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Telekommunikation 5G-Labor in der Fußgängerzone: Telefónica arbeitet mit Start-ups an Highspeed-Apps

Der Konzern hinter O2 muss beim Mobilfunkstandard gegenüber Telekom und Vodafone aufholen. Konkrete Anwendungen sollen neue Kundengruppen erschließen.
05.04.2021 - 10:16 Uhr Kommentieren
Die 5G-Technologie kann durch die höhere Geschwindigkeit auch Virtual- und Augmented-Reality mobil erfahrbar machen. Quelle: Wayra Tech Lab
Virtual-Reality-Anwendungen

Die 5G-Technologie kann durch die höhere Geschwindigkeit auch Virtual- und Augmented-Reality mobil erfahrbar machen.

(Foto: Wayra Tech Lab)

München Der Ausbau der neuen 5G-Mobilfunknetze kommt bei den großen Anbietern voran. „Das ist eine Technologie mit einem Riesenpotenzial, doch jetzt brauchen wir noch weitere Anwendungen“, sagte Telefónica-Deutschland-Finanzvorstand Markus Rolle dem Handelsblatt.

Der neuen Mobilfunkstandard eröffnet mit schnellen Datenraten und den kurzen Latenzzeiten viele Möglichkeiten, von Virtual-Reality-Brillen über die Fernsteuerung von Drohnen bis hin zur Vernetzung von Maschinen in Fabriken.

Setzen sich diese Anwendungen am Markt durch, können die Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica mit seiner Marke O2 einerseits größere Datenpakete verkaufen. Andererseits könnten sie neue Kunden etwa in der Industrie gewinnen und verstärkt eigene Dienste, zum Beispiel rund um die Themen Gaming und Entertainment, anbieten.

Doch nicht alle Anwendungen können die Netzwerkspezialisten selbst entwickeln. Und so setzt Telefónica auf die Kooperation mit Start-ups. In der Münchener Fußgängerzone hat das Unternehmen ein „5G Tech Lab“ eröffnet, in dem junge Firmen 5G-basierte Anwendungen entwickeln können.

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    Den Betreibern zufolge hat man hier das „erste 5G-Standalone-Netz in München“ aufgebaut, also nicht auf der bestehenden 4G-Infrastruktur aufgesetzt. Für das Experimentierfeld nutzt Telefónica Frequenzen, die der Konzern für den Betrieb eines lokalen Campusnetzes erworben hatte.

    Der CEO von Wayra, dem Start-up-Inkubator Telefónicas, bezeichnet das 5G-Labor als europaweit einzigartig. Quelle: Wayra Tech Lab
    Florian Bogenschütz

    Der CEO von Wayra, dem Start-up-Inkubator Telefónicas, bezeichnet das 5G-Labor als europaweit einzigartig.

    (Foto: Wayra Tech Lab)

    Telefónica ist beim 5G-Netz ein wenig Nachzügler. Die Telekom zum Beispiel versorgt bereits deutlich mehr Haushalte mit der neuen Technologie. Doch will der Anbieter aufholen und mit neuen Anwendungen punkten.

    Betrieben wird das Zukunftslabor von Wayra, dem Start-up-Accelerator des Telekommunikationsunternehmens. „Das Labor ist europaweit einmalig“, ist Wayra-Deutschland-Chef Florian Bogenschütz überzeugt, der die Einrichtung leitet. Telefónica hilft den Start-ups bei der Vernetzung und stellt ihnen Netz und Technologien zur Verfügung.

    Die Entwickler können zum Beispiel kostenlose Slots im Labor buchen, bekommen Hardware- und Software-Support, 5G-Geräte und Sim-Cards. Ihre Investoren können sich gute Start-ups heute aussuchen, es ist viel Geld am Markt. Für die jungen Firmen ist Telefónica vor allem aus einem anderen Grund attraktiv: „Unser großes Asset ist der potenzielle Zugang zu mehr als 40 Millionen Kunden“, sagt Finanzvorstand Rolle.

