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T-Mobile und Sprint

Zehn Generalstaatsanwaltschaften in den USA haben am Dienstag Klage gegen die angestrebte Fusion des Telekommunikationsunternehmens Sprint mit der Telekom-Tochter T-Mobile eingereicht.

(Foto: dpa)

T-Mobile US Gewerkschaft bietet Unterstützung der Telekom-Fusion in den USA an

Die Fusion der US-Tochter der Deutschen Telekom mit Sprint ist in Gefahr. Jetzt bietet die Gewerkschaft Unterstützung an – unter zwei Bedingungen.
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Im Mai hatte Telekom-Chef Timotheus Höttges einen Deal mit der Gewerkschaft CWA ausgeschlossen. Quelle: Reuters
Filiale von T-Mobile in New York

Im Mai hatte Telekom-Chef Timotheus Höttges einen Deal mit der Gewerkschaft CWA ausgeschlossen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Branchengewerkschaft Communications Workers of America (CWA) war bisher einer der lautesten Kritiker der angestrebten Fusion von T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint. Die Arbeitnehmervertreter warnten vor dem Verlust von 30.000 Jobs. Jetzt bietet CWA-Stratege Jody Calemine im Gespräch mit dem Handelsblatt eine Unterstützung für die Fusion an. „Wir würden unsere Kritik stoppen“, sagte Calemine.

Im Gegenzug müsste sich das Management jedoch auf zwei zentrale Forderungen der Gewerkschaft einlassen. Erstens sollte das Unternehmen eine Arbeitsplatzgarantie aussprechen. Es müsse verhindert werden, dass durch den Zusammenschluss Jobs wegfielen.

Zweitens forderte Calemine ein Neutralitätsabkommen, dass es der Gewerkschaft ermöglichen würde, die Beschäftigten von T-Mobile US zu organisieren. „Das ist bislang immer verhindert worden“, klagte Calemine.

Der Gewerkschafter warf T-Mobile US sogar eine bewusste Strategie vor, die darauf ausgerichtet sei, einen Zusammenschluss der Beschäftigten zu verhindern. Die treibende Kraft dahinter sei der Chef von T-Mobile US, John Legere. „Unter ihm fährt das Unternehmen eine gewerkschaftsfeindliche Politik“, kritisierte Calemine.

Am Dienstag hatten die Generalstaatsanwälte von zehn demokratisch geführten US-Bundesstaaten eine Klage gegen den Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint eingereicht. Sie hatten argumentiert, dass die Fusion zu höheren Preisen für Verbraucher und dem Verlust vieler Arbeitsplätze führen würde.

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Eine Eskalation des Konfliktes sei vermeidbar gewesen, argumentierte Josef Bednarski, Konzernbetriebsratschef und Mitglied des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom. „Der Konzernbetriebsrat und die Gewerkschaft Verdi haben das deutsche Management mehrfach aufgefordert, auf die US-Gewerkschaft zuzugehen“, sagte Bednarski dem Handelsblatt.

Der Betriebsrat bekräftigte seine Forderung: „Geht auf CWA zu, sie werden Euch in dem Deal unterstützen!“ Die Konzernführung um Telekom-Chef Timotheus Höttges sollte nicht der US-Administration um Präsident Donald Trump umschmeicheln, sondern auf die Forderungen der Arbeitnehmervertreter eingehen.

Die Opposition der demokratisch geführten Bundesstaaten hätte entschärft werden könnten, argumentierte Bednarski. „Im Wahlkampf hören Politiker stärker auf die Belange der Gewerkschaften. Das müsste Höttges und das deutsche Management auch wissen“, kritisierte Bednarski.

Telekom-Chef hat Deal bisher ausgeschlossen

Bislang habe sich die Führung der Deutschen Telekom in der Auseinandersetzung zwischen Gewerkschaft und der Unternehmensführung von T-Mobile US zurückgehalten. Das müsse sich ändern, forderte Bednarski. „Die Telekom hat die Mehrheit im Board und könnte T-Mobile US zu einem Abkommen mit der Gewerkschaft bewegen“, sagte Bednarski.

Im Mai hatte Telekom-CEO Höttges einen Deal mit der Gewerkschaft CWA ausgeschlossen. „Ich halte nichts von einem Pakt“, hatte Höttges bei einer Pressekonferenz gesagt. „CWA ist nur eine Stimme in einem Konzert.“ Es gebe viele unterschiedliche Interessengruppen. Die Gewerkschaft sei nur eine davon.

Zudem sei die Kritik der Gewerkschaft überzogen, die Fusion würde 30.000 Arbeitsplätze kosten. „Wir werden vom ersten Tag an neue Jobs schaffen“, sagte Höttges. Der Zusammenschluss werde die Position des Unternehmens stärken. Davon würden auch die Beschäftigten profitieren.

Die beiden Spitzenreiter im US-Telekommunikationsmarkt, AT&T und Verizon, gelten als stark gewerkschaftliche organisiert. Bei T-Mobile US gibt es hingegen sehr wenige Mitarbeiter, die Mitglied in der Arbeitsnehmervertretung sind.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zusammen mit CWA mehrfach T-Mobile US die systematische Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit vorgeworfen. Erst vergangene September hatte Verdi kritisiert, bei T-Mobile US würden Beschäftigte „systematisch eingeschüchtert und unter Druck gesetzt bis hin zur Kündigung, um ihre gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern“.

Mehr: Die USA sind der wichtigste Markt für die Deutsche Telekom. Doch nun gerät der Fusionsplan dort in Gefahr. Hier finden Sie die Antworten auf die drängendsten Fragen.

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