Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Technologiekonzern Huawei lässt Öffentlichkeit über Auswirkungen von Boykott durch Google im Unklaren

Der chinesische Technologie-Konzern schweigt, wie er auf die Blockade durch Google reagieren will. Unklar ist, ob das neue Vorzeigesmartphone mit Android laufen wird.
Kommentieren
Kein Wort über den Schlagabtausch mit dem US-Konzern Google. Quelle: AFP
Richard Yu

Kein Wort über den Schlagabtausch mit dem US-Konzern Google.

(Foto: AFP)

Berlin Oft sendet Schweigen die deutlichste Botschaft. Huawei-Manager Richard Yu redete in seiner Auftaktrede auf der Technologiemesse Ifa in Berlin eine Stunde lang über neue Chips und neue Geräte. Er verlor jedoch kein einziges Wort über den Schlagabtausch mit dem US-Konzern Google.

In zwei Wochen will Huawei sein nächstes Vorzeigesmartphone Mate 30 in München vorstellen. Allerdings hat Google angekündigt, das Gerät müsste aufgrund von US-Regierungsvorgaben ohne vorinstallierte Google-Produkte wie Maps oder Youtube auskommen. Das wäre ein erheblicher Rückschlag für das chinesische Unternehmen. Verbraucher könnten nicht bereit sein, Hunderte Euro für ein Gerät zu bezahlen, dem beliebte Programme fehlen.

Auf einer Folie seiner Präsentation zeigte Richard Yu sein Smartphone mit dem Hinweis, dass es voraussichtlich mit dem Google-Betriebssystem Android erscheinen werde. Neben dem Namen des Systems stand ein kleines Sternchen. Eine Erläuterung zu dem Hinweis erfolgte jedoch nicht.

Huawei hatte das eigene Betriebssystem Harmony OS als Alternative zu Android angekündigt. Bislang hatte das Unternehmen jedoch lediglich einen smarten Fernseher angekündigt, auf dem das System zum Einsatz kommen soll.

Der Einsatz auf einem Smartphone wäre eine hohe Herausforderung, argumentierte Technologieexperte Marton Barcza, der mehrere Jahre für den chinesischen Smartphone-Hersteller Oppo gearbeitet hat und den Youtube-Kanal TechAltar betreibt. „Huawei braucht die Unterstützung von Konsumenten und Entwicklern“, sagte Barcza. Denn Kunden müssten ohne beliebte Google-Dienste auskommen und Programmierer ihre Anwendungen an das Huawei-System anpassen. „Beides ist schwierig“, sagte Barcza.

Im Interview mit dem Handelsblatt hatte Huawei-Chairman Eric Xu für den Aufbau eines europäischen Ökosystems für vernetzte Geräte geworben. „Wenn Europa sein eigenes Ökosystem für smarte Endgeräte hätte, würde Huawei es benutzen“, kündigte Xu an.
EU-Staaten würden seit Jahren von digitaler Souveränität sprechen. Bislang hätten sie jedoch der Dominanz von Google und Apple bei digitalen Plattformen wenig entgegenzusetzen. Huawei ließ jedoch offen, was mit einem Ökosystem gemeint ist. Details würden derzeit mit europäischen Firmen diskutiert.

Ein System als Gegenmodell zu Android von Google und iOS von Apple würde das ändern, argumentierte Xu. „Damit wäre das Problem der europäischen digitalen Souveränität gelöst“, sagte er. Entsprechende Pläne habe er bereits mit Firmen in Europa diskutiert. „Ich gehe davon aus, dass wir die Details bis zum Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres geklärt haben werden“, sagte Xu.

In der Herstellung sieht der Huawei-Manager keine Schwierigkeiten. „Wir können in der Produktion vollständig ohne Komponenten von US-Unternehmen auskommen“, betonte Xu. „Wir sind heute schon autark genug. Wenn es anders wäre, wären wir schon bankrottgegangen.“

Der Konzern bereitet sich nach Aussage Xus jedenfalls auf einen lange anhaltenden Konflikt mit der US-Regierung vor. „Wir dürfen uns nicht an die Illusion klammern, dass der Konflikt in den nächsten Wochen oder Monaten beigelegt wird“, sagte Xu. „Wir müssen uns mit der Tatsache abfinden, dass wir noch lange mi dem US-Druck leben müssen.“

Mehr: Eric Xu fordert Europa auf, sich von US-Firmen unabhängig zu machen. Er sieht sich zu Unrecht unter Spionageverdacht – und spricht über die Chancen von 5G.

Startseite

Mehr zu: Technologiekonzern - Huawei lässt Öffentlichkeit über Auswirkungen von Boykott durch Google im Unklaren

0 Kommentare zu "Technologiekonzern: Huawei lässt Öffentlichkeit über Auswirkungen von Boykott durch Google im Unklaren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.