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Tech-Konzern Apple macht mehr Umsatz – und setzt dabei immer weniger auf das iPhone

Die Transformation ist in vollem Gange: Apple baut sich vom Smartphone- zum Service-, Wearables- und Zubehörkonzern um. Der Wandel macht sich bereits bemerkbar.
31.10.2019 - 03:11 Uhr 1 Kommentar
Mit diesem Quartalsergebnis und der Prognose für das laufende Quartal hat Cook wichtige Meilensteine in der Neuorientierung Apples geschaffen. Quelle: dpa
Apple

Mit diesem Quartalsergebnis und der Prognose für das laufende Quartal hat Cook wichtige Meilensteine in der Neuorientierung Apples geschaffen.

(Foto: dpa)

San Francisco Apple-Vorstandschef Tim Cook kann endlich wieder Wachstum verkünden. Der Umsatz von 64 Milliarden Dollar im Ende September abgelaufenen Quartal, dem vierten des Geschäftsjahres, übertraf mit einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr die Erwartungen der Analysten.

Der Rückgang beim Nettogewinn von 14,1 auf 13,7 Milliarden Dollar war von den Experten erwartet worden. Er hängt mit dem erneuten Rückgang beim Absatz des margenstarken iPhones zusammen. Der iPhone-Umsatz – Absatzzahlen weist Apple nicht mehr aus – fiel im Jahresvergleich markant von 37,2 auf 33,4 Milliarden Dollar.

Mit diesem Quartalsergebnis und der Prognose für das laufende Quartal hat Cook wichtige Meilensteine in der Neuorientierung Apples geschaffen. Der Umsatz in ausgewiesenen Wachstumsfeldern legte zu, auch wenn es am Ende nur marginale zwei Prozent waren. Aber er hat damit zum vierten Quartal in Folge rückläufige Umsätze beim iPhone kompensieren können.

Gewonnen haben Wearables wie die Apple Watch und Zubehör wie die Kopfhörer AirPods, was in dem Bereich zu einem Umsatzplus um 54 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar führte. Der Bereich Services, zu dem die Apple Kreditkarten, App Store, Apple Music oder ab dem 1. November der Streamingdienst Apple TV+ zählen, legte um 18 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar zu.

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    Bemerkenswert ist der Umsatz in China, der trotz Handelskrieg und schwächelnder Wirtschaft in dem Land nur wenig von 11,4 auf 11,1 Milliarden Dollar sank. In der Telefonkonferenz mit Analysten bestätigte der Konzern gezielte Preisnachlässe, die viele Apple-Produkte wieder erschwinglich für die chinesischen Verbraucher gemacht haben. Die Chinesen leiden unter dem Verfall der Heimatwährung gegenüber dem Dollar.

    Aktienrückkäufe gehen weiter

    Vorstandschef Tim Cook legt darauf Wert zu betonen, dass Apple im Quartal 21,5 Milliarden Dollar „an die Aktionäre zurückgegeben hat“: 3,5 Milliarden davon in Form einer kleinen Dividende und 18 Milliarden in Form von gewaltigen Aktienrückkäufen. Dadurch sinkt die Zahl der ausstehenden Aktien, im Resultat ergibt sich so bei der bei Analysten beliebten Kennzahl „Gewinn pro Aktie“ sogar ein Plus von 2,91 auf 3,05 Dollar. Im laufenden Quartal wird dieses Ziel erneut leichter zu erreichen sein, die Rückkäufe gehen weiter.

    Optimistische Vorhersagen für das laufende Weihnachtsquartal stützen sich zum einen auf einen laut Tim Cook „vielversprechenden“ Verkaufsstart der aktuellen iPhone-Generation, einem prognostizierten weiteren starken Anstieg bei den Services und einem allgemein guten Weihnachtsgeschäft bei iPad, MacBooks und Co. Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 85,5 und 89,5 Milliarden Dollar. Der bisherige Rekord, der Quartalsumsatz von Weihnachten 2017 in Höhe von 88,3 Milliarden Dollar, wäre damit in Reichweite.

    Allerdings räumt Cook im Analystengespräch ein, dass er dabei auch mit einer Lösung des Handelskrieges zwischen den USA und China rechnet. Ein erneuter Einbruch in China würde die Situation deutlich verschärfen. Aber „der Ton der Gespräche“ habe sich verändert, so Cook zuversichtlich. Cook pflegt seit geraumer Zeit einen regen Kontakt zu US-Präsident Donald Trump, wie dieser einmal erfreut mitteilte.

    In einem Gespräch mit dem TV-Sender CNBC betonte der Apple-Chef, der Konzernumsatz ohne iPhone wäre um 17 Prozent gestiegen. Damit verdeutlicht er auf der einen Seite noch einmal, dass das Smartphone-Geschäft Apple immer noch belastet und dringend stabilisiert werden muss.

    Apple TV+ soll mit anderen Produkten gebündelt werden

    Zum anderen kann die Bedeutung der neuen Servicesparte mit dem Start des Apple TV+-Videostreamingdienstes gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Dienst wird von Beginn an mit diversen anderen Produkten gebündelt und beim Kauf eines neuen Smartphones zeitlich begrenzt kostenlos dazugegeben.

    Cook hofft auf einen schnellen und großen Durchbruch im Kampf gegen den Marktführer Netflix und Herausforderer wie Walt Disney und AT&T mit dem neuen HBO-Max-Streamingdienst. Letztere kostet 14,99 Dollar monatlich in den USA und ist deutlich teurer als Apples Dienst mit 4,99 Dollar. Aber HBO bietet auch viel mehr Inhalte an. Bislang größter aktueller Wettbewerber neben Netflix ist Amazons Prime-Videodienst.

    Die Frage wird jetzt sein, wie viel seiner 205,9 Milliarden Dollar Barreserven Tim Cook in den Markt pumpen wird. Neben Produktionsdeals für Serien und Filme glauben einige Analysten an große Investitionen. Zum Beispiel den Kauf eines Hollywood-Studios, um die Marktdynamik mit einem Schlag zu ändern.

    So lange kann Apple auf die Macht der bestehenden und neuen Kundenbeziehungen setzen. Zum Beispiel wird den Besitzern der Apple-eigenen Kreditkarte jetzt eine Null-Zins-Finanzierung von iPhones angeboten werden, auf denen dann bei Auslieferung automatisch Apple-TV+ installiert wird.

    Der Machtkampf der Streamingdienste wird die kommenden Jahre beherrschen. Gerüchten zufolge plant Apple für das kommende Jahr vor allem deshalb die Einführung eines weiteren, deutlich billigeren iPhones, das direkt auf Massenmärkte wie Indien und China zielen soll. Dort ist die Konkurrenz durch preisgünstige Android-Geräte besonders groß, und Netflix ist in Indien auch bereits mit einem preislichen Kampfangebot vor Ort.

    Mehr: Kleine Änderung, großes Symbol: Apple entfernt bei iPhone-Nutzern in Hongkong die Flagge von Taiwan – und zeigt unfreiwillig den Einfluss von China.

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    • Ein kleiner Hinweis: Apple TV+ startet am 1. November, also morgen.

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