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Technologieinvestor Börsenboom hilft Softbank zurück in die Gewinnzone

Mit einem Quartalsgewinn von zehn Milliarden Euro widerlegt der Technologieinvestor seine Kritiker. Doch Gründer Son verspricht, weiter defensiv zu spielen.
11.08.2020 - 15:52 Uhr Kommentieren
Softbank-Aktie: Der Gründer treibt seinen Rettungsplan voran. Quelle: Reuters
Masayoshi Son

Der Softbank-Gründer treibt seinen Rettungsplan voran.

(Foto: Reuters)

Tokio Masayoshi Son hat sich zu seinem 63. Geburtstag am Dienstag selbst ein Geschenk gemacht. Mit der Bilanz für das abgelaufene Quartal wollte der Softbank-Gründer seinen Kritikern zeigen, dass der Technologieinvestor aus Japan sich auf dem Weg zum Erfolg und nicht ins Aus befindet.

Als Softbank zu Beginn der Coronakrise mit dem Börsencrash rekordtief in die Verlustzone stürzte, hätten Kritiker wie schon in der Finanzkrise vor der Pleite gewarnt, erklärte der Softbank-Chef. Aber nun veröffentlichte er für die ersten drei Monate des bis Ende März 2021 laufenden Geschäftsjahrs einen Reingewinn von 1255,7 Milliarden Yen, umgerechnet etwa zehn Milliarden Euro. Das sind immerhin zwölf Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Auch der Aktienkurs hat sich seither mehr als verdoppelt.

Die Entwicklung zeigt, dass der Wert des größten Technologieinvestors der Welt mehr denn je von den Kapriolen der Aktienmärkte abhängt. Sons fast 100 Milliarden US-Dollar schwerer Softbank Vision Fund (SVF), mit dem der Japaner seit 2017 Kapital von Softbank und deren Partnern in 88 Mega-Start-ups wie etwa Uber investiert hatte, drehte nach mehreren verlustreichen Quartalen wieder ins Plus.

Wichtiger für Softbanks Ergebnis war in diesem Fall allerdings, dass in den USA endlich eine alte Wette des Gründers ihr profitables Ende fand. 2014 hatte er für 21 Milliarden Dollar den Mobilfunkbetreiber Sprint gekauft. Er wollte ihn früh mit T-Mobile US, dem Mobilnetz der Deutschen Telekom, fusionieren. Aber erst in diesem Jahr gelang es – und prompt machte Son einen Großteil seiner Anteile an dem fusionierten Konzern zu Geld.

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    Im März, auf dem Höhepunkt der pandemischen Panik an den Börsen, hatte Son versprochen, Aktien im Wert von 36 Milliarden Euro zu verkaufen. Mit dem Geld will er nun Aktien zurückkaufen und einen Teil von Softbanks hohen Schulden tilgen. 

    Son begründete dies als notwendigen Schritt. In normalen Zeiten sei Softbank abenteuerlustig. „Aber in der Krise agieren wir vorsichtig“, sagte Son. Defensive sei dabei genauso wichtig für den Kampf. „Und für ein Unternehmen, das hohe Schulden hat, ist Bargeld die Verteidigung.“

    Son will mehr Geld eintreiben

    Selbst jetzt, nach der Erholung der Märkte, hält er an dieser Strategie fest. „Wir wissen nicht, ob uns noch eine zweite oder dritte Covid-19-Welle treffen wird“, begründete Son den Schritt. Darum beeilt er sich mit seinem Verkaufsprogramm. 95 Prozent der geplanten Rettungssumme hat er bereits reingeholt: 19,2 Milliarden Euro durch die Reduzierung seiner T-Mobile-Aktien, 13 Milliarden Euro durch eine Verkleinerung seines großen Anteils am chinesischen Onlinehändler Alibaba und dann noch über zwei Milliarden Euro durch Verkäufe von Anteilen an Softbanks börsennotiertem japanischen Mobilnetz.

    Auch der Rückkauf von Aktien und der Schuldenabbau schreiten voran. Gleichzeitig erhöhte sich das, was Son „Aktionärswert“ nennt, von Ende März bis heute um 31 Milliarden auf 231 Milliarden Dollar. Unter dem Begriff versteht Son den Buchwert Softbanks minus die Nettoverschuldung. Son stellt diesen Wert als sein wichtigstes Erfolgskriterium dar.

    Derweil arbeitet Son schon daran, mehr Geld einzutreiben. Softbank verhandelt bereits über einen Teilverkauf von Aktien an seinem britischen Chipdesigner ARM, der gerade Intel als Apples neuer Chippartner verdrängt hat. Als ein Interessent gilt der Grafikhersteller Nvidia.

    Die Spannbreite reicht derzeit von einem ARM-Börsengang bis hin zu diversen Beteiligungsverhältnissen. Das Geld könnte Son helfen, seinen Traum weiterzuverfolgen: Mit einem Schwarm hungriger Technik-Start-ups will er die Informationsrevolution anführen und zu einem Weltkonzern im Digitalzeitalter werden.

    Allerdings werde er vorerst weniger Firmen zu seinem Portfolio hinzufügen als in den vergangenen Jahren, erklärte Son. „Zuerst müssen wir unsere Position verteidigen und uns auf die nächste Wachstumsrunde vorbereiten.“ Ganz auf Investitionen will er aber nicht verzichten.

    Mehr: Der Schlüssel zu Softbanks Erfolg liegt dieses Mal in Amerika: T-Mobile steigt zum zweitgrößten Mobilfunker der USA auf

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