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Telekommunikation Brüssel erlaubt Unitymedia-Übernahme durch Vodafone

Der britische Konzern darf den Kölner Kabelnetzbetreiber übernehmen – aber nur unter Auflagen. Eine Bedingung ist, dass Fernsehgebühren nicht steigen.
Update: 18.07.2019 - 12:26 Uhr Kommentieren
Brüssel erlaubt Unitymedia-Übernahme durch Vodafone mit Auflagen Quelle: dpa
Vodafone und Unitymedia

Mit dem Zukauf stärkt Vodafone seine Position am deutschen Telekommunikationsmarkt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die jahrelangen Verhandlungen mit der Unitymedia-Mutter Liberty Global haben sich für Vodafone sehr ausgezahlt. Für 18,4 Milliarden Euro dürfen die Briten die deutsche Kabeltochter sowie weitere Landesgesellschaften übernehmen. Die EU-Wettbewerbshüter stimmten der Fusion am Donnerstag unter Auflagen zu, wie die Behörde mitteilte.

Brüssel forderte unter anderem, dass Telefónica Zugang zum Kabelnetz des vereinigten Unternehmens bekommt, um weiterhin den Wettbewerb zu garantieren. Zudem verlangte die Behörde, dass die Gebühren für frei empfangbares Fernsehen im Kabelnetz nicht erhöht werden.

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter begrüßte die Entscheidung. „Es ist geschafft: Wir haben grünes Licht aus Brüssel“, sagte er. Durch den Zusammenschluss steigt die Zahl der TV-Kunden von 7,7 auf 14 Millionen, die Zahl der Internetkunden von 6,5 auf 10 Millionen.

Für Vodafone bietet die Fusion eine einmalige Chance. Das Mobilfunknetz der Firma erstreckt sich zwar über ganz Deutschland. Doch im Festnetz ist die Infrastruktur des Unternehmens noch begrenzt. Das wird sich nun ändern. Mehrere Wettbewerber hatten die Fusion kritisiert – darunter vor allem die Deutsche Telekom. Der Dax-Konzern teilte in Reaktion auf die Entscheidung aus Brüssel mit: „Durch diese Fusion wird kein einziger zusätzlicher Breitbandanschluss geschaffen, schon gar nicht im ländlichen Raum.“ Zudem werde der Glasfaserausbau in Deutschland gehemmt.

Vodafone ist seit dem Kauf von Mannesmann (D2) im Jahr 2000 in Deutschland aktiv. 13 Jahre später kaufte das Unternehmen Kabel Deutschland und verfügt seitdem über ein weitreichendes Kabelnetz – außer in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Eben jene Bundesländer, in denen Unitymedia aktiv ist.

Diese Trennung ist historisch bedingt: Die Telekom musste nach der Privatisierung 1998 eines ihrer beiden Netze verkaufen: das Telefon- oder das TV-Kabelnetz. Sie entschied sich für letzteres, spaltete es auf und veräußerte es an unterschiedliche Anbieter. Doch die konsolidierten sich, und übrig blieben im Wesentlichen drei: die Firma Kabel Deutschland, die dann von Vodafone gekauft wurde, Unitymedia und Tele Columbus.

Vodafone hatte sich bereits genau auf diesen Schritt vorbereitet. Schon zum Anfang der Woche hatte Unitymedia seine Kunden in Deutschland in einer Nachricht darüber informiert, dass ihre Daten unmittelbar nach der Genehmigung durch Brüssel an Vodafone weitergegeben werden. Es dürfte also nicht lange dauern, bis Vodafone sich direkt an seine neuen Kunden wendet.

Vodafone wird dann deutschlandweit sogenannte Bündelprodukte anbieten wollen – seinen Kunden also nicht nur Mobilfunk, sondern auch Festnetz und Fernsehangebote machen. Genau diese Kombinationsprodukte gelten in der Telekommunikationsbranche als besonders lukrativ.

Mehr: Vodafone liefert in einem wichtigen Test weniger Leistung, als er verspricht. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Netzbetreiber mau abschneidet.

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