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Telekom-Tochter T-Mobile glänzt in den USA mit Rekordgewinn

Details zur geplanten Übernahme von Sprint blieb die Telekom-Tochter schuldig. Eine Entscheidung des US-Justizministeriums dürfte heute veröffentlicht werden.
Update: 25.07.2019 - 23:49 Uhr Kommentieren
Vor der geplanten Fusion mit dem US-Konzern Sprint präsentiert die US-Tochter der Telekom ihre Quartalszahlen. Quelle: AFP
T-Mobile

Vor der geplanten Fusion mit dem US-Konzern Sprint präsentiert die US-Tochter der Telekom ihre Quartalszahlen.

(Foto: AFP)

New York So war das nicht geplant. Eigentlich sollte T-Mobile spätestens am Donnerstagmorgen vom US-Justizministerium grünes Licht für die geplante Übernahme von Sprint bekommen. Die Entscheidung hätte dann quasi zeitgleich mit der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse bekanntgegeben werden können. Doch der Prozess hat sich verzögert.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse wurde auf den Nachmittag verlegt. Als sich abzeichnete, dass es auch nach Börsenschluss nichts mehr werden würde, musste die Tochter der Deutschen Telekom kurzerhand die Telefonkonferenz mit Analysten absagen, die eigentlich bei Quartalsergebnissen Standard ist. T-Mobile-Chef John Legere hätte die drängendsten Fragen rund um den Zusammenschluss ja doch nicht beantworten können.

Mittlerweile hat das US-Justizministerium für diesen Freitag eine Bekanntmachung zu einem bedeutenden Fusionsvorgang angekündigt – ohne T-Mobile explizit zu erwähnen. Staatsekretär Makan Delrahim von der Abteilung für Wettbewerbsfragen werde sich um 11 Uhr (17 Uhr MESZ) an die Presse wenden, teilte das Ministerium mit.

Immerhin: Das Geschäft lief so gut wie nie. T-Mobile legte einen Rekordgewinn von 939 Millionen Dollar (842 Millionen Euro) vor, das ist 20 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Umsatz lag mit elf Milliarden Dollar auf einem neuen Höchststand.

Der drittgrößte US-Mobilfunker profitiert weiter von der aggressiven Strategie, Kunden mit guten Angeboten und niedrigen Preisen von der Konkurrenz wegzulocken. Von April bis Juni gewann der Konzern insgesamt 1,8 Millionen neue Kunden hinzu, ein Anstieg von elf Prozent und ebenfalls ein neuer Rekord.

„Wir sind weiter im Aufwind, und wir machen weiter so“, stellte Legere am Donnerstag via Pressemitteilung klar. Der für seine exzentrische Art bekannte T-Mobile-Chef ist maßgeblich für den Erfolg der Telekom-Tochter verantwortlich. Es ist das 25. Quartal in Folge, in der das Unternehmen mehr als eine Million Kunden dazugewinnt.

Es gibt noch Hürden

Weitere Details zu dem 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss mit Sprint gab T-Mobile am Donnerstag nicht bekannt. Die Aktie lag nachbörslich ein knappes Prozent im Minus.

Den Unternehmen stehen weitere Hürden bevor, selbst wenn die Einigung mit dem Justizministerium gelingt. 14 demokratisch geführte US-Bundesstaaten unter Führung der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James haben Klage gegen den Zusammenschluss eingereicht. Sie fürchten steigende Preise für Verbraucher, weniger Wettbewerb und eine zu starke Machtkonzentration bei dem vereinigten Mobilfunkunternehmen.

Wie das Handelsblatt erfuhr, wollen die Staaten ihre Klage weiter vorantreiben, auch wenn das Justizministerium den Deal erlauben sollte. Bevor hier keine Einigung erzielt wird, kann der Deal nicht final beschlossen werden. Daher habe sich sich das Justizministerium am Donnerstag noch darum bemüht, die Generalstaatsanwälte auf seine Seite zu bekommen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Die juristische Lage der Staaten ist Beobachtern zufolge nicht besonders stark. Die würden schließlich gegen eine Entscheidung klagen, die das Justizministerium auf Bundesebene bereits genehmigt hat. Auch ist nicht klar, ob die 14 Bundesstaaten zusammenbleiben. Einige könnten wieder abspringen, andere Staaten könnten sich auch der Entscheidung des Ministeriums anschließen. Das würde die Kläger zusätzlich schwächen.

Auch die Vereinbarung, die T-Mobile, Sprint und das Justizministerium vermutlich am Freitag präsentieren wollen, muss noch von einem Richter abgesegnet werden.

Als Teil des Deals müssen die Unternehmen gewisse Bereiche abspalten. Diese sollen offenbar von dem Satellitenbetreiber Dish aus Colorado übernommen werden. Vorgesehen ist, dass Dish einen neuen Mobilfunkanbieter formt, damit auf dem amerikanischen Markt neben Verizon, AT&T und dem fusionierten Unternehmen aus T-Mobile und Sprint ein weiterer Konkurrent entsteht. Dish-Verwaltungsratschef Charlie Ergen hatte in der Vergangenheit bereits auf Auktionen wertvolles Spektrum ersteigert, das dann zum Einsatz kommen könnte.

Mehr: Der Kauf des Rivalen Sprint in den USA ist der wichtigste Deal in der Geschichte der Deutschen Telekom – und eine persönliche Mission ihres Chefs.

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