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Tableau-Übernahme Salesforce stößt mit viel Geld in neue Märkte vor

Die Übernahme von Tableau ist für Salesforce die teuerste der Unternehmensgeschichte. Damit wird der Konzern zum Konkurrenten von Google und Microsoft.
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Der Co-Chef von Salesforce will die digitale Transformation vorantreiben. Quelle: Bloomberg
Keith Block

Der Co-Chef von Salesforce will die digitale Transformation vorantreiben.

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfBei Übernahmen weist das Salesforce-Management einige Routine auf. Seit der Gründung 1999 hat der Spezialist für Geschäftssoftware bereits mehr als 60 Unternehmen gekauft. Dennoch ist der jüngste Deal etwas Besonderes: Salesforce will den Datenanalyseanbieter Tableau für 15,7 Milliarden Dollar in eigenen Aktien erwerben. Damit handelt es sich um die mit Abstand teuerste Übernahme in der Unternehmensgeschichte.

Der Konzern expandiert mehr denn je in neue Märkte jenseits des Vertriebs und Kundenmanagements, in dem er die Nummer eins ist. Zudem steigert er damit den Umsatz auf einen Schlag deutlich – was bei der Erfüllung der ambitionierten Ziele helfen dürfte.

Mit Tableau ermögliche Salesforce seinen Kunden, Informationen aus dem gesamten Unternehmen zu nutzen, hieß es bei der überraschenden Ankündigung des Deals am Montag – es gehe darum, tiefere Einblicke zu gewinnen und intelligentere Entscheidungen zu treffen. „Daten sind die Grundlage jeder digitalen Transformation“, erklärte Co-Chef Keith Block, der das Unternehmen seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit Gründer Marc Benioff leitet.

Es sind neue Töne: Bekannt geworden ist Salesforce durch Produkte, mit denen Unternehmen Kundenbeziehungen pflegen können, im Fachjargon Customer Relationship Management (CRM) genannt. Was als Datenbank für Vertriebsmitarbeiter begann, ist heute ein Programmpaket, das von der Steuerung von Marketingkampagnen über die Abwicklung des Onlinehandels bis zum Kundenservice reicht. „Es gibt zahlreiche Berührungspunkte zu den Kunden, nicht nur beim Verkauf“, sagte Block.

Dieses Geschäft wächst rasant. Der Marktforscher Gartner schätzt, dass der Umsatz mit CRM-Lösungen in diesem Jahr auf rund 50 Milliarden Dollar wächst. Damit ist es das wichtigste Segment der Unternehmenssoftware, noch vor Datenbanken, wo Oracle dominiert, und Software zur Steuerung von Geschäftsprozessen (ERP), bei der SAP führend ist.

Digitale Transformation im Zentrum

Die beiden Salesforce-Chefs wollen sich aber nicht mehr aufs CRM-Geschäft beschränken, sie stellen die digitale Transformation in den Mittelpunkt. Dafür steht die Übernahme von Tableau stellvertretend: Das US-Unternehmen ist spezialisiert auf die Aufbereitung und Analyse von Informationen, im Fachjargon Business-Intelligence genannt. „Unsere Kunden werden mit Daten überhäuft“, sagte Tableau-Chef Adam Selipsky dem Handelsblatt im vergangenen Jahr. Die Plattform soll es erleichtern, Analysen vorzunehmen.

„Daten und die Ableitung echter Erkenntnisse kristallisieren sich immer mehr als eindeutiger Wettbewerbsvorteil im Digitalen heraus“, sagt Christian Lubasch, Gründer und Chef der Unternehmensberatung Leroi in Berlin, die auf Datenanalyse spezialisiert ist. Für große Plattformanbieter wie Microsoft und Google sei es daher wichtig, ihren Kunden auch Business-Intelligence anzubieten – die Daten seien bereits vorhanden, das Synergiepotenzial sei groß. Nicht umsonst hat Google jüngst die Übernahme des Analysespezialisten Looker angekündigt.

Salesforce tritt mit der Übernahme in direkte Konkurrenz zu Microsoft und Google. Auch die Rivalität zu SAP wächst weiter: Die Amerikaner fokussieren sich zwar mehr auf die Kontakte zu den Kunden, während der deutsche Konzern traditionell mehr mit der Steuerung von Geschäftsprozessen zu tun hat. Allerdings lassen sich die Grenzen nicht mehr eindeutig ziehen – beide wollen bei der Digitalisierung helfen und ganze Prozesse vernetzen, im Idealfall vom Kauf über die Produktion bis zur Auslieferung.

Mehr: Salesforce baut sein Geschäft außerhalb der USA aus. Co-Chef Keith Block spricht über die Bedeutung des europäischen Markts und die Schwächen von SAP.

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