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Telekommunikation Huawei kommt aus Servicevertrag mit Vodafone nicht raus

Vodafone hat die Wartung und Steuerung der Mobilfunknetze an Huawei ausgelagert. Eine Tochter der Deutschen Bahn sollte den Vertrag übernehmen. Das scheiterte.
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Für den chinesischen Konzern ist der Vertrag mit Vodafone laut eines Mitarbeiters ein Minusgeschäft. Quelle: Reuters
Huawei

Für den chinesischen Konzern ist der Vertrag mit Vodafone laut eines Mitarbeiters ein Minusgeschäft.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Wartung und die Steuerung der Mobilfunknetze sind ein aufwendiges Geschäft. Viele Mobilfunkunternehmen haben diese Aufgabe, Field Service genannt, an Dienstleister ausgelagert. Für Vodafone in Deutschland hat der chinesische Netzausrüster Huawei diese Aufgabe übernommen. Doch jetzt wollte Huawei aus dem Geschäft aussteigen. Und ist mit dem Versuch gescheitert.

Zum 1. Juli sollte eigentlich die Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, DB Kommunikationstechnik (DBKT), die Serviceaufgaben übernehmen. Auch waren bereits einige der Mitarbeiter über den Wechsel informiert worden. Der Deal ist nach Handelsblatt-Informationen nicht zustande gekommen. Huawei wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern.

Ein Vodafone-Sprecher bestätigte, dass es Verhandlungen gegeben hatte. „Zwischenzeitlich befanden wir uns in Gesprächen mit der DBKT über eine Anschlusslösung für den Field-Service-Vertrag.“ Es sei jedoch nicht zu einem Abschluss gekommen. „Die Gespräche scheiterten – obwohl lange auf gutem Weg – kurz vor Finalisierung an unterschiedlichen Vorstellungen“, sagte der Sprecher. Ein Bahn-Sprecher bestätigte diese Aussage.

Für Vodafone ändert sich dadurch vorläufig nichts. „Der Field-Service-Vertrag mit Huawei ist langfristig ausgelegt. Er läuft bis April 2021 mit der Option für uns, ihn um weitere zwei Jahre zu verlängern“, sagte der Firmensprecher.

Huawei versucht bereits seit einiger Zeit, aus dem Vertrag herauszukommen. „Für uns ist das Geschäft ein Verlustbringer“, begründete das ein Huawei-Mitarbeiter, der nicht genannt werden will. Gewinne würden vor allem über den Verkauf von Netztechnik erzielt.

Ausrüstung von Huawei steckt in allen drei deutschen Netzen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica haben Geräte von Huawei in ihren Mobilfunksystemen verbaut. Vodafone hat sich als bisher einziger Netzbetreiber in Deutschland dazu‧ entschlossen, keine Technik von Huawei mehr im sensibelsten Bereich seines Netzwerks, dem sogenannten Kernnetz, einzusetzen.

Die USA hatten Spionagevorwürfe gegen Huawei erhoben und Geschäfte mit dem chinesischen Ausrüster weitgehend untersagt. Am Wochenende hob Präsident Donald Trump diesen Bann jedoch auf dem G20-Gipfel teilweise wieder auf. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich immer gegen ein pauschales Verbot von Huawei-Netztechnik in Deutschland ausgesprochen. Diskutiert wurde das Thema gleichwohl nach der US-Reaktion.

Die Bundesnetzagentur und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickeln nun einen Sicherheitskatalog, in dem Regeln definiert werden sollen, welche Ausrüstung unter welchen Bedingungen in deutschen Telekommunikationsnetzen eingesetzt werden darf.

Mehr: Bilaterale Vereinbarungen lassen den G20-Gipfel in Osaka zur Nebensache werden. Ein Highlight ist der Waffenstillstand im Handelskonflikt.

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