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Telekomkonzern Telefónica baut 8,4 Milliarden Euro Schulden ab – weiterer Deal könnte folgen

Der spanische Telekomriese senkt seine Schulden durch zwei Deals. Der Verkauf eines Unterseekabels könnte weitere 1,8 Milliarden Euro bringen.
01.06.2021 - 16:33 Uhr Kommentieren
Anleger hatten mit der Aktie in der Vergangenheit wenig Freude, seit Jahresbeginn ging es aber wieder bergauf. Quelle: Reuters
Telefónica

Anleger hatten mit der Aktie in der Vergangenheit wenig Freude, seit Jahresbeginn ging es aber wieder bergauf.

(Foto: Reuters)

Madrid Anlegern hat der spanische Telekomkonzern Telefónica schon lange keine Freude mehr bereitet: 48 Prozent hat der Aktienkurs in den vergangenen drei Jahren verloren. Eine wichtige Erklärung dafür ist der hohe Schuldenberg, den der Konzern durch Zukäufe in Südamerika in der Wachstumsphase des Mobilfunks angehäuft hatte. Doch jetzt sind die Spanier dabei, diesen Berg erheblich abzubauen.

Am Dienstag haben sie sowohl den finalen Verkauf ihrer Funktürme an den US-Konzern American Tower als auch die offizielle Gründung ihres Joint Ventures mit dem Kabelanbieter Liberty Global in Großbritannien besiegelt. Beide Transaktionen führen dazu, dass Telefónica seine Schulden von 35,8 Milliarden Euro im ersten Quartal um 8,4 Milliarden Euro oder 24 Prozent reduziert. Bis zum Ende des zweiten Quartals sollen die Schulden auf rund 26 Milliarden Euro sinken.

Zudem steht offenbar ein weiterer Deal kurz vor dem Abschluss: Die spanische Onlinezeitung „El Confidencial“ berichtet, der schwedische Finanzinvestor EQT wolle 1,8 Milliarden Euro für ein Tiefseekabel von Telefónica zahlen, das zwischen Spanien und den USA verläuft. Der Konzern habe dazu ein vorläufiges Angebot eingereicht, und Telefónica wolle den Deal noch vor dem Sommer unter Dach und Fach bringen.

Ein Telefónica-Sprecher wollte das nicht bestätigen, EQT reagierte nicht auf eine Anfrage. An der Börse kam die Nachricht jedenfalls gut an: Die Telefónica-Aktie stieg am Dienstag leicht um 1,5 Prozent.

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    Seit Jahresbeginn hat sie aufgrund des Schuldenabbaus sogar schon 17 Prozent zugelegt. Die Spanier haben ihre Schulden seit dem Jahr 2016 bereits um rund 30 Prozent reduziert – vor den nun angekündigten Deals.

    Infrastrukturtochter Telxius bald womöglich komplett verkauft

    Das Tiefseekabel gehört zur Telefónica-Tochter Telxius, in der die Spanier ihre Infrastruktur gebündelt haben. Telefónica hält an Telxius 50,01 Prozent, der amerikanische Finanzinvestor KKR ist mit 40 Prozent beteiligt, die restlichen knapp zehn Prozent gehören dem Investmentvehikel Pontegadea des spanischen Zara-Gründers Armancio Ortega.

    Grafik

    Im Januar hatte Telefónica bereits den Verkauf der in Telxius gebündelten 31.000 Mobilfunkmasten an den US-Konzern American Tower bekanntgegeben. Nachdem die Regulierer grünes Licht gegeben haben, ist er nun besiegelt und bringt den Spaniern 6,2 Milliarden Euro ein.

    „Die Telefónica-Aktie hatte in der Vergangenheit eine sehr negative Tendenz. Diese Deals sollten den Investoren helfen, sich zu entspannen“, sagt Iván San Felix von der spanischen Investmentbank Renta 4. „Der weitere Abbau von Schulden ist damit jetzt nicht mehr so dringend wie vorher.“

    Sollte es zu einem Verkauf des Tiefseekabels kommen, bliebe von der Infrastrukturtochter Telxius kaum mehr etwas übrig. Da Masten und Kabel jedoch nur passive Infrastruktur sind, sehen Experten in den Verkäufen kein Problem – auch andere Telekomkonzerne haben ihre Funkmasten veräußert.

    Joint Venture in Großbritannien wird neuer Marktführer

    Mit der Genehmigung des Deals in Großbritannien schließen die Spanier einen jahrelangen Prozess und den größten Deal in der Unternehmensgeschichte ab. Telefónica-Chef José María Álvarez-Pallete hatte schon 2016 versucht, die britische Tochter O2 zu verkaufen. Der Wettbewerber Hutchison hatte 13 Milliarden Euro geboten, doch die EU-Kommission untersagte den Deal, weil er den Wettbewerb beeinträchtigt hätte.

    Bei der aktuellen Fusion schließen sich aber ein Kabelnetz- und ein Mobilfunkbetreiber zusammen, sodass kein Rivale vom Markt verschwindet. Durch den Zusammenschluss der Mobilfunktochter von Telefónica, O2, mit der Liberty-Tochter Virgin Media entsteht auf der Insel der größte Telekomkonzern mit einem Unternehmenswert von rund 28 Milliarden Euro. Gemessen an den reinen Anschlüssen ist das neue Unternehmen mit dem Namen VMED O2 UK der größte Anbieter des Vereinigten Königreichs vor dem bisherigen Platzhirsch BT.

    Da O2 schuldenfrei in das Joint Venture geht und Virgin Media Verbindlichkeiten in Höhe von 11,3 Milliarden Pfund hat, erhält Telefónica eine Barzahlung von 2,7 Milliarden Euro als Ausgleich. Zudem nimmt das Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Aktionäre gleiche Anteile halten, neue Schulden auf und zahlt einen Teil als Dividende aus. Telefónica kassiert auf diese Weise 6,3 Milliarden Euro.

    Mit dem Zusammenschluss folgen beide Unternehmen dem Trend zur Bündelung von Diensten wie Internet, TV und Mobilfunk. Das Kalkül dahinter sind höhere Umsätze pro Kunde sowie weniger Kündigungen: Je mehr Services ein Kunde nutzt, desto komplizierter wird ein Wechsel zur Konkurrenz.

    Mehr: Neuer Telekomriese: Telefónica und Liberty Global formen Milliardenallianz

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