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Telefonnummern, Namen, Mailadressen Daten von 533 Millionen Facebook-Nutzern veröffentlicht – Hamburger Datenschützer fordert Aufklärung

Persönliche Informationen von mehr als einer halben Milliarde Facebook-Profilen sind kostenlos online abrufbar – und damit für Cyberkriminelle zugänglich.
03.04.2021 Update: 04.04.2021 - 16:42 Uhr Kommentieren
Mehr als eine halbe Milliarde Nutzer aus 106 Ländern sind von dem Leak betroffen. Quelle: Reuters
Facebook

Mehr als eine halbe Milliarde Nutzer aus 106 Ländern sind von dem Leak betroffen.

(Foto: Reuters)

New York, Berlin Die persönlichen Daten von mehr als einer halben Milliarde Facebook-Nutzer sind am Samstag veröffentlicht worden. Betroffen von der Datenpanne sind 533 Millionen Nutzer aus 106 Ländern weltweit – davon 32 Millionen aus den USA, elf Millionen aus Großbritannien und sechs Millionen aus Indien, berichtet die US-amerikanische Nachrichtenseite „Business Insider“. Zu den geleakten Informationen gehören Telefonnummern, vollständige Namen, Standorte, Geburtstage, E-Mail-Adressen und biographische Daten.

Die Daten stammten aus einer alten Sicherheitslücke, die Facebook laut eigenen Angaben bereits im August 2019 geschlossen hatte. Bislang war allerdings nicht klar, wie viele Nutzer betroffen waren. Obwohl die Daten bereits älter sind, haben sie dennoch einen Wert für Cyberkriminelle, die damit beispielsweise Identitäten stehlen können.

Entdeckt wurde das Leak laut „Business Insider“ durch Alon Gal, CTO von Hudson Rock, einer Firma, die sich auf Cybersicherheit spezialisiert hat. Erste Hinweise auf das Leak gab es bereits im Januar als ein Nutzer in einem Hackerforum anbot, gegen Geld Telefonnummern von Facebook-Nutzern zur Verfügung zu stellen. Nun ist der gesamte Datensatz kostenlos im Internet abrufbar.

Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar fordert von der irischen Datenschutzbehörde Aufklärung über das Datenleck. „Die Meldung dieses von der Quantität erschreckenden Data Breaches bei Facebook wirft ernste Fragen auf, denen aufsichtsbehördlich nachzugehen ist“, sagte Caspar dem Handelsblatt.

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    Neben der rechtzeitigen Meldung des Vorfalles gehe es dabei um die Pflicht zur Benachrichtigung der Nutzer. „Da der Vorfall bereits vor zwei Jahren bekannt geworden ist, stellt sich die Frage, was die zuständige Aufsichtsbehörde seither in dieser Sache unternommen hat und ob mögliche Verstöße gegen technisch-organisatorische Maßnahmen untersucht wurden, die diesem gigantischen Datenverlust zugrunde liegen.“

    Mögliche Schadensersatzansprüche

    Die irische Datenschutzbehörde ist europaweit für Facebook zuständig, da der Konzern dort seine EU-Niederlassung hat.

    Die „abwiegelnde Stellungnahme“ von Facebook zu dem Datenleck lasse tief blicken, sagte Caspar weiter. Dass trotz zahlreicher schwerer Datenschutzvorfälle seit Geltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Jahre 2018 Facebook „nie ernsthaft durch die zuständige Aufsichtsbehörde in Irland zur Rechenschaft gezogen“ worden sei, habe hier offenbar zu der Erkenntnis geführt, im Europa der DSGVO nichts befürchten zu müssen.

    Caspar wies indes darauf hin, dass es abseits von aufsichtsbehördlichen Vollzugsproblemen die Möglichkeit gebe, dass die Betroffenen eigene Schadensersatzansprüche gegen die verantwortlichen Stellen bei derartigen Vorfällen geltend machen.

    „Dieses bislang eher wenig genutzte Mittel der Kompensationsansprüche, das die DSGVO vorsieht, kann sich gerade in der Summierung millionenfacher Betroffenheiten zu einem wirksamen Korrektiv von Datenschutzverletzungen durch die Zivilgesellschaft entwickeln“, sagte der Datenschützer. „In einer Welt, in der Plattformen und Internetdienste mit den Daten ihrer Nutzer gigantische Umsätze erzielen, ist eine niedrigschwellige Entschädigungspraxis ein Gebot des fairen Interessenausgleichs.“

    Mehr: EU-Gericht soll über Kartellamtsvorgehen gegen Facebook entscheiden

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