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Telekommunikation Die Huawei-Connection: Wie die Telekom immer abhängiger von China wurde

Sicherheitsbehörden warnten früh vor der Abhängigkeit von Huawei. Telekom-CEO Timotheus Höttges forcierte die Partnerschaft mit den Chinesen trotzdem.
07.07.2020 - 04:00 Uhr 5 Kommentare
Ein Firmensprecher bestätigte, dass es viele Kooperationen mit Huawei gebe. Eine große Abhängigkeit bestehe jedoch nicht.
Telekom

Ein Firmensprecher bestätigte, dass es viele Kooperationen mit Huawei gebe. Eine große Abhängigkeit bestehe jedoch nicht.

Berlin, Bonn Es war ein Treffen auf höchster Ebene. „CEO Meeting“ stand über dem Dokument, mit dem die Deutsche Telekom im Februar ein besonderes Spitzengespräch vorbereitete. Adel Al-Saleh, Vorstand der Großkundentochter T-Systems, erwartete Eric Xu, den Chairman des chinesischen Technologiekonzerns Huawei. Die Umstände waren heikel. Chinesisches Militär und Polizei hatten die Stadt Wuhan wegen Covid-19 abgeriegelt, die Lufthansa nahm Flüge von und nach China aus dem Programm. In Europa wurde das erste Todesopfer des Virus gemeldet.

Der Telekom-Termin mit Huawei wurde deshalb als Videoschalte aufgesetzt. Al-Saleh wollte über ein Schlüsselprojekt sprechen: die Open Telekom Cloud, kurz OTC. Das Angebot vermarktet die Telekom mit dem Versprechen des höchsten Datenschutzes vor allem an deutsche Mittelständler. Das technologische Gerüst dafür liefert Huawei – ein Unternehmen, vor dem deutsche und amerikanische Nachrichtendienste warnen. Die Agenda der Telekom für das Meeting lautete trotzdem: Zusammenarbeit vertiefen, Wachstum sichern.

Es gab viele solcher Treffen, darüber liegen dem Handelsblatt vertrauliche Dokumente vor. Briefings, Protokolle und Präsentationen aus den vergangenen vier Jahren belegen, dass sich der Bonner Konzern viel enger mit Huawei verbunden hat, als den deutschen Sicherheitsbehörden lieb sein konnte. 

Huawei steht im Zentrum einer geopolitischen Auseinandersetzung um die wachsende Macht der Volksrepublik China - und auf der Sanktionsliste der Vereinigten Staaten. Der Bundesnachrichtendienst weist seit längerem auf Risiken bei der Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen bei Hochtechnologie-Vorhaben hin. Doch die Bundesregierung ist in der Frage, ob Huawei die Digitalisierung in Deutschland mit vorantreiben darf, gespalten. Diese Uneinigkeit erlaubte es der Telekom, ihre Zusammenarbeit mit Huawei immer weiter zu forcieren.

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    Beim Cloud-Dienst, beim Echtzeitmobilfunk 5G, beim Breitbandausbau und Fernsehangeboten – überall setzt das Team um Konzernchef Timotheus Höttges auf Huawei. In den regelmäßigen Meetings umriss die Telekom zwar Probleme und besprach Risiken. Doch nie stellte sie ihre Technologiepartnerschaft mit Huawei grundsätzlich infrage.

    Die Deutsche Telekom nahm zu den Informationen Stellung. Ein Firmensprecher bestätigte, dass es viele Kooperationen mit Huawei gebe. Eine große Abhängigkeit bestehe jedoch nicht. „Fakt ist, dass unsere Umsätze mit Huawei in den vergangenen drei Jahren rückläufig sind“, sagte der Sprecher. Zudem belaufe sich der Anteil chinesischer Hersteller bei der Deutschen Telekom in Europa auf gerade einmal 25 Prozent. Dabei rechnet die Telekom jedoch ihr gesamtes Tech-Geschäft ein.

