mal für mehr Zusammenarbeit zwischen Digital-Industrie und Washington. „Wir werden die Tech-Community dabei brauchen, dieses Problem zu lösen.“ Doch wie aussichtsreich sein Werben vor dem Hintergrund des aktuellen Streites ist, das muss sich erst noch zeigen.

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