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Telekommunikation Deutsche Telekom knackt erstmals 100-Milliarden-Marke beim Umsatz – Dividende bleibt stabil

Der Dax-Konzern meldet für das Jahr 2020 einen Rekordumsatz von 101 Milliarden Euro. Die Dividende wird jedoch nicht erhöht – und die Schulden sind stark gestiegen.
26.02.2021 Update: 26.02.2021 - 09:31 Uhr Kommentieren
Unter dem Telekom-CEO ist die US-Tochter T-Mobile zum Wachstumstreiber geworden. Quelle: dpa
Timotheus Höttges

Unter dem Telekom-CEO ist die US-Tochter T-Mobile zum Wachstumstreiber geworden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Deutsche Telekom hat am Freitag ihre Zahlen für das Jahr 2020 vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz steigt um 25,4 Prozent auf 101 Milliarden Euro.
  • Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) nach Leasingkosten steigt um 41,6 Prozent auf 35 Milliarden Euro.
  • Der Konzernüberschuss steigt um 15,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro.
  • Die Netto-Finanzverbindlichkeiten steigen um 58,1 Prozent auf 120 Milliarden Euro.
  • Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 1. April vorschlagen, die Dividende bei 60 Cent wie im Vorjahr zu belassen.
  • Die Telekom-Aktie legt zum Handelsstart am Freitag gegen den Markttrend leicht zu.

Das fällt positiv auf

Die USA treiben das Wachstum. Die US-Tochter T-Mobile US übertraf die Markterwartung bei Gewinn, Erlösen und Kundenwachstum. Im April hatte der Mobilfunker den kleineren Rivalen Sprint übernommen. Das trug zum starken Umsatzwachstum bei. Die Erlöse kletterten im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 68,4 Milliarden Dollar.

In den drei Monaten bis Ende Dezember kamen unterm Strich 824.000 neue Telefonverträge unter eigener Marke hinzu. Das waren mehr als bei den Rivalen Verizon und AT&T. Für das laufende Jahr setzte sich der Mobilfunker ein Ziel von 4,0 Millionen bis 4,7 Millionen neuen Kunden.

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    Schon jetzt ist das 5G-Mobilfunknetz von T-Mobile deutlich größer als das der Konkurrenten. Für den Netzausbau und die Integration von Sprint musste die Firma jedoch auch viel Geld ausgeben. Das drückte auf die Marge. Im Jahr 2020 ging der Nettogewinn um knapp zwölf Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zurück. Die Aktie verlor vorbörslich leicht.

    Im wichtigen Markt in Deutschland stagnierte der Umsatz bei rund 24 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis (Ebitda) nach Leasingkosten stieg um 1,6 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Die im Mobilfunk besonders wichtigen Serviceumsätze gingen um 1,7 Prozent zurück. Die Telekom führte das auf die Corona-Pandemie zurück und die dadurch wegfallenden Roaming-Einnahmen.

    Ohne Pandemie hätten die Serviceumsätze 1,1 Prozent im Plus gelegen, teilte der Konzern mit. Konzernchef Timotheus Höttges zeigte sich sehr zufrieden: „Im Jahr 2020 haben wir Historisches erreicht.“ Dabei verwies er insbesondere auf die Entwicklung in den Vereinigten Staaten. „Wir haben einen wegweisenden Deal in den USA abgeschlossen, unsere Marktposition in Europa verbessert und gleichzeitig mit unseren stabilen Netzen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Folgen geleistet“, sagte der Telekom-Chef

    Das fällt negativ auf

    Die Schulden werden zunehmend zum Problem für die Telekom. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen im Jahresvergleich um 58,1 Prozent auf 120 Milliarden Euro. Insbesondere die Fusion in den USA trieb den Schuldenstand der Telekom in die Höhe.

    Zudem leidet die Großkundentochter T-Systems: Seit Jahren schreibt die Sparte Verluste. Die Coronakrise traf die Firma besonders. Gegen Jahresende konnten Großaufträge von Kunden wie Shell, Deutscher Post DHL und Heineken zwar die Auswirkungen etwas abfangen. Am Ende stand jedoch trotzdem ein Minus bei allen wichtigen Kennzahlen.

    Der Umsatz sank um 5,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Beim bereinigten Ergebnis (Ebitda) nach Leasingkosten entstand ein Minus von 6,0 Prozent auf 235 Millionen Euro. Und auch der Auftragseingang ging um 3,2 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurück.

    Was jetzt passiert

    Die USA sind der wichtigste Wachstumstreiber für die Telekom. Doch seit der Fusion mit dem Rivalen Sprint im April hält der Dax-Konzern nicht mehr die Aktienmehrheit an seiner US-Tochter. Noch garantiert ein Abkommen mit dem ehemaligen Sprint-Eigner Softbank der Telekom die Stimmenmehrheit. Doch dieser Deal läuft aus. Dieses Problem muss Konzernchef Höttges lösen.

    Schon heute würde es das Dax-Unternehmen rund elf Milliarden Euro kosten, sich die Mehrheit an der US-Tochter zu sichern. Steigt die Bewertung von T-Mobile, steigen auch die Kosten. Schon jetzt ist T-Mobile an der Börse rund 150 Milliarden Dollar wert.

    In Deutschland steht die Telekom zudem vor massiven Investitionen. Der Konzern hatte über Jahre im Breitband-Geschäft die hohen Ausgaben für ein Glasfasernetz gescheut. Stattdessen hatte sich der Konzern auf Verbesserungen des DSL-Netzes konzentriert.

    Mittlerweile kann Rivale Vodafone seinen Kunden über sein Kabelnetz deutlich höhere Bandbreiten als die Telekom anbieten. Der neue Telekom-Deutschlandchef Srini Gopalan will jedes Jahr rund zwei Millionen Haushalte mit Glasfaser anschließen. Bis zum Jahr 2030 soll jeder Haushalt in Deutschland einen Glasfaseranschluss erhalten und die Telekom einen Großteil der Aufgabe stemmen.

    Mehr: Nach langer und schwieriger Anlaufphase ist T-Mobile US heute Gewinntreiber für die Deutsche Telekom. Das Problem: Die Telekom hat keine Aktienmehrheit.

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