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Technologieinvestor Softbank verbucht noch höheren Milliardenverlust als erwartet

WeWork und die Coronakrise stürzen den weltgrößten Tech-Investor tief in die Verlustzone. Nun kämpft Gründer Masayoshi Son um die Rettung seines Traums.
18.05.2020 - 09:49 Uhr Kommentieren
Mit Gewinnen aus dem operativen Geschäft in Japan und diversen finanztechnischen Transaktionen konnte Gründer Masayoshi Son den Absturz noch etwas auffangen. Quelle: AFP
Softbank-Mobilfunkgeschäft in Tokio

Mit Gewinnen aus dem operativen Geschäft in Japan und diversen finanztechnischen Transaktionen konnte Gründer Masayoshi Son den Absturz noch etwas auffangen.

(Foto: AFP)

Tokio Softbank-Gründer Masayoshi Son verpackte die schlechten Nachrichten aus seiner Jahresbilanz am Montag aktionärsfreundlich. Kurz nach Handelsbeginn an der Börse teilte der weltgrößte Technologieinvestor mit, die gleiche Dividende wie im Vorjahr auszuschütten, obwohl der Konzern wegen der Coronakrise und dem angeschlagenen Bürovermittler WeWork erstmals einen hohen Verlust verbuchen muss.

Kurz vor Börsenschluss belebte dann noch das „Wall Street Journal“ den Handel mit der Nachricht, dass Softbank mit der Deutschen Telekom über den Verkauf eines „bedeutenden“ Teil seiner Aktien am Mobilfunkbetreiber T-Mobile US verkaufen zu wollen. Die Aktie ging dann ein Prozent über dem Schlusskurs vom Vortag aus dem Handel. Kurz danach kündigte Softbank an, im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2019 einen noch höheren Milliardenverlust als angekündigt verbuchen zu müssen.

Am Ende stand ein Reinverlust von 961,6 Milliarden Yen (8,3 Milliarden Euro), immerhin 6,8 Prozent mehr als noch im April vorhergesagt. Denn die Wertverluste von Softbank-Investitionen waren noch höher als gedacht. 2018 konnte Softbank noch einen Reingewinn von 1411,2 Milliarden Yen (12,2 Milliarden Euro) an seine Aktionäre verteilen.

Außerdem will Alibaba-Gründer Jack Ma von seinem Posten im Verwaltungsrat zurücktreten Ma galt als hochkarätiger Verbündeter von Softbank-Chef Son. Der Konzern kündigte am Montag an, am 25. Juni dem Verwaltungsrat drei neue Mitglieder vorzuschlagen, darunter Konzern-Finanzvorstand Yoshimoto Goto und Lip-Bu Tan, Chef der Chip-Design-Software-Firma Cadence Design Systems sowie Yuko Kawamoto, Professor an der renommierten Waseda Business School in Japan.

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    Die Entwicklungen sind ein schwerer Rückschlag für Softbank-Chef Son. Er hatte 2017 mit dem Geld von Großinvestoren wie dem saudischen Pensionsfonds den fast 100 Milliarden Dollar schweren Softbank Vision Fund gegründet, um durch den Kauf von Mega-Start-ups zum größten Konzern im Zeitalter von Internet, Künstlicher Intelligenz und Robotik zu werden.

    Son kündigt Rettungsprogramm an

    Doch schon vor der Coronakrise sank der Wert vieler Großinvestitionen wie WeWork oder dem US-Mitfahrdienst Uber. Die Pandemie ließ dann die Aktienkurse und die Geschäfte vieler anderer Beteiligungen kollabieren.

    Ende März belasteten die unrealisierten Bewertungsverluste von Softbank Investment Advisors die Bilanz mit 1900 Milliarden Yen. Softbanks eigene Investitionen in WeWork und den kollabierten Satelliten-Internet-Anbieter OneWeb belasteten die Bilanz mit weiteren 670 Milliarden Yen an Verlusten.

    Doch mit Gewinnen aus dem operativen Geschäft in Japan und vor allem diversen finanztechnischen Transaktionen mit Aktien von Sons wichtigstem Investment, dem Anteil an Chinas Onlinehandelsplattform Alibaba, konnte Son den Absturz noch etwas auffangen.

    Nun beginnt die Rettung von Masayoshis Traum: Im März kündigte er bereits ein 4500 Milliarden Yen großes Hilfsprogramm an, um Aktien zurückzukaufen und Schulden zu tilgen.

    Doch Softbank sieht sich mit großen Unsicherheiten konfrontiert. „Der Zeitpunkt für das Ende der COVID-19-Pandemie ist nicht klar, und daher ist es nach wie vor schwierig, die mittelfristigen Auswirkungen auf die Geschäfts- und Finanzergebnisse des Unternehmens vorherzusagen“, urteilt das Unternehmen. Sollte die Pandemie anhalten, geht Softbank daher davon aus, dass die Unsicherheit im Investmentgeschäft auch im nächsten Geschäftsjahr bestehen bleiben wird.

    Mehr: Softbank will angeblich T-Mobile-Anteile an die Telekom verkaufen

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