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Thomas Saueressig Der Mann, der das wichtigste Versprechen von SAP einlösen muss

Der Vorstand für Produktentwicklung steht für ein großes Ziel: SAP will Kunden ein einheitliches Programmpaket bieten – daran hapert es noch.
13.10.2020 - 17:33 Uhr Kommentieren
Der Manager ist seit einem Jahr Vorstand für Produktentwicklung. Quelle: SAP
Thomas Saueressig

Der Manager ist seit einem Jahr Vorstand für Produktentwicklung.

(Foto: SAP)

Düsseldorf Seit Thomas Saueressig seinen neuen Job übernommen hat, lautet eine seiner wichtigsten Aufgaben: zuhören. Vor knapp einem Jahr, im November 2019, hat er im Vorstand von SAP die Produktentwicklung übernommen. Unter seiner Verantwortung arbeiteten mehrere tausend Programmierer in aller Welt an Software wie S/4 Hana oder Business By Design, die in der SAP-Szene jeder kennt.

Doch die Pläne für die neuen Produkte sollen nicht allein in Walldorf, Bangalore und Palo Alto entstehen. Das Feedback der Kunden sei „sehr, sehr wichtig“ und biete eine „Riesenchance“, sagte Saueressig diese Woche auf einer Konferenz der Organisation DSAG, in der sich SAP-Nutzer aus mehr als 3700 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen haben. Wie bei der Gründung des Softwareherstellers vor fast 50 Jahren sollen ihre Bedürfnisse direkt in den Programmcode einfließen.

Die Botschaft, die Saueressig an die Stammkundschaft sendet, ist wohlüberlegt. In vielen Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren einiger Ärger über SAP angestaut. Der Dax-Konzern hat zwar regelmäßig gute Quartalszahlen vorgelegt, aber wichtige Anliegen der Kundschaft vernachlässigt. Die Produktplanung zu unkonkret, die Einführung neuer Systeme zu kompliziert, das Zusammenspiel der vielen Produkte zu holprig: So lässt sich die Kritik zusammenfassen.

Der Vorstand unter Konzernchef Christian Klein verspricht, das zu beheben. „Seien Sie versichert: Wir haben Sie gehört“, rief er der einflussreichen Kundenlobby zu. Thomas Saueressig, mit dem er seit Jahren eng zusammenarbeitet, ist dafür verantwortlich, diese Erkenntnisse in eine Strategie zu übersetzen. Die wohl wichtigste Aufgabe ist dabei die Integration der SAP-Produkte zu einem einheitlichen Programmpaket – was heute als Manko gilt, soll künftig wieder ein zentrales Verkaufsargument werden.

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    Mit gerade mal 35 Jahren ist Saueressig einer der jüngsten Vorstände in der Deutschland AG. Trotzdem kennt er SAP genau: Im Rahmen eines dualen Studiums begann er schon nach dem Abitur in Walldorf, genauso wie Kollege Klein, und machte schnell im Konzern Karriere, in der Entwicklung im Silicon Valley wie auch als Vorstandsassistent in Walldorf.

    Die Schwierigkeiten der Kunden

    Er „verfügt über die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen, um sowohl SAP als auch unsere Kunden zum Erfolg zu führen”, betonte Aufsichtsratschef Hasso Plattner bei der Berufung.

    Die Probleme der Kunden hat der Manager in seiner Karriere selbst zu spüren bekommen. Schon im ersten Job bei SAP, als er Unternehmen bei der Einführung von CRM-Systemen beriet, bemerkte er immer wieder, „welche Schwierigkeiten die Kunden hatten, unsere Software einzuführen“. Und als Chief Information Officer (CIO) plagte er sich damit, die verschiedenen SAP-Produkte in der eigenen Organisation einzuführen.

    Da SAP den unter Bill McDermott übernommenen Cloud-Spezialisten wie Ariba und Concur große Autonomie gewährte, war etwa der Datenaustausch schwierig. „Dass Christian Klein und ich die Integration forcieren, kommt nicht von ungefähr“, sagt Thomas Saueressig. „Wir waren damals die ersten internen Referenzkunden.“ Der Wirtschaftsinformatiker, der mit sechs Jahren mit dem Programmieren anfing, gab seinen Kollegen „sehr klar Feedback“ darüber, was nötig war.

    Als Vorstand kann Saueressig die nötigen Änderungen nun selbst durchsetzen, zumal er seit einer Umstrukturierung die Verantwortung praktisch für die gesamte Produktentwicklung trägt, auch in den Tochterfirmen. Inzwischen gibt es einen Zeitplan für die Integration der Geschäftsprozesse – 57 Prozent der Arbeit sei erledigt, bis Jahresende seien es 90 Prozent, sagt Saueressig. Nun gilt es, das an die Kunden zu bringen.

    Für SAP geht es um ein wichtiges Argument gegenüber Konkurrenten wie Oracle und Workday. Mit der Software des deutschen IT-Konzerns steuern Unternehmen betriebswirtschaftliche Abläufe, von der Warenwirtschaft über die Buchhaltung bis zum Controlling. Das reibungslose Zusammenspiel, sowohl bei der Einführung als auch im Betrieb, senkt Kosten und verhindert Ärger.

    Der Stil einer anderen Generation

    Zudem sieht das SAP-Management darin eine Grundlage für neue Produkte. So hat Saueressig im Mai das Programm Climate 21 vorgestellt, mit der Kunden ihre CO2-Emissionen über die gesamte Lieferkette messen können. Es gehe nicht nur darum, Umsatz und Gewinn zu optimieren, sondern auch den Ressourceneinsatz – „das kann keiner so gut wie SAP“.

    Bei der DSAG-Tagung tritt Saueressig in Anzug, aber ohne Krawatte auf. Er gehört zu einer Generation von Führungskräften zwischen Mitte 30 und Anfang 40, die wichtige Positionen übernommen haben. Sie prägen einen anderen Stil, nicht nur optisch. Eine Kleiderordnung habe es in Walldorf noch nie gegeben, sagt Saueressig Und: „Wir wollen signalisieren, dass wir locker und zugänglich sind. Hierarchien sind für uns nicht das Wichtigste.“

    Mehr: Ein Jahr SAP-Chef: Wie Christian Klein den Druck erhöht hat

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