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Technikmesse CES Das Milliarden-Experiment

Was analog war, wird digital: Immer mehr Alltagsgegenstände werden smart, vom Auto bis zum Babyschnuller. Die Technikmesse CES zeigt die Vision von der Vernetzung der Welt – über die Risiken redet kaum einer.
05.01.2015 - 06:33 Uhr Kommentieren
Die CES in Las Vegas bestätigt den aktuellen Trend: Alles, was analog war, wird jetzt digital und vernetzt - und der Computer übernimmt immer häufiger die Kontrolle. Quelle: Getty Images

Die CES in Las Vegas bestätigt den aktuellen Trend: Alles, was analog war, wird jetzt digital und vernetzt - und der Computer übernimmt immer häufiger die Kontrolle.

(Foto: Getty Images)

Las Vegas Jack ist auf dem Weg nach Las Vegas. Er ist nicht irgendwer: So nennt Audi einen autonom fahrenden A7. Vom Silicon-Valley-Labor des Ingolstädter Autoherstellers in Menlo Park ist er auf dem Weg zur Technikmesse CES in der Wüstenstadt. 560 Meilen Autofahrt ohne Hände und Füße. Gesteuert von Internet, Navigationssatelliten und Sensoren.

Jack ist ein Beispiel für den großen Trend der Technologiebranche: All das, was analog war, wird jetzt digital und vernetzt. Und der Computer übernimmt immer häufiger die Kontrolle, ob hinter dem Lenkrad oder bei der Steuerung der Heizung.

„Aus zwei Milliarden Smartphones werden 50 Milliarden vernetzte Geräte. Das wird die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen, dramatisch verändern“, ist sich Shawn DuBravac, Chefökonom des amerikanischen Hightech-Verbandes CEA, absolut sicher. Und zwar in absehbarer Zeit: Audi etwa will Jack schon in wenigen Jahren serienreif haben. Die Digitalisierung erreicht die nächste Phase.

Die Messe Consumer Electronics Show müsste eigentlich längst einen neuen Namen haben. Was früher die Industrie für Unterhaltungsgeräte war, gerne bei uns einmal „braune Ware“ genannt und auf einer „Funkausstellung“ gezeigt, mutiert zu eine allumfassenden Vernetzungs-Industrie. Fernsehgeräte und Computer werden ebenso vernetzt wie Kochtöpfe, Unterhemden, Autos und Baby-Kleidung – weil es geht und bezahlbar ist, aber auch, weil Hobbyköche und junge Eltern dafür vielleicht Geld ausgeben.

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    Ist das alles sinnvoll? Und wer soll diese Produkte kaufen? Derzeit laufe ein großes Experiment ab, sagt DuBravac. Als Beispiel nennt er die vernetzte Zahnbürste, die die Putzgewohnheiten misst und Hygienetipps aufs Smartphone schickt: „Wir wissen jetzt, dass wir dieses Produkt digitalisieren können – aber verändert es auch, wie wir uns verhalten?“ Die Antwort werden die Kunden geben: Einige der Produkte, die auf der CES zu sehen sind, werden sich durchsetzen – die meisten aber nicht.

    Ein Experiment ist allerdings auch der Umgang mit der IT-Sicherheit. Vernetzte Produkte sind angreifbar, wie viele prominente Beispiele zeigen – erst jüngst wurde der Fall eines sabotierten Stahlwerks publik. Bei der grellen Werbung auf der Messe spielt dieser Aspekt oft nur eine untergeordnete Rolle. Wer mehr über die Gefahren wissen will, muss auf andere Veranstaltungen in Las Vegas gehen: die Hackerkonferenzen Defcon und Black Hat.

    Das Smartphone krempelt die Märkte um
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