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Timotheus Höttges Der Telekom-Chef will sich mit der Sprint-Übernahme ein Denkmal setzen

Das Ziel ist nach dem „Go“ der US-Behörden ganz nah: Der Sprint-Kauf soll der wichtigste Deal in der Telekom-Geschichte werden – und ist eine persönliche Mission ihres Chefs.
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Der Manager baut das strategisch wichtige US-Geschäft aus. Quelle: Christoph Papsch für Handelsblatt
Timotheus Höttges

Der Manager baut das strategisch wichtige US-Geschäft aus.

(Foto: Christoph Papsch für Handelsblatt)

Bonn Timotheus Höttges versteht es, eine der größten Niederlagen der Deutschen Telekom in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Anfang des neuen Jahrtausends forcierte der Dax-Konzern seinen globalen Einfluss; 2001 kaufte die Telekom dann unter dem damaligen CEO Ron Sommer den US-Mobilfunker Voicestream für rund 40 Milliarden Euro.

Was die Telekom in die Riege der größten Telekommunikationskonzerne der Welt katapultieren sollte, entpuppte sich zunächst als Flop. Anleger drängten auf einen Verkauf des teuren US-Geschäfts.

Ein Jahrzehnt später stoppten die US-Wettbewerber den Versuch der Deutschen Telekom, ihre US-Tochter an den Rivalen AT&T abzustoßen. Höttges war zu dieser Zeit bereits Finanzchef des Konzerns. Der gescheiterte Verkauf wirkte zunächst wie ein Rückschlag für das Telekom-Management, stellte sich später jedoch als Glücksfall heraus.

Denn die Entscheider in Bonn hatten sich für den Fall einer Blockade der Übernahme abgesichert. AT&T musste eine Vertragsstrafe von drei Milliarden Euro überweisen und der Telekom einen weitreichenden Zugang zu ihrem Netz einräumen.

Der gefloppte Verkauf des US-Geschäfts wurde zum Wendepunkt für die Telekom – und zu einem wichtigen Impulsgeber für Höttges. Seit er Anfang 2014 auf den CEO-Posten vorrückte, baute er schrittweise das US-Geschäft weiter aus. Dazu ließ er US-Manager John Legere alle Freiheiten und sprang der US-Tochter T-Mobile US finanziell beim Netzausbau und dem Kauf von Frequenzen bei. Heute steuern die USA mehr als die Hälfte des Umsatzes des Dax-Konzerns bei – so viel wie nie zuvor.

Doch der 56-jährige Höttges will mehr, viel mehr. Der Kauf des Konkurrenten Sprint, ein 26 Milliarden Dollar schwerer Deal, soll T-Mobile US auf einen Schlag in die Liga der Rivalen AT&T und Verizon katapultieren. Dabei geht es dem Telekom-Chef nicht nur um einen Ausbau des strategisch wichtigen US-Geschäfts. Es geht ihm auch darum, die Telekom als globale Telekommunikationsmarke zu etablieren.

Ein Aufbruch in andere Sphären

„Wir sind der führende Telekommunikationsanbieter Europas“, betont Höttges immer wieder. Gelingt die Übernahme in den USA, könnte die Telekom noch weiter aufsteigen. Heute wird der Dax-Konzern an der Börse mit mehr als 70 Milliarden Euro bewertet. AT&T und Verizon liegen hingegen bei einer Marktkapitalisierung von mehr als 200 Milliarden Euro.