    Grafik

    Die dem Handelsblatt vorliegenden Dokumente zeichnen ein anderes Bild. Huawei ist als Ausrüster auf Telekommunikationsanwendungen spezialisiert und genau dort auch stark bei der Telekom vertreten. Beispiel Funknetz (RAN): 2020 kommen 65 Prozent aller von der Telekom in Deutschland verbauten Komponenten von Huawei.

    Huawei wollte zu den Details in zahlreichen internen Dokumenten nicht Stellung nehmen. Ein Huawei-Sprecher sagte, das chinesische Unternehmen habe seine enge Partnerschaft mit der Deutschen Telekom nie verheimlicht.

    Deutscher Datenschutz, made in China

    März 2016, die Cebit in Hannover: Bei der damals noch größten Computermesse der Welt stand Telekom-CEO Höttges neben Huawei-Chairman Xu auf der Bühne. Zwischen den beiden Männern war ein Gong mit einer runden Metallscheibe aufgebaut, hinter ihnen kündigte ein Logo mit einer Wolke in der Telekom-Firmenfarbe Magenta eine Partnerschaft in Sachen Cloud-Computing an. Gemeinsam schlugen Höttges und Xu, jeder mit eigenem Schlegel, auf die bronzene Scheibe. Im Klang des Gongs beglückwünschten sie sich gegenseitig zum Beginn des neuen Prestigeprojekts.

    In der Ansprache, die Höttges gerade gehalten hatte, trug der Telekom-Chef dick auf. „Wir reden nicht nur, wir handeln“, sagte Höttges und verwies auf die Tochterfirma Open Telekom Cloud (OTC) mit ihrem Rechenzentrum in Sachsen-Anhalt. Mit dem Cloud-Angebot biete die Telekom Firmen in der Bundesrepublik eine Alternative zu US-Konzernen wie Amazon oder Microsoft. Das zentrale Verkaufsargument: deutscher Datenschutz. Die OTC, sagte Höttges, sei ein „Fort Knox für Daten“.

    Wie mehrere Telekom-Mitarbeiter dem Handelsblatt bestätigten, baute die Telekom ihre OTC-Partnerschaft bei den regelmäßigen Vorstandstreffen mit Huawei aus. Im Juli 2018 begrüßte Höttges persönlich eine Delegation um Chairman Xu in der Telekom-Zentrale in Bonn. Neben einer Vertiefung der Cloud-Kooperation besprachen die Chefs ein neues Pilotprojekt: In Fuldabrück sollte Huawei als Generalunternehmen ein Telekom-Glasfasernetz ausbauen.

    Die Deutschen vertrauten den Chinesen den Anschluss von 3000 hessischen Haushalten an. Die Dokumente zeigen einen optimistischen Höttges. Der Schachzug, die Infrastruktur „schlüsselfertig“ von Huawei zu übernehmen, werde Kosten sparen.

    Es kam anders. „Glasfaser“ wurde in der Gemeinde Fuldabrück zum Reizwort, zum Auftakt von Schimpfkanonaden. „Kein Arbeiter spricht Deutsch“, beschwerte sich damals ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Huaweis Subunternehmer bauten nach Darstellung der Gemeinde mehrfach ohne Genehmigungen, verletzten Auflagen und beschädigten Gasleitungen. Etliche Häuser mussten gar evakuiert werden.

    Das Projekt starb, das Vertrauen nicht. Im August 2019 empfing Telekom-Chef Höttges erneut Eric Xu von Huawei. Die begleitenden Unterlagen dokumentieren einerseits das Ende der Glasfaser-Partnerschaft, andererseits den Ausbau der Zusammenarbeit bei einem noch viel größeren Vorhaben: 5G.

