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Technologieunternehmen Oracle verlässt das Silicon Valley – und zieht nach Texas um

Oracles Rückzug aus dem Silicon Valley ist ein Signal. Viele Konzerne flüchten aus Kalifornien – weil Mieten hoch sind, die Infrastruktur aber schlecht.
13.12.2020 - 17:11 Uhr Kommentieren
Der Softwarehersteller will mit seiner Zentrale nach Texas umziehen. Quelle: Reuters
Oracle-Bürogebäude in Kalifornien

Der Softwarehersteller will mit seiner Zentrale nach Texas umziehen.

(Foto: Reuters)

San Francisco Der Datenbank-Spezialist und Milliardenkonzern Oracle schließt sich dem Exodus aus dem kalifornischen Silicon Valley an und verlegt sein Hauptquartier in das texanische Austin. Die frühere Zentrale in Redwood City im Herzen des Silicon Valleys soll weiter ein bedeutender Unternehmensstandort bleiben, so Oracle.

Der Schritt werde es „vielen Mitarbeitern ermöglichen, ihren Arbeitsort frei zu wählen und zu entscheiden, ob sie weiter Vollzeit oder Teilzeit von zu Hause aus arbeiten wollen“, so das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht. Das Unternehmen werde bestehende Unternehmensstandorte, unter anderem in Seattle, Denver, Orlando, fortführen.

Die Verlegung ebne nach eigenen Angaben das Feld für weiteres Wachstum des zweitgrößten Softwarekonzerns der Welt und SAP-Konkurrenten. Er hatte sich lange Zeit in der neuen Welt des Cloud-Computings kaum zurechtgefunden, und Internetunternehmen wie Amazon und Google sowie auch Microsoft waren mühelos an Oracle vorbeigezogen.

Oracles Mitgründer Larry Ellison ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Silicon Valley mit privaten Düsenjets, einem privaten Dorf in Kalifornien und einer eigenen Insel im Pazifik. So wie zuletzt auch Tesla-Chef Elon Musk hat er sich zunehmend von der liberalen und demokratischen Technologieszene Kaliforniens entfremdet.

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Standort erkennen

    Musk hatte ebenfalls vergangene Woche bekanntgegeben, seinen privaten Wohnsitz nach Texas verlagern zu wollen. Hier dürften vor allem steuerliche Gründe im Vordergrund stehen. So erhebt Texas keine Einkommensteuer auf Privateinkünfte, und Kalifornien hat die höchste Steuerlast für Superreiche in der Nation. Auch bei den Unternehmensteuern bestehen gravierende Unterschiede.

    Immer wieder gerieten Ellison und Musk heftig mit der Landesregierung in politischen Fragen aneinander, zuletzt in der Corona-Bekämpfung. Tesla ist bekannt für seinen Aufstand während der ersten Coronawelle, als Musk trotz Verbots die Bänder bei Tesla weiterlaufen ließ und erst nach Androhung von Zwangsmaßnahmen klein beigab. Ellison und Oracles CEO Safra Katz gelten zudem als die stärksten Unterstützer des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in der Technologiewelt Kaliforniens.

    Hohe Steuern, exorbitante Mieten und schlechte Infrastruktur

    Immobilienexperten sehen gerade in der jüngsten Zeit die schwelende Unzufriedenheit mit hohen Steuern, exorbitanten Mieten und Immobilienpreisen sowie schlechter Infrastruktur im Speckgürtel der Internet- und IT-Industrie in offene Revolte umschlagen. Sie sind eine Folge des beispiellosen Wachstums der Region. Vor der Corona-Pandemie hatten etwa die Mieten in San Francisco bereits das notorisch als überteuert bekannte New York hinter sich gelassen. Das machte es zuletzt für Techunternehmen immer schwieriger, überhaupt Mitarbeiter anzuziehen.

    Die Pandemie änderte alles. Der Trend zur Arbeit von zu Hause aus ermöglichte es, neue Standortentscheidungen zu treffen. Zuerst waren es kleine, flexible Start-ups, die abwanderten. Jetzt folgen die Giganten. Erst Anfang des Monats hatte der IT-Konzern HPE, früher Bestandteil des aufgespaltenen HP-Konzerns, angekündigt, nach Houston in Texas ziehen zu wollen. Aktuell wird bereits an einer neuen Firmenzentrale gebaut.

    Auch die Datenanalyse-Firma Palantir hat ihre Zentrale von Palo Alto nach Denver im Bundesstaat Colorado verlegt. Daneben wirbt Las Vegas, eine Flugstunde von San Francisco entfernt, offensiv und mit niedrigen Steuern um Techunternehmen, um den Zusammenbruch der Casino-Industrie auszugleichen.

    Mehr: Elon Musk zieht nach Texas – und greift die alte Heimat Kalifornien an.

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