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Techkonzerne Google und Apple stärken Datenschutz bei Plattform für Corona-Apps

Die US-Konzerne bessern bei den geplanten Corona-Apps nach. Es sollen so wenig Daten wie möglich geteilt werden – und es soll schwieriger werden, einzelne Nutzer zu überwachen.
24.04.2020 Update: 24.04.2020 - 19:43 Uhr Kommentieren
Die Konzerne verstärken die Datenschutz-Vorkehrungen bei ihrer geplanten Infrastruktur für Corona-Warn-Apps. Quelle: Reuters
Google und Apple

Die Konzerne verstärken die Datenschutz-Vorkehrungen bei ihrer geplanten Infrastruktur für Corona-Warn-Apps.

(Foto: Reuters)

Cupertino, Mountain View Google und Apple haben auf Kritik an den geplanten Corona-Warn-Apps reagiert. Am Freitag stellten sie weitere Details zur Öffnung von Schnittstellen in ihren Betriebssystemen vor. Mit neuen Datenschutzvorkehrungen soll es nun noch schwieriger werden, einzelne Nutzer mittels der Tracing-Apps zu überwachen.

Die US-Technologieriesen wollen Behörden ermöglichen, die Kontakte von Corona-Infizierten zurückzuverfolgen. Schon ab Mitte Mai könnte dieser Zugang nach Angaben der Konzerne bereitstehen. Doch noch gibt es großes Misstrauen gegenüber den Apps.

Verschiedene Regierungen und Behörden hatten Google und Apple um Mithilfe gebeten. Aufgrund der großen Verbreitung ihrer Betriebssysteme Android und iOS könnten jene technische Mittel liefern, die bei der Eindämmung des Virus helfen.

Die Apps werden als eine der Voraussetzungen gesehen, um allgemeine Kontaktbeschränkungen zu lockern. Sie sollen erfassen, wenn Smartphones einander nahegekommen sind. Meldet sich einer der Nutzer später in der App als Covid-19-Patient, sollen seine Kontakte informiert werden können.

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    Zu den vorgestellten Nachbesserungen gehören weitere Verschlüsselungen. Unter anderem sollen Informationen über die Signalstärke des Bluetooth-Funks verschlüsselt werden. Zudem werden die Schlüssel von jedem Gerät für jeden Tag neu erstellt. Laut Experten der Unternehmen ist es auf diese Weise unmöglich, einzelne Geräte beziehungsweise ihre Nutzer an solchen Merkmalen zu erkennen.

    Google und Apple betonen, dass die Nutzung der Apps freiwillig ist. Nutzer des Android-Betriebssystems von Google und des IOS-Systems von Apple könnten jederzeit entscheiden, ob sie das Programm auf ihrem Smartphone aktivieren.

    Entscheiden sich Nutzer zur Teilnahme, werden deren Daten in zwei Szenarien mit den Gesundheitsbehörden geteilt: Wenn Nutzer in der App eine Covid-19-Erkankung melden oder wenn sie mit einem gemeldet Erkrankten Kontakt hatten. In beiden Fällen werden ausschließlich anonymisierte Daten übermittelt.

    Wie nahe zwei Nutzer sich gewesen sein müssen und wie lang sie einander getroffen haben, damit die Datenübertragung in Gang gesetzt wird, sollen die Behörden des jeweiligen Landes selbst entscheiden, heißt es von den Konzernen. Alle weiteren Daten sollen nur auf dem Gerät der Nutzer gespeichert werden.

    Ob das nun vorgestellte Verfahren die in Deutschland umstrittenen Lösungen auf Basis einer zentralen Datenspeicherung ausschließt, wollten die Konzerne nicht kommentieren. Sie seien aber mit allen interessierten Behörden im Gespräch und versuchten, gemeinsame Lösungen zu finden, hieß es.

    DP-3T vs. PEPP-PT

    In Deutschland ist ein heftiger Richtungsstreit um den angemessenen Aufbau einer App zur Nachverfolgung von Infektionsketten entbrannt. Alle Experten betonen, sie wollten einen Ansatz aufbauen, der die Privatsphäre schützt und eine staatliche Kontrolle unterbindet.

    Alle Ansätze wollen eine Smartphone-App entwickeln, die per Bluetooth feststellt, welche anderen Geräte sich in der Nähe aufhalten. Beide Ansätze brauchen zudem Server, auf denen Informationen gespeichert werden. Umstritten ist jedoch, wie viele Informationen auf den Servern lagern dürfen.

    Auf der einen Seite steht der Ansatz DP-3T (Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing) hinter dem unter anderem das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA steht. Das Modell wird auch als dezentrales Modell beschrieben. Die Idee dahinter: Die Server dürfen nur die absolut notwendigen Informationen speichern.

    Im Kern wäre das ein anonymisierter Code von infizierten Personen. Alle anderen Informationen werden lediglich auf den Endgeräten gespeichert. Das geht aus der aktuellen Dokumentation der Gruppe hervor. Sie hat bereits eine erste Version der App veröffentlicht.

    Dem gegenüber steht das Projekt PEPP-PT (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing). Im Konzeptpapier dieses Ansatzes bekommen die zentralen Server eine deutlich weitergehende Funktion. Auf ihnen soll nicht nur die Information über bestätigte Infektionen gespeichert werden, sondern Informationen über alle Geräte, auf denen die App installiert ist.

    Datenschützer und netzpolitische Organisationen warnen, dass diese Sammlung von Daten missbraucht werden kann. Viele Gruppe, darunter mehr als 300 Wissenschaftler haben sich daher gegen PEPP-PT und für DP-3T ausgesprochen.

    In einem mahnenden Schreiben argumentiert die einflussreiche Organisation Chaos Computer Club (CCC) zusammen mit weiteren Gruppen, der zentrale Ansatz biete nur einen geringen Datenschutz und die Informationen könnten zweckentfremdet werden. „Eine Corona-Tracing-App sollte, wenn überhaupt, nur auf Basis eines dezentralen Ansatzes (…) aufgebaut und programmiert werden“, forderten die Gruppen.

    Mehr: Bundesamt schlägt Alarm wegen Sicherheitslücken in Apples Mail-App

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