    „Für uns ist es reizvoll, die Kunden von Telefónica erreichen zu können“, sagt auch Robin Moser. Mit seiner Gründung Eyecandylab hat er eine Technologie entwickelt, mit der dank 5G zusätzliche animierte Augmented-Reality-Elemente in Videos und TV-Sendungen integriert werden können. Wer sich ein Fußballspiel ansieht, kann die Perspektive wechseln, sich taktische Aufstellungen aufs Spielfeld blenden oder eine Szene wiederholen. Derlei Platzierungen sind auch für Werbetreibende interessant.

    Die Start-ups hoffen nicht nur auf Kunden von Telefónica – sie hoffen auch auf Telefónica als Kunde. So hat die Firma Haltian eine Plattform entwickelt, mit der zum Beispiel die Belegung von Büros organisiert werden kann: Sensoren erfassen, welche Schreibtische besetzt sind, oder überwachen die Luftqualität. Wer einen Arbeitsplatz braucht, bucht über das Programm. Im 5G-Labor wird die Technologie bereits eingesetzt, Telefónica prüft dies auch für seine Deutschland-Zentrale in München.

    „In der Corona-Pandemie ist das Interesse auch bei anderen Unternehmen groß“, berichtet Haltian-Manager Peyman Blumenstängel. Doch auch danach werde das Arbeitsplatzmanagement ein großes Thema bleiben. Schließlich würden viele Mitarbeiter auch in Zukunft öfter mal im Homeoffice sein, im Büro wird es dann weniger Schreibtische und Begegnungsräume geben, die flexibel gebucht werden können.

    Telefónicas CFO forciert konkrete Anwendungen für die neue Technologie. Quelle: dpa
    Markus Rolle

    Telefónicas CFO forciert konkrete Anwendungen für die neue Technologie.

    (Foto: dpa)

    Früher haben große Konzerne Zukunftstechnologien oft selbst entwickelt oder zugekauft. Heute ist die Kooperation mit Start-ups wichtiges Element der Innovationskultur. So hat auch die Telekom mit „Hubraum“ erfolgreich einen Tech-Incubator installiert. Im Portfolio sind beispielsweise Firmen, die sich mit Drohnen oder Künstlicher Intelligenz beschäftigen.

    „Man kann nicht alles selbst machen“, sagt Telefónica-Finanzvorstand Rolle. Im Start-up-Umfeld könnten neue Ideen kreativ entwickelt werden. Ein Unternehmen wie Telefónica müsse zudem abwarten, welche Neuentwicklungen wirklich skalierbar seien. Zeichnet sich das ab, vertieft der Konzern die Kooperation oder steigt bei den Start-ups als Minderheitsinvestor ein.

    Die 5G-Technologie ist für Gründungsunternehmen ein interessantes Spielfeld. Denn der Ausbau der Netze kommt nach Startverzögerungen rascher voran. Die Telekom verkündete kürzlich, dass sie mit ihrem 5G-Netz bereits die Wohnungen von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung erreiche und damit schon jetzt das Ziel für Ende 2021. Bei Vodafone funken derzeit nach eigenen Angaben knapp 8500 Antennen mit 5G und erreichen damit die Wohnungen von mehr als 20 Millionen Menschen.

    Telefónica will bis Jahresende eine 5G-Abdeckung von mehr als 30 Prozent in Deutschland erreichen. Bis 2025 soll das bundesweite Netz stehen. Bei 5G starte man erstmals bei einer neuen Technologie auf Augenhöhe mit den großen Wettbewerbern Telekom und Vodafone, sagte Rolle.

    Und während in der Fußgängerzone noch die 5G-Anwendungen entwickelt werden, ist man anderswo in München einen Schritt weiter. An der Technischen Universität startet ein Großprojekt, mit dem die Grundlagen für 6G gelegt werden sollen.

    Die fünfte Generation sei vor allem für Anwendungen in der Industrie 4.0 wichtig, also bei der Vernetzung der Maschinen, sagte Projektleiter Wolfgang Kellerer. Mit 6G sei der Anwendungsbereich dann noch näher bei den Menschen. „Das können Assistenzroboter im Haushalt sein, hochaufgelöste 3D-Karten für autonome Fahrzeuge oder Hologramme, mit denen wir beispielsweise Gesprächspartner visualisieren können.“

    Mehr: „Die neue Technik 6G wird vieles lösen, was 5G nicht kann.“

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