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Tech-Konzerne Google-Mutterkonzern Alphabet und Facebook erhöhen in der Coronakrise ihre Umsätze

Auch Amazon verzeichnet ein Rekord-Quartal. Twitter und Apple enttäuschen hingegen. Der Umsatz aus iPhones bricht um gut 20 Prozent ein.
29.10.2020 Update: 30.10.2020 - 01:08 Uhr Kommentieren
Der Google-Mutterkonzern Alphabet profitiert von Werbekunden. Quelle: dpa
Google

Der Google-Mutterkonzern Alphabet profitiert von Werbekunden.

(Foto: dpa)

San Francisco Der Höhepunkt der Berichtsaison sind die Zahlen der US-Tech-Konzerne. Apple, Alphabet, Amazon, Facebook und Twitter haben am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen vorgelegt.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im abgelaufenen Quartal von aktiveren Werbekunden profitiert. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 46,2 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Suchmaschinenanbieter am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Nach einem Dämpfer im Vorquartal lief das Anzeigengeschäft von Google – Alphabets Haupteinnahmequelle – wieder rund und trug mit 37,1 Milliarden Dollar den größten Anteil zum Umsatz bei. Daneben florierten auch die Werbeerlöse der Video-Tochter Youtube und das Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen deutlich. „Wir hatten ein starkes Quartal“, freute sich Konzernchef Sundar Pichai.

Im Vorquartal hatte Google noch stärker mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. Die Erlöse waren angesichts zugeknöpfter Taschen von Werbekunden leicht rückläufig, was damals am Aktienmarkt nicht gut ankam. Der Betriebsgewinn kletterte nun im dritten Quartal um mehr als ein Fünftel auf 11,2 Milliarden Dollar. Die Google-Aktie stieg nachbörslich um sieben Prozent.

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    Amazon verzeichnet Rekord-Quartal

    Die Coronavirus-Pandemie treibt Amazon die Kunden in die Hände. Zum zweiten Mal in Folge machte der weltgrößte Onlinehändler einen Rekordgewinn in seiner 26-jährigen Firmengeschichte. Im dritten Quartal habe sich der Gewinn auf 6,3 Milliarden Dollar verdreifacht, teilte der US-Konzern aus Seattle am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

    Auch für das im Handel besonders wichtige Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft rechnet Amazon mit einer Bestellflut. CEO Jeff Bezos sagte, „mehr Kunden denn je“ kauften frühzeitig ihre Geschenke, und sah darin einen Hinweis auf eine „beispiellose Weihnachtssaison“.

    Angesichts von Ausgangsbeschränkungen und neuen Hygieneregeln rund um den Globus ordern immer mehr Menschen ihre Waren online und lassen sie sich nach Hause liefern, statt in Läden zu gehen. Kritiker werfen dem Unternehmen deswegen immer wieder eine Monopolstellung vor.

    Die Umsätze im dritten Quartal kletterten um 37 Prozent auf 96,1 Milliarden Dollar. Dies lag über den Erwartungen von Analysten. Auch das Cloud-Geschäft AWS lief rund und profitierte von der höheren Nachfrage durch den Trend zum Home-Office und Spieleliebhaber.

    Angesichts der anhaltenden Bestellwelle will Amazon im vierten Quartal erstmals die Umsatzmarke von 100 Milliarden Dollar knacken. Und dies sogar deutlich: Die US-Amerikaner rechnen mit Erlösen zwischen 112 und 121 Milliarden Dollar.

    Amazon hatte mit seinen Lieferdiensten bereits in den Vorquartalen stark davon profitiert, dass die Nachfrage nach Bestellungen im Internet während der Pandemie kräftig zunahm. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Prognosen der Wall-Street-Analysten klar, dennoch reagierten Anleger zunächst verhalten und ließen die Aktie nachbörslich sogar ins Minus drehen. Der Kurs ist seit Jahresbeginn allerdings auch schon um mehr als 70 Prozent gestiegen.

    Auch Amazons lukratives Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet florierte zuletzt weiter. Die Plattform AWS, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte die Erlöse hier um 29 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Damit verharrte das Wachstum zwar auf dem Niveau des Vorquartals, erfüllte jedoch die Erwartungen. Das Betriebsergebnis legte derweil um 56 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu, was abermals unterstreicht, was für ein attraktives Profitzentrum Amazons Cloud-Flaggschiff ist.

