Tesla-Chef: Elon Musk hat sich 46,5-Milliarden-Dollar-Finanzierung für Twitter-Kauf gesichert
Der Tesla-Chef will Twitter übernehmen.
Foto: APSan Francisco. Im Übernahmekampf um den Kurznachrichtendienst Twitter rückt ein formelles Angebot von Tesla-Chef Elon Musk an alle Aktionäre näher. Das geht aus einer Mitteilung Musks an die Börsenaufsicht SEC vom Donnerstag hervor. Der Milliardär begründet das mit dem Ausbleiben einer Antwort der Konzernführung auf sein Übernahmeangebot. Noch habe er aber keine Entscheidung getroffen.
In derselben Mitteilung schreibt Musk auch, er habe sich für die Übernahme eine Finanzierung in Höhe von insgesamt 46,5 Milliarden Dollar gesichert. 25,5 Milliarden davon seien Kreditzusagen eines Bankenkonsortiums um Morgan Stanley. Die restlichen 21 Milliarden Dollar will der Tesla-Chef über eigene Aktien einbringen.
Elon Musk ist der reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen wird derzeit auf rund 282 Milliarden Dollar geschätzt. Ein Großteil der Werte resultiert aus seinen Unternehmensbeteiligungen. Nach Berechnungen von Bloomberg verfügt Musk derzeit über etwa drei Milliarden Dollar in bar oder anderen liquiden Mitteln, nachdem er in den letzten Monaten 2,6 Milliarden Dollar für rund 9,2 Prozent der Anteile an Twitter ausgegeben hatte.
Die Anleger zweifeln auch nach Bekanntgabe der Finanzierungszusagen daran, dass Musk ans Ziel kommen wird: Die Twitter-Aktie lag im frühen US-Handel mit einem Plus von 0,7 Prozent bei gerade einmal rund 47 Dollar. Musk hatte in seiner nicht bindenden Offerte 54,20 Dollar pro Aktie geboten.
Auch Konkurrenz für Twitter wäre möglich
Twitter teilte in einer Stellungnahme mit: „Der Verwaltungsrat verpflichtet sich, eine sorgfältige, umfassende und überlegte Prüfung durchzuführen, um die Vorgehensweise zu bestimmen, die seiner Meinung nach im besten Interesse des Unternehmens und aller Twitter-Aktionäre ist.“
Der Milliardär, dem bereits rund neun Prozent der Anteile an dem Sozialen Netzwerk gehören, hatte kürzlich angekündigt, das gesamte Unternehmen für rund 43 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Twitter möchte er danach von der Börse nehmen. Analyst Ali Mogharabi von Morningstar meinte: „Wenn Musks Angebot abgelehnt wird, könnte er immer noch versuchen, das Kapital zur Schaffung einer ähnlichen Social-Media-Plattform aufzubringen, um mit Twitter zu konkurrieren.“
Der Aufsichtsrat des US-Konzerns hat eine sogenannte „Giftpille“ aufgelegt, um sich gegen die feindliche Übernahme zu wehren. Die Giftpille greift, wenn eine Person oder Gruppe ohne Zustimmung des Vorstands mindestens 15 Prozent der ausstehenden Twitter-Stammaktien erwirbt.
Dann haben die anderen Aktionäre die Möglichkeit, zusätzliche Aktien mit einem Abschlag erwerben. Das würde eine Übernahme erschweren. Die Regel soll für ein Jahr gelten.