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Telekommunikation Telekom will Dividende auf 60 Cent pro Aktie kürzen

Der Dax-Konzern will deutlich weniger Geld an seine Aktionäre ausschütten. Grund dafür sei unter anderem der hohe Schuldenstand. Der Kurs gab daraufhin stark nach.
Update: 07.11.2019 - 10:19 Uhr Kommentieren
„Unsere Gewinne stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres in allen Bereichen des Konzerns – zum Teil mit zweistelligen Wachstumszahlen. Gleichzeitig investieren wir Rekordsummen.“ Quelle: Reuters
Timotheus Höttges vor einer 5G-Antenne

„Unsere Gewinne stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres in allen Bereichen des Konzerns – zum Teil mit zweistelligen Wachstumszahlen. Gleichzeitig investieren wir Rekordsummen.“

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Während der vergangenen fünf Jahre kannte die Höhe der Ausschüttungen der Deutschen Telekom nur eine Richtung, und zwar nach oben. In diesem Jahr stoppt Konzernchef Timotheus Höttges das schrittweise Anheben der Dividende.

Nach 70 Cent je Aktie im Vorjahr hat Höttges am Donnerstag angekündigt, das Unternehmen werde für das Geschäftsjahr 2019 nur noch 60 Cent je Aktie ausschütten. Die Gewinnbeteiligung soll unabhängig davon gezahlt werden, ob der geplante Milliarden-Zusammenschluss der US-Mobilfunktochter T-Mobile mit dem Rivalen Sprint genehmigt wird oder nicht. Der Kurs der Telekom-Aktie sank am Donnerstag zwischenzeitig um fast drei Prozent.

Höttges hatte für das Jahr 2019 Rekordinvestitionen in Höhe von 12,7 Milliarden Euro angekündigt. Viel Geld soll in moderne Netze fließen, um das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Besonders wichtig ist der Ausbau des nächsten Mobilfunkstandards 5G.

Der Betriebsrat begrüßte die Dividendenkürzung. „Das ist für uns ein wichtiger Beitrag, um auch im nächsten Jahr Investitionen voranzutreiben – gerade auch in den Breitbandausbau in Deutschland“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Josef Bednarski dem Handelsblatt.

Allein in Deutschland erwarb die Telekom in diesem Jahr bei der 5G-Auktion Frequenzen im Wert von 2,2 Milliarden Euro, die Summe darf der Konzern in Raten von 100 Millionen Euro pro Jahr bis 2030 abzahlen.

Höttges sagte: „Der neue Dividendenausblick reflektiert die hohen Kosten für Mobilfunklizenzen in Deutschland sowie die mit den umfangreichen Ausbauauflagen verbundenen hohen Netzinvestitionen.“ Die Bundesnetzagentur verpflichtet die Telekom und andere Netzbetreiber, etwa alle Autobahnen und Bundesstraßen mit schnellem Mobilfunk abzudecken.

Deshalb schlug der Vorstand vor, 60 Cent auch als künftige Mindestdividende festzulegen. „Mit dieser Dividendenplanung geben wir unseren Investoren Sicherheit“, sagte Höttges.

Dividenden seit Längerem Streitthema

Die Höhe der Dividenden sorgt seit Jahren für Streit. Bei der vergangenen Hauptversammlung hatte Frederik Beckendorff von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die damals auf 70 Cent je Aktie festgelegte Dividende als zu hoch kritisiert, da sie das unbereinigte Ergebnis je Aktie deutlich übersteige. „Die Dividende ist also grundsätzlich nicht durch den Gewinn gedeckt“, kritisierte Beckendorff damals.

Für das Geschäftsjahr 2018 schüttete die Telekom insgesamt 3,3 Milliarden Euro an Dividende aus. Diese Zahlungen sind ein Grund, warum der Schuldenstand der Telekom weiter gestiegen ist. In den ersten neun Monaten dieses Jahres beliefen sich die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns auf rund 79 Milliarden Euro.

Schlimmer noch: Die Schuldenquote liegt zu hoch. Finanzvorstand Christian Illek räumte ein, dass die Telekom ihr selbst gestecktes Verschuldungsziel verfehlt hat. „Die Relation der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum bereinigten Ebitda lag dadurch zum Ende des dritten Quartals mit 2,8 leicht oberhalb unseres Prognosekorridors von 2,25 bis 2,75“, sagte Illek. Eine geringere Dividende soll helfen, damit das Ziel wieder erfüllt werden kann.

Vor allem durch die Umstellung auf die neue Rechnungslegung IFRS16 stiegen die Schulden im Jahresvergleich um rund 42 Prozent. Gleichzeitig vergrößerte sich auch die Bilanzsumme um 22,5 Prozent auf 174 Milliarden Euro.

Die Telekom hob an diesem Donnerstag ihre Prognose an. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda ohne Leasingkosten) soll nun 2019 bei 24,1 Milliarden Euro liegen nach bislang angepeilten 23,9 Milliarden Euro. Im dritten Quartal verbesserte die Telekom unter anderem wegen des starken US-Geschäfts diesen Wert um 5,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

Mehr: Telekom-Finanzvorstand Christian Illek muss die Investoren vom größten Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte überzeugen – dabei ist das Geschäftsmodell noch unklar.

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