    Auch Facebook setzt mehr um

    Das Social-Media-Unternehmen Facebook ist kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen gewachsen. Der Umsatz sei im dritten Quartal um 22 Prozent auf fast 21,5 Milliarden Dollar geklettert, teilte das weltgrößte Internet-Netzwerk am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

    Dabei konnten ein Werbeboykott in Zusammenhang mit dem Umgang mit Hassreden sowie der weltweite Wirtschaftseinbruch dem US-Konzern kaum etwas anhaben. Facebook profitierte von der beschleunigten Digitalisierung, die eine stärkere Fokussierung auf Onlinewerbung nach sich zieht. Facebook ist nach der Google-Mutter Alphabet, die in dem Quartal ebenfalls einen Umsatzsprung hinlegte, der weltweit zweitgrößte Verkäufer von Onlineanzeigen.

    Der Gewinn kletterte von Juli bis September um 29 Prozent auf fast 7,85 Milliarden Dollar. Inzwischen zählt das Netzwerk, zu dem neben der gleichnamigen Plattform auch der Messenger WhatsApp und die Foto-Plattform Instagram gehören, monatlich 2,74 Milliarden aktive Nutzer. Dies entspricht in etwa mehr als jedem dritten Bewohner der Welt.

    Wegen der Coronakrise rechnet Facebook damit, dass die Zahl der Nutzer im Schlussquartal in den USA wie auch Kanada im Vergleich zum Vorquartal gleich bleibt oder sogar sinkt.

    Apple enttäuscht

    Der Technologiekonzern hat im vierten Geschäftsquartal einen größeren Einbruch beim Umsatz des iPhones erlitten als von Experten erwartet. Dieser sei um 20,7 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar zurückgegangen, teilte der US-Konzern nach Börsenschluss mit. Analysten hatten nach Refinitiv-Daten dagegen ein Minus von 16,2 Prozent erwartet. Der Gesamtumsatz und Gewinn lagen zwar über den Schätzungen.

    Der verzögerte Marktstart des iPhone 12 hat Apple einen Gewinnrückgang im vergangenen Quartal beschert. Der Konzern verdiente knapp 12,7 Milliarden Dollar - 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal stieg unterdessen um ein Prozent auf 64,7 Milliarden Dollar, wie Apple am Donnerstag mitteilte. Dafür sorgte ein gestiegenes Geschäft unter anderem mit iPads und Mac-Computern sowie Dienstleistungen.

    In diesem Jahr verzögerte sich die Entwicklung aber angesichts der Coronakrise und die vier Modelle des iPhone 12 wurden erst im Oktober präsentiert. Der iPhone-Umsatz sackte nun im Jahresvergleich um ein Fünftel auf rund 26,4 Milliarden Dollar ab. Das lag unter den Erwartungen der Analysten.

    Die spannende Frage wird nun sein, ob das Weihnachtsquartal für das iPhone genauso stark läuft wie gewohnt – oder ob sich für Apple ein größeres Problem in dem Geschäft abzeichnet. Die Apple-Aktie verlor im nachbörslichen Handel vier Prozent.

    Angesichts schwankender iPhone-Absatzzahlen setzt Apple immer stärker auf Aboangebote wie seine Musikstreaming- und TV-Streaming-Dienste, die monatliche Einnahmen garantieren. Der Umsatz in dem Sektor kletterte um 16,3 Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen von Analysten.

    Twitters Nutzerwachstum schwächelt

    Twitter hat weniger neue Nutzer gewonnen als erwartet und damit seine Aktie auf Talfahrt geschickt. Zwar führte ein Wiederanziehen des Werbegeschäfts im dritten Quartal zu einem Umsatzwachstum über Experten-Schätzungen, wie der Internet-Nachrichtendienst am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Allerdings stieg die Zahl der täglichen Nutzer lediglich auf 187 Millionen von 186 Millionen im Vorquartal. Analysten hatten nach Refinitiv-Daten jedoch 195,2 Millionen Nutzer erwartet. Die Twitter-Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Donnerstag zeitweise um mehr als 16 Prozent.

    Unklar sei weiter, wie die Werbekunden auf das Ende des US-Wahlkampfes reagieren würden: Möglicherweise könnten die entsprechenden Ausgaben zunächst sinken. Die Twitter-Aktie brach im nachbörslichen Handel zunächst um neun Prozent ein.

    Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 936 Millionen Dollar, während Experten mit knapp 777,2 Millionen Dollar gerechnet hatten. Die Einkünfte aus der Werbung stiegen um 15 Prozent auf 808 Millionen Dollar verglichen mit einer Vorhersage von knapp 646 Millionen Dollar. Im Vorquartal hatte Twitter von der Coronavirus-Pandemie profitiert.

    Mehr: Kartellverfahren mit weitreichenden Folgen: US-Wettbewerbshüter wollen Marktmacht von Google brechen

    • rtr
    • dpa
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