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Ticketing-Service Anschub von den 49ers: Mini-Start-up Vivenu erhält Millionenfinanzierung

Trotz des Lockdowns bekommen die jungen Gründer des Düsseldorfer Ticket-Start-ups viel Geld – auch von den Eignern des NFL-Teams aus San Francisco.
01.12.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Erfahrungen des Investors aus den USA nutzen. Quelle: USA TODAY Sports
Spielszene der San Francisco 49ers

Erfahrungen des Investors aus den USA nutzen.

(Foto: USA TODAY Sports)

Hamburg Die Veranstaltungswirtschaft leidet mit am stärksten unter den Corona-Einschränkungen. Doch während des zweiten Lockdowns in Deutschland vermelden drei Gründer aus Düsseldorf eine große Finanzierungsrunde für Ticketing-Software: 12,67 Millionen Euro sammelt das Start-up Vivenu ein. Geldgeber sind unter anderem der britische Risikokapitalgeber Balderton. Zudem steigt ein Fonds der US-Familie York ein, der das Football-Team San Francisco 49ers gehört. Das Know-how des Fonds soll die Expansion nach Amerika stützen.

Der Deal ist bemerkenswert, auch weil Vivenu noch ziemlich klein ist. Neben den drei Gründern gibt es nur zwei weitere Vollzeitmitarbeiter. Die Gründer sind die Mittzwanziger Simon Hennes, Simon Weber und Jens Teichert. Sie haben das Projekt 2018 ins Leben gerufen. Ziel ist, eine Alternative zu Ticketing-Anbietern wie Eventim, Ticketmaster und Eventbrite zu schaffen. Über die Software können Veranstalter eigene Webshops aufbauen.

Mitgründer Hennes setzt darauf, dass seine Kunden die Shops selbst einrichten wollen – von Sitzplänen über Dauerkartenverwaltung bis zu Corona-Abständen. „Anders als bei den großen Systemanbietern können die Nutzer bei uns Konfigurationen selbst vornehmen“, sagt der 24-jährige studierte Wirtschaftswissenschaftler. Das Geschäftsmodell ähnelt dem der Konkurrenz, Vivenu erhält Geld je verkaufter Eintrittskarte. Die Kehrseite: Über Vivenu sind die Veranstalter nicht an Vorverkaufsstellen angeschlossen.

Dennoch hat das junge Unternehmen einige Kunden vorzuweisen, die Basketball-Teams aus Ulm und Trier etwa oder die Messe Magdeburg. Wegen der Corona-Einschränkungen hat Vivenu zudem Kunden gewonnen, die zuvor keinen Onlineshop brauchten, wie die Schwimmbäder in Bonn und die Berliner Eishallen. Die Pandemie habe zwar negative Auswirkungen auf die Umsätze, bringe die Veranstalter aber dazu, flexiblere Lösungen zu suchen, meint Hennes. „Covid-19 hemmt daher nicht die Bereitschaft von Veranstaltern, neue Verträge einzugehen – ganz im Gegenteil“, sagt er. Jetzt hätten viele potenzielle Kunden Luft, sich mit dem Thema Ticketing zu befassen und womöglich den Anbieter zu wechseln. Zugleich sind Wettbewerber geschwächt: Der börsennotierte Ticketing-Anbieter Eventbrite aus den USA etwa hat gut 1000 Stellen abgebaut.

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    Hennes will durchstarten. Erst seit einer ersten Seed-Runde im März über 1,4 Millionen Euro sei Vivenu stark in den Vertrieb gegangen, sagt er. Bislang habe das Start-up das Investorengeld noch nicht anrühren müssen. Doch nun soll Geld in die weitere Produktentwicklung fließen, um in einem Jahr auch in den USA und Großbritannien starten zu können. Hennes hofft dabei auf Unterstützung durch die erfahrenen Veranstalter beim NFL-Team der 49ers. „Sie sind als Angel-Investoren stark engagiert und geben uns wertvolle Rückmeldungen zum Produkt“, sagt er. Für den Sport-Investor ist es das erste Engagement in Deutschland.

    Serie-A-Finanzierungen werden immer größer

    Zum Thema Ticketing sei er auf einer Malaysia-Reise als Student durch einen ehemaligen Kollegen seines Vaters gekommen, der die Software des US-Anbieters Seatadvisor in Asien vertreibt, führt Hennes aus. Seine Mitgründer kannte er bereits: Weber war Kommilitone, Informatiker Teichert Mitschüler auf der Grundschule. Zusammen trieben sie die Gründung zunächst neben Job und Studium voran, bevor sie im Düsseldorfer Medienhafen ihr Büro bezogen.

    Die Finanzierung zeigt, dass die ersten Wachstumsrunden, die Serie A, auch in Deutschland immer größer werden. Zweistellige Finanzierungen waren so früh lange die absolute Ausnahme, werden aber häufiger. Das liegt auch daran, dass immer mehr Geldgeber auf der Suche nach alternativen Anlageformen sind. Auch bei Vivenu habe eine Reihe potenzieller Investoren angefragt, sodass sich die Gründer die Geldgeber aussuchen konnten, sagt Hennes.

    Für die Gründer haben die hohen Finanzierungsrunden jedoch auch Nachteile: Sie erhöhen den Druck, entsprechende Resultate abzuliefern. Investor Balderton, der in Deutschland etwa in das Gewächshaus-Start-up Infarm investiert hat, hegt jedenfalls große Erwartungen. „In kürzester Zeit und mit limitierten Ressourcen haben sie ein kategorieführendes Produkt aufbauen können. Wir freuen uns auf die gemeinsame Reise zur weltweiten Marktführerschaft“, teilte Balderton-Partner Daniel Waterhouse mit. Er wird ins Board des Start-ups einziehen. Zu den Investoren gehören auch Contentful-Gründer Sascha Konietzke und Redalpine.

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