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Telekommunikation Comeback des Kabel-Cowboys: Liberty Global greift nach Schweizer Sunrise

John Malone plant in der Schweiz einen überraschenden Deal: Der Milliardär will den Mobilfunkanbieter Sunrise kaufen. Eine deutsche Firma profitiert davon.
12.08.2020 Update: 12.08.2020 - 16:55 Uhr Kommentieren
ie Schweizer Telekombranche steht vor einer Umwälzung. Quelle: Reuters
Techniker auf Mobilfunkmast

ie Schweizer Telekombranche steht vor einer Umwälzung.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Wie schnell sich eine Strategie doch ändern kann. Noch im vergangenen Jahr plante Liberty Global den Rückzug aus der Schweiz: Die Firmengruppe des 79-jährigen US-Milliardärs John Malone, die für spektakuläre Deals im Kabel- und Telekommunikationsgeschäft bekannt ist, wollte ihre Kabelnetzgesellschaft UPC an den Konkurrenten Sunrise Communications verkaufen – doch der Deal platzte.

Nun könnte es doch zu einem Zusammenschluss kommen, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: Liberty Global will Sunrise kaufen. Der Konzern bietet 6,8 Milliarden Franken in bar, umgerechnet 6,3 Milliarden Euro, wie am Mittwoch bekannt wurde. Der Verwaltungsrat von Sunrise hat den Aktionären die Annahme des Angebots empfohlen.

Es biete sich die Möglichkeit, Teil eines „nationalen Champions zu sein“, der über die Größe und Infrastruktur verfüge, um mit Marktführer Swisscom mithalten zu können, erklärte Präsident Thomas Meyer.

Die Aktionäre müssen noch zustimmen, ebenso die Kartellbehörde. Analysten halten es jedoch für wahrscheinlich, dass der Deal zustande kommt. Damit könnte es Malone – Spitzname „Kabel-Cowboy“ – einmal mehr gelingen, die Telekommunikationsbranche eines Landes in Aufruhr zu versetzen. Erst im Mai war Liberty Global in Großbritannien ein ähnlicher Deal geglückt: Dort schließt sich die Tochterfirma Virgin Media mit der Landesgesellschaft von Telefónica zusammen. Und auch dort geht es darum, Telekommunikationsdienste aus einer Hand zu bieten.

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    Eine „Win-win-win“-Situation

    „Die industrielle Logik dieses Abkommens ist unbestreitbar“, warb Liberty-Chef Mike Fries bei den Aktionären und Kartellbehörden. Es gehe darum, „einen stärkeren, agileren und innovativeren Konkurrenten für den Schweizer Markt“ zu schaffen. Er spielte damit auf die dominierende Rolle von Swisscom an: Der einstige Monopolist hält im Mobilfunk einen Marktanteil von 59 Prozent, beim Breitbandinternet 53 Prozent, und beim Fernsehen sind es immerhin 36 Prozent.

    Ein Zusammenschluss von UPC und Sunrise könne die Dynamik verändern, sagte Analyst Kester Mann von CCS Insight: Endlich entstehe ein „glaubwürdiger, konvergenter Konkurrent“ – also ein Anbieter, der Produkte aus einer Hand anbieten kann.

    Auch die Finanzszene hält den Deal für sinnvoll: Die geplanten Synergieeffekte für UPC und Sunrise seien realistisch, zudem bekommt Freenet als Anteilseigner eine schöne Rendite für seine Investition, erklärte die Investmentbank Jefferies. Es handle sich daher um eine „Win-win-win“-Situation.

    Großer Profiteur des Zusammenschlusses ist der deutsche Mobilfunk‧anbieter Freenet, der mit 24 Prozent an Sunrise beteiligt ist und die Anteile im Wert von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro vollständig verkaufen will. „Ein guter Deal“ sei das, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek – das Unternehmen streicht einen Aufschlag von 57 Prozent ein. Als Sunrise im vergangenen Jahr UPC kaufen wollte, hatte der Manager noch dagegengestimmt.

    Von dem Erlös will das MDax-Unternehmen rund 800 Millionen Euro für die Schuldentilgung nutzen. Die Aktionäre hoffen aber offenbar, dass anschließend noch Geld für Ausschüttungen übrig bleibt: Die Aktie war nach der Ankündigung des Deals sehr gefragt, der Kurs lag am Nachmittag um rund 16 Prozent im Plus.

    Für Liberty Global war die Gelegenheit günstig. „Wir sitzen im Moment auf zehn Milliarden Dollar Liquidität“, sagte der Malone-Vertraute Fries. Die Übernahme von Sunrise sei „eine großartige Gelegenheit, das Kapital einzusetzen“ – auch wenn der Preis mit einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs von Dienstag ambitioniert ist.

    Da der Konzern den Deal teils mit Schulden finanziert, hat er weiter sieben Milliarden Dollar zur Verfügung. Weitere Deals von John Malone scheinen nicht ausgeschlossen.

    Mehr: Liberty-Chef John Malone: Der rastlose Dealmaker

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