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Tech-Konzern Durchwachsene Quartalszahlen: IBM taumelt in ein neues Zeitalter

Die Quartalszahlen von IBM belegen die Dringlichkeit eines dramatischen Umbaus. Aber sie räumen Zweifel am Sinn der neuen Strategie nicht aus.
20.10.2020 Update: 20.10.2020 - 12:47 Uhr Kommentieren
IBM Aktie verliert nachbörslich Quelle: dpa
IBM

Die IBM-Aktie hat nachbörslich 2,7 Prozent verloren.

(Foto: dpa)

San Francisco Der IT-Konzern IBM kommt nicht aus der Krise. Im abgelaufenen Quartal ist der Umsatz zum dritten Mal in Folge gesunken – diesmal um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 17,6 Milliarden Dollar. Nimmt man noch Währungseinflüsse dazu und bereinigt ihn um eingestellte Geschäfte, kommt man auf ein Minus von 3,1 Prozent.

Dabei legte der Konzern im Cloud-Geschäft um 19 Prozent auf sechs Milliarden Dollar zu. Der Cloud-Spezialist Red Hat, für 34 Milliarden Dollar zugekauft, kommt auf 17 Prozent Wachstum. Das klingt nach einem dynamischen Geschäft, ist im Wachstumsmarkt Cloud aber unterdurchschnittlich. Würden Microsoft oder Amazon solche Wachstumsraten für ihre Kernaktivitäten in der Cloud, Azure und AWS, ausweisen, würden an der Börse alle Alarmglocken läuten.

Die IBM-Aktie, die schon während der regulären Börsensitzung nachgab, fiel im nachbörslichen Handel weiter. Vorbörslich gerät sie gleich wieder unter Druck und notiert drei Prozent im Minus. Während der marktbreite S&P-500-Index seit Jahresbeginn um 7,8 Prozent gestiegen ist, liegt IBM derzeit rund sechs Prozent darunter.

Auch ein unveränderter Nettogewinn von 1,7 Milliarden Dollar sowie ein solider Free-Cashflow von 1,1 Milliarden Dollar konnten die Stimmung der Investoren nicht aufhellen. Der freie Cashflow ist wichtig, um die hohen Schulden von 65 Milliarden Dollar, die auch durch die Red-Hat-Übernahme angefallen waren, wieder abbauen zu können. An die Aktionäre wurden 1,5 Milliarden Dollar als Dividende ausgezahlt.

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    Spektakulärer Konzernumbau

    IBM hat erst vor wenigen Tagen einen spektakulären Konzernumbau angekündigt, bei dem das 19 Milliarden Dollar schwere Outsourcing- und Wartungsgeschäft in eine eigene Firma, vorerst „Newco“ genannt, ausgegliedert wird. Es ist das „Ende von IBM, wie wir es kennen“, so Analyst Holger Müller von Constellation Research. Aber ob es auch der Anfang einer besseren IBM ist, ist die Frage, die sich die Anleger jetzt stellen.

    Müller jedenfalls ist der Meinung, dass noch viel mehr zu tun ist als bislang bekannt. „2016 hat fast jeder sechste IBMler daran gearbeitet, für Kunden wie SAP, Oracle, Microsoft oder andere IT einzurichten und zu warten.“

    Das passe nicht in eine Produktfirma, wie sie dem neuen IBM-CEO Arvind Krishna vorschwebe. Unternehmen wie Microsoft oder Salesforce hätten so hohe Börsenbewertungen, weil sich Software, wenn sie einmal läuft, beliebig skalieren lasse. Berater hingegen arbeiten im Normalfall immer nur für einen Kunden.

    Die Sparte „Global Business Services“, in der das Consulting eine bedeutende Rolle spielt, hat im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 4,14 Milliarden Dollar generiert, fünf Prozent unter Vorjahr. Von diesem Umsatz werden nur 49 Millionen Dollar als interner Umsatz ausgewiesen, der Rest geht auf externe Kunden zurück. Für die „neue“ Cloud- und Produkt-fokussierte IBM ist die Sparte also eher eine Belastung als ein Gewinn.

    Grafik

    Diese Sparte bleibt aber bei IBM. Ausgegliedert wird nur zum größten Teil die „Global Technology Service“ (mit den „Managed Infrastructure Services“) mit 6,5 Milliarden Dollar Umsatz (39 Millionen Dollar interner Anteil) im abgelaufenen Quartal und einem Rückgang um vier Prozent.

    Keine Prognose für das laufende Quartal

    Abwärts ging es auch mit der Systems-Sparte, wo IBM-Großrechner beheimatet sind. Doch das Minus von 15 Prozent kommt nicht unerwartet. Die Sparte hat eine erfolgreiche Einführung einer neuen Rechnergeneration hinter sich.

    Der Konzernumbau wird Milliarden Dollar an Kosten verschlingen und soll Ende 2021 abgeschlossen sein. Ziel ist es, damit die starken Cloud-Wachstumsfelder mehr in den Mittelpunkt zu rücken und deren Wachstum nicht durch Randsparten zu „verwässern“.

    Da ist es verständlich, dass CEO Krishna keine Prognosen mehr für das laufende Quartal geben will. Er verweist auf die nun zu erfolgende langwierige Entflechtung der Konzernteile. Mit anderen Worten: Er bittet die entnervten Investoren erneut um mehr Geduld.

    Delano Saporu, Gründer von „New Street Advisors“, fasst es so zusammen: „Die Schachzüge des Managements brauchen noch einige Zeit, bevor wir sehen können, ob sie korrekt ausgeführt werden. Wir müssen mehr sehen, bevor wir mit signifikantem Kapital einsteigen können.“

    Ari Wald, Chef der technischen Analyse bei Oppenheimer, sieht auch in den Charts wenig Grund, schnell einzusteigen: „Wenn man sich den Chart ansieht, sieht man, dass IBM seit sieben Jahren immer wieder niedrigere Jahreshochs produziert und das in einer der besten Rallys der Tech-Aktien seit den 90er-Jahren überhaupt. Das ist schon eine bemerkenswerte relative Schwäche.“

    Seine Analyse: IBM werde mit dem Tech-Markt wachsen, aber wahrscheinlich langsamer als der Rest der Top-Titel. Das sei dann auch weniger IBMs Verdienst. Die „Flut hebt halt alle Schiffe“, merkt er an.

    Mehr: „Das Ende von IBM, wie wir es kennen“ – IT-Konzern baut drastisch um.

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