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Tesla-Chef Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon

Der Tesla-Chef kritisiert Jeff Bezos, weil Amazon das Buch eines umstrittenen Autors nicht veröffentlicht – und verlangt, dass der Onlinehändler zerschlagen wird.
04.06.2020 - 22:41 Uhr 2 Kommentare
Der Start-up Gründer teilt auf Twitter gegen den Unternehmern Jeff Bezos aus. Quelle: AFP
Elon Musk

Der Start-up Gründer teilt auf Twitter gegen den Unternehmern Jeff Bezos aus.

(Foto: AFP)

San Francisco Keine drei Tage hatte Elon Musk es ohne Twitter ausgehalten. Am Montag hatte der Chef des Elektroautobauers Tesla noch angekündigt, die Kurznachrichten-Plattform „für eine Weile“ zu verlassen. Am Donnerstag meldete sich Musk dann mit einem seiner berüchtigten kontroversen Tweets zurück.

„Es ist Zeit, Amazon zu zerschlagen. Monopole sind falsch“, schrieb Musk unter den Tweet des Autors Alex Berenson. Berenson ist ein ehemaliger Reporter der „New York Times“, der in den vergangenen Monaten vor allem als Kritiker der weltweiten Maßnahmen gegen Covid-19 aufgefallen ist. 2019 hatte er auch schon ein Buch über die negativen Folgen von Marihuana veröffentlicht, das in der Fachwelt zerrissen wurde.

Entgegen aller medizinischen Erkenntnisse über das Coronavirus hält Berenson die Gefahr durch das Virus für völlig überschätzt und vermutet sinistre politische Motive hinter den Ausgangssperren – für rechte Kreise in den USA ist er damit zum Liebling geworden.

Auch Musk behauptet seit Monaten, das Coronavirus sei viel ungefährlicher als Experten glauben. Im März prophezeite er, Ende April werde es in den USA keine Neuansteckungen mehr geben – seitdem ist die Zahl der Todesfälle in dem Land auf mehr als 100.000 gestiegen. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus nannte Musk „faschistisch“.

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    „Das ist verrückt, Jeff Bezos“

    Der Verschwörungs-Autor Berenson wollte nun ein Buch auf Amazons „Kindle Direct Publishing“-Plattform veröffentlichen, quasi im Selbstverlag. Der Titel: „Verheimlichte Wahrheiten über Covid-19 und Ausgangssperren“ Weil der Inhalt jedoch gegen die Nutzungsbedingungen verstieß, erhielt Berenson eine Ablehnung, die er sogleich auf Twitter teilte. „Sie haben es zensiert“, schrieb er.

    Ein paar Stunden später trat Musk dazu: „Das ist verrückt, Jeff Bezos“, schrieb der rauflustige Tesla-Chef und nochmal eine Stunde später forderte er, das „Monopol“ Amazon aufzubrechen.

    Es gibt verschiedene Interpretationen, warum Musk den Streit mit Bezos sucht – über seine Haltung zu Covid-19 und das nicht veröffentlichte Buch hinaus. Zum einen sind Bezos und Musk beide im Nebenberuf Weltraumunternehmer, Bezos mit Blue Origin, Musk mit SpaceX, das gerade am Wochenende im Auftrag der Nasa zum ersten Mal Astronauten auf die internationale Raumstation ISS gebracht hat. Die größere Ambition beider ist aber, die ersten Kolonien im Weltraum zu bauen.

    Auf der anderen Seite hat der gebürtige Südafrikaner Musk mit seiner Corona-Kritik und dem geglückten Raketenstart die Gunst von US-Präsident Donald Trump erworben. Trump wiederum verabscheut Bezos, weil er die regierungskritische „Washington Post“ besitzt, und hat seinerseits Amazon häufiger mit Kartellmaßnahmen gedroht.

    Mit Tesla, SpaceX und auch seinem Tunnelbau-Start-up Boring Company ist Musk stark auf staatliche Subventionen und Aufträge angewiesen. Wie wichtig es dabei sein kann, in Trumps Gunst zu stehen, hat Bezos bereits erfahren: Die Amazon-Tochter AWS klagt derzeit gegen die US-Regierung, weil sie nach Trumps Intervention einen großen Milliardenauftrag für Cloud-Dienste für das US-Militär an Microsoft verloren haben soll.

    Mit dem Digitalselbstverlag von Amazons E-Reader Kindle hat all das aber nichts zu tun, das Geschäft ist für Amazons Bilanz irrelevant. Zudem gibt es jede Menge andere Möglichkeiten, ein Buch zu veröffentlichen – in einem etwaigen Kartellverfahren gegen Amazon werden Berensons Klagen sicher keine Rolle spielen.

    So ist die dritte Interpretation für Musks Tweets wohl die wahrscheinlichste: Der Tesla-Chef provoziert gerne – und nimmt es dabei mit den Fakten im Zweifel nicht so genau.

    Mehr: Riesiges Aktienpaket beschert Tesla-Chef Musk einen Gewinn von 775 Millionen Dollar.

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    2 Kommentare zu "Tesla-Chef: Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn Herr Musk wüsste, welche heiklen Bücher bei amazon veröffentlicht werden, würde er noch lauter für die Zerschlagung twittern.

    • Typisch Musk! Wenn er schon mal was richtiges fordert, dann aus dem falschen Grund!
      Wichtiger als Amazon wäre es jedoch Facebook, Twitter und das Murdock Imperium zu zerschlagen. Wird auch icht passieren, ich weiss...

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