    Warnung der US-Geheimdienste

    Der Mobilfunk der fünften Generation soll den Alltag revolutionieren, Zukunftsvisionen wie dem autonomen Fahren und der Telemedizin zum Durchbruch verhelfen. 5G verspricht ein völlig neues Internet: blitzschnell, stabil und überall verfügbar. Huawei ist der führende Anbieter von 5G-Komponenten. Das technologische Vermögen des Konzerns steht außer Frage, strittig ist, ob er vertrauenswürdig ist.

    Das Unternehmen müsse sich den Anweisungen der Kommunistischen Partei Chinas beugen, argumentieren westliche Geheimdienste. Wer der KP nicht vertraue, könne auch Huawei nicht vertrauen. Huawei weist die Anschuldigungen als „substanzlos“ zurück und stellt sich bis heute als Opfer einer geoökonomischen Aggression der US-Regierung dar.

    Der Einsatz der Komponenten des chinesischen Herstellers in Europa ist umstritten. Quelle: AFP
    Huawei

    Der Einsatz der Komponenten des chinesischen Herstellers in Europa ist umstritten.

    (Foto: AFP)

    In der Telekom-Chefetage beschäftigte man sich in den vergangenen Monaten mit anderen Fragen: „Wie stellt Huawei sicher, dass die Deutsche Telekom bei 5G führend ist?“, wollten die deutschen Manager den Unterlagen zufolge von ihren Gästen aus China wissen, als die Spitzen beider Unternehmen angeführt von Höttges und Xu im August vergangenen Jahres zusammenkamen. Die Antwort gefiel der Telekom offenbar: Huawei werde einen Plan erstellen, um die „klare 5G-Führerschaft mit spürbarem Vorsprung auf Vodafone zu sichern“.

    Höttges musste bewusst sein, in welche Lage er seinen chinesischen Partner brachte. Huawei belieferte bereits die Telekom-Konkurrenten mit Mobilfunktechnik, neben Vodafone auch Telefónica. Der Telekom-Sprecher sagte: „Grundsätzlich ist es immer unser Anspruch, Technologieführer zu sein. Diesen Anspruch teilen wir allen Herstellern immer wieder mit.“ Alle Vereinbarungen seien wettbewerbsrechtlich geprüft.

    Höttges‘ Treueschwur für Huawei

    Huawei wollte offenbar der Telekom helfen. Was boten dafür die Deutschen? Vertrauen. „Wir werden weiter zusammenarbeiten, und Huawei ist ein Schlüssel für unsere 5G-Pläne“, wird Höttges in den Unterlagen zitiert. Er kündigte an, den „5G-Masterplan für die nächsten 12 bis 24 Monate inklusive der Zahl der Standorte, Städte, Meilensteine, Zeitpläne usw.“ mit dem chinesischen Unternehmen zu teilen.

    Solche Langfristziele hüten Netzbetreiber wie einen heiligen Gral. Details werden selbst intern erst dann einem größeren Personenkreis eröffnet, wenn die Umsetzung ansteht. Und die Telekom wollte ihren Zweijahresplan für die Schlüsseltechnologie 5G mit einem chinesischen Dienstleister teilen, der auch die internationale Konkurrenz bediente?

    Die Telekom sah darin kein Problem. „Unsere 5G-Ausbauplanungen teilen wir selbstverständlich mit unseren Zulieferern“, sagte der Konzernsprecher. Das sei nötig, damit die Unternehmen den Ausbau planen und ihre Ressourcen einteilen könnten.

    Interne Protokolle zeigen: Die Deutsche Telekom begriff nicht Huawei als Problem, sondern den internationalen Druck auf Huawei. „Business Continuity Management“ hieß der Tagesordnungspunkt, an dem die Deutschen immer wieder die Frage aufwarfen, was denn passieren würde, wenn US-Sanktionen ihren Wunschpartner voll träfen.

    Im August 2019 vermerkte die Telekom, sie sehe sich zwar insgesamt „gut gerüstet“, sei von den US-Sanktionen aber „negativ betroffen“ gewesen und habe daher „weitere Erwartungen an Huawei“. Die Chinesen hätten „große Schwierigkeiten“ bei „small cells“, kleineren Basisstationen, die eine wichtige Rolle dabei spielen, auch in den Außenbereichen von Mobilfunknetzen schnelle und stabile Datenverbindungen zu ermöglichen. Auch bei anderen Komponenten gebe es Probleme.

    Deutsche Telekom will mit Huawei durch dick und dünn

    Während des Treffens mit Huawei-Chairman Xu betonte Höttges dennoch, dass Huawei „unser strategischer Partner“ sei. Gemeinsam beriet man eine Lösung des Sanktionsproblems. Huawei habe sich „sehr unterstützend“ dabei gezeigt, „während der Unterbrechung von Lieferketten die maximale Belieferung der Deutschen Telekom sicherzustellen“, hielt die Telekom fest und skizzierte einen Ausweg aus der Misere: „Wir müssen jetzt die Einführung von kritischen ,US-freien' Huawei-Produkten beschleunigen.“ Der Onlinedienst Politico Pro berichtete am Montag, dass Huawei sogar die Kosten für sanktionsbedingte Verzögerungen beim Netzausbau tragen wollte.

    Der Telekom-Sprecher erläuterte, der Konzern frage aufgrund der geopolitischen Situation und der Corona-Pandemie alle Hersteller regelmäßig nach ihren Lieferfähigkeiten: „Das gehört zu unserer Sorgfaltspflicht, um den sicheren und reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.“ 

    Lieferschwierigkeiten von Huawei könnten auch das Wachstum der Open Telekom Cloud behindern. Und es gab noch weitere Sorgen: Beim CEO-Meeting im Februar wollte die Telekom auf „Qualitätsprobleme“ hinweisen, „verursacht durch Huawei-Hardware und -Software“. Auch mögliche „Kundenbedenken“ infolge von US-Sanktionen beschäftigten die Deutschen. Von ihrer Huawei-Strategie aber rückten sie auch hier nicht ab.

    Im Gegenteil: Im November 2019 habe man „wichtige Initiativen/Aktionen verabredet“, vermerkte die Telekom. Auch über Geld wurde geredet. War ursprünglich im Cloud-Geschäft vereinbart worden, die Einnahmen fifty-fifty zu teilen, wollte die Telekom später bei einigen Projekten nachverhandeln: Huawei sollte sich mit 30 Prozent begnügen. Das Teilen von Umsätzen sei üblich im Cloudgeschäft, sagte der Telekom-Sprecher. Zum Abkommen mit Huawei wollte er sich nicht konkret äußern.

    5G-Netz von Huawei

    Wie immer sich die Deutsche Telekom mit Huawei geeinigt haben mag, an ihrer Treue zu dem chinesischen Kooperationspartner hat sich noch nicht viel geändert. Zwar kündigte der Dax-Konzern im vergangenen Dezember an, keine Neuverträge mit Ausrüstern für den Ausbau des 5G-Netzes abschließen zu wollen; erst einmal wolle man die politische Debatte abwarten. Doch das war womöglich auch ein taktisches Manöver. Aus Telekom-Kreisen erfuhr das Handelsblatt, bei der Ankündigung habe unter anderem die Sorge um das US-Geschäft eine Rolle gespielt.

    Die Telekom steckte zu jener Zeit in den USA mitten in der Fusion ihrer US-Tochter T-Mobile USA mit dem Rivalen Sprint – und die US-Behörden ließen keinen Zweifel an ihrem Argwohn gegenüber Huawei. Es konnte also den Deutschen nicht schaden, eine Weile lang nicht an Verhandlungstischen mit den Chinesen gesehen zu werden.

    Die Weile war kurz. Am 1. April wurde der Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint vollzogen. Wenige Wochen später kündigte die Telekom einen massiven 5G-Ausbau in Deutschland an. 40 Millionen Deutsche sollen bis zum Jahresende Zugang zum Echtzeitmobilfunk erhalten. Bei der Hauptversammlung der Deutschen Telekom im Juni verriet Konzernchef Höttges, auf welche beiden Ausrüster er dabei setzt: Ericsson und Huawei.

    Das Aktionärstreffen zeigte die innere Zerrissenheit des Telekom-Chefs. Einerseits zementierte Höttges bei dem Megaprojekt 5G die überragende Bedeutung des umstrittenen chinesischen Partners für sein Unternehmen. Andererseits gab er bekannt, Huawei aus dem sensibelsten Bereich der Telekom-Infrastruktur, dem sogenannten Kernnetz, heraushalten zu wollen.

    Souveränität Europas steht auf dem Spiel

    Niemand weiß, in welche Schwierigkeiten der chinesische Partner die Deutsche Telekom noch bringen wird. Die lauteste Kritik an Huawei kommt aus den USA. Dort wurde der chinesische Konzern auf eine schwarze Liste gesetzt, seine Versorgungswege wurden mit einem Chip-Embargo gekappt. Es ist unklar, ob Huawei seine Lieferversprechen einhalten kann. Genau darauf verwies zuletzt die britische Regierung, die entgegen ihren ursprünglichen Plänen nun offenbar doch ein Verbot von Huawei-Technologie vorbereitet.

    „Das Blatt wendet sich gegen Huawei, überall auf der ganzen Welt werden Bürger auf die Gefahr des Überwachungsstaates der Kommunistischen Partei Chinas aufmerksam“, triumphiert US-Außenminister Mike Pompeo. Tatsächlich scheint die Stimmung zu kippen. Auch Indien und Kanada erwägen strenge Restriktionen. Am Ende könnte die Telekom mit ihrer Huawei-Strategie auf der falschen Seite der Geschichte stehen – zum Schaden ihrer Aktionäre. Huawei-Technologie zu ersetzen könnte die Telekom dann mehrere Milliarden Euro kosten.

    Die deutsche Politik diskutiert seit bald zwei Jahren, ob sie dem dringenden Rat der Nachrichtendienste folgen und Huawei vom neuen Mobilfunkstandard ausschließen sollte. Zum Glück für die Telekom sträuben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier, sie wollen Streit mit China vermeiden und verhindern, dass sich der Netzausbau verzögert.

    Doch im Parlament zeichnet sich eine Mehrheit gegen Huawei ab. SPD, Grüne und FDP haben sich gegen Huawei positioniert, Teile der Union auch. Unterstützung erhalten die Huawei-Gegner aus dem Auswärtigen Amt: „Wir dürfen uns gerade bei den Themen kritische Infrastruktur und Zukunftstechnologien nicht in Abhängigkeiten von anderen begeben“, sagt Außenminister Heiko Maas. „Die Souveränität Europas“ stehe auf dem Spiel.

    Zweifel an der Höttges-Strategie

    Es ist unklar, ob die deutsche Politik verstanden hat, wie sehr die Deutsche Telekom auf Huawei setzt. Die Vorbehalte gegen das chinesische Unternehmen in Washington, London und Berlin jedenfalls können die Bonner hart treffen – und damit auch ihre Kunden und Aktionäre.

    Martin Schallbruch, Forscher an der Hochschule ESMT und früherer Abteilungsleiter für Cybersicherheit im Bundesinnenministerium, hält die Huawei-Abhängigkeit der Telekom aus zwei Gründen für „problematisch“. Erstens würden Hersteller Sicherheitslücken kennen, „von denen niemand sonst weiß“. Da sich nicht ausschließen lasse, dass diese Sicherheitslücken für Spionageangriffe oder Sabotageaktionen genutzt werden könnten, müssten Technologielieferanten vertrauenswürdig sein. Huawei sei dies nicht.

    Darüber hinaus bestehe ein politisches Risiko. Für kritische Infrastrukturen wie die Cloud gelten künftig erhöhte Sicherheitsvorgaben. Die Bundesregierung stimmt gerade das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 ab. Darin ist vorgesehen, dass die Vertrauenswürdigkeit von Herstellern politisch geprüft wird.

    Am Ende könnte die Entscheidung stehen, dass Huawei nicht mehr oder nur noch mit starken Einschränkungen in kritischen Infrastrukturen wie der Cloud und dem 5G-Netz verwendet werden darf. „Das wäre ein großes Problem für die Telekom“, sagt Schallbruch. „Man muss sich daher fragen“, meint er nüchtern, „ob sie die richtige Strategie verfolgt.“

    Mehr: „Armageddon“-Szenario: Telekom spielt Huawei-Bann durch.

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    5 Kommentare zu "Telekommunikation: Die Huawei-Connection: Wie die Telekom immer abhängiger von China wurde"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Telekom verkauft auch Telefone aus Asien von V-Tech etc..
      Dabei haben gibt es einen deutschen Hersteller "Gigaset" mit echten MADE in GERMANY Produkten für alle Bereiche.
      Ich verstehe nicht, warum man sich hier nicht gegenseitig unterstützt. Die Produktion der Telefone in Deutschland habe ich selber gesehen. Dort wird die nackte Leiterplatte bestückt und nach und nach das Telefon aufgebaut inkl. Spritzguss in der Produktionshalle. Da steht nicht nur Made in Germany drauf, es ist auch Made in Germany drin.
      Da bin ich als Endkunde auch gerne bereit 5 Euro mehr auszugeben, wenn ich Arbeitsplätze sichern kann.
      Trotz Milliionenengewinne geht es der Telekom aber wieder mal nur darum, noch mehr zu sparen !!! So ist es auch bei den Anlagen von Huawai. Technologieführer zu sein ist das eine, aber die deutschen Firmen so unterstützen (wie der Ausbau von Glasfaser durch Subunternehmen) etc. das andere.

      Schade Telekom.

      Made in Germany ist soo viel wert. Aber unterstützt wird es nicht.
      Und wenn dann Firmen, die es drauf schreiben, aber nicht leben (wie die FritzFon Geräte).

    • Ich empfehle für Höttges und Co., den Deutschen Parlamentariern und den Bossen der noch Deutschen Autoindustrie das Buch "Die lautlose Eroberung " von Clive Hamilton und Mareike Ohlberg. Ach übrigens auch Herrn Putin sollte man ein Exemplar zukommen lassen. Und danach sollten alle einmal in sich gehen und die Frage beantworten ob sich Europa kolonisieren lassen will. Die Serben und einige Experten in Griechenland, Italien und Ungarn haben die Frage schon teilweise beantwortet.

    • ... Mitleid kann ich mit Telekom nicht haben - sie haben sich die Suppe wahrlich selber eingebrockt - trotz massiver Warnungen, die jeher ausgesprochen wurden gegen das totalitäre Regime in China und den vom Regime natürlich abhängigen großen Firmen, allen voran denen im kommunikationsbereich.

      Ein Blinder konnte die Gefahren sehen...

    • Es macht keinen Sinn von freiem Welthandel zu reden, wenn man China als Handelspartner ausschließt. Zumal aufgrund von Hinweisen der US-Geheimdienste, die sich bereits in der Vergangenheit als maximal unzuverlässig erwiesen haben und selber die deutsche Wirtschaft und die Bürger bis hin zur Kanzlerin ausspionieren.

    • Es macht keinen Sinn von freiem Welthandel zu reden, wenn man China als Handelspartner ausschließt. Zumal aufgrund von Hinweisen der US-Geheimdienste, die sich bereits in der Vergangenheit als maximal unzuverlässig erwiesen haben und selber die deutsche Wirtschaft und die Bürger bis hin zur Kanzlerin ausspionieren.

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