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Technologiekonzern US-Justizministerium reicht Kartellklage gegen Google ein

Die Behörde wirft dem weltweit größten Anbieter von Suchmaschinen Missbrauch seiner Marktmacht vor. Das würde das Kerngeschäft von Google treffen.
20.10.2020 Update: 20.10.2020 - 16:21 Uhr Kommentieren
Jeder dritte im Netz für Anzeigen ausgegebene Euro landet bei dem US-Konzern. Quelle: Reuters
Google-Büro in Zürich

Jeder dritte im Netz für Anzeigen ausgegebene Euro landet bei dem US-Konzern.

(Foto: Reuters)

Washington Mitten im Präsidentschaftswahlkampf in den USA wird Google mit einem umfassenden Kartellverfahren konfrontiert. Das Justizministerium verklagt den Suchmaschinenbetreiber unter dem Vorwurf, er missbrauche seine marktbeherrschende Stellung. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor.

Demnach werden sich elf US-Staaten der Klage anschließen, und zwar Arkansas, Florida, Georgia, Indiana, Kentucky, Louisiana, Mississippi, Missouri, Montana, South Carolina und Texas.

Der Tochter des Internetkonzerns Alphabet wird vorgeworfen, bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten benachteiligt zu haben. Von Google war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Alphabet-Aktie notierte vorbörslich 0,5 Prozent schwächer.

Während sich die Republikaner von Präsident Donald Trump und die Demokraten seines Herausforderers Joe Biden vor der Wahl am 3. November aufs Heftigste bekämpfen, demonstrierten beide Lager in ihrer Kritik an Google seltene Einigkeit. Der republikanische Senator Josh Hawley bezeichnete die Klage als „wichtigstes Kartellverfahren einer ganzen Generation“. Senatorin Elizabeth Warren von den Demokraten hatte ein „rasches, energisches Vorgehen“ gegen Google gefordert.

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    Die Klage wäre der bedeutendste Schritt der US-Regierung zum Schutz des Wettbewerbs seit ihrem Einschreiten gegen den Software-Konzern Microsoft vor mehr als 20 Jahren. Sie könnte zudem der Auftakt einer ganzen Reihe weiterer Klagen gegen Technologiefirmen wie Apple, Amazon und Facebook sein, gegen die beim Justizministerium und der US-Handelskommission ermittelt wird.

    Etwa 90 Prozent der weltweiten Suchanfragen im Internet laufen über Google. Die meisten seiner Dienste sind kostenfrei, allerdings verlangt das Unternehmen von seinen Kundinnen und Kunden persönliche Informationen, mit deren Hilfe es bei ihnen Werbung platziert. Außerdem betreibt das Unternehmen den Internetbrowser Chrome, das Handy-Betriebssystem Android, die in ihren Bereichen jeweils führend sind. Dazu kommen der Video-Dienst Youtube und sehr beliebte Online-Landkarten.

    Abgeordnete und Verbraucherschutzgruppen werfen Google seit langem vor, seine Marktstellung zu missbrauchen, um größere Profite zu erzielen. Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat dem Unternehmen jüngst eine Monopolstellung attestiert. Die EU hat zwar Milliarden-Strafen gegen das Unternehmen verhängt, doch Kritiker halten diese für unzureichend. Einige verlangen, die Unternehmensstruktur zu verändern und insbesondere Android und Youtube aus Google herauszulösen.

    Google weist solche Vorwürfe zurück und beteuert, es sei zwar ein großes Unternehmen, aber hilfreich und vorteilhaft für die Kunden. Auch zwinge es niemanden, seine Angebote zu nutzen. Wer wolle, könne auch auf andere Suchmaschinen zurückgreifen. Das Unternehmen, dessen Muttergesellschaft Alphabet an der Börse mehr als eine Billion Dollar (rund 846 Milliarden Euro) wert ist, dürfte sich energisch gegen jeden Versuch wehren, es in getrennte Firmen aufzuspalten.

    Mehr: Frankreich und Niederlande wollen Digitalkonzerne notfalls zerschlagen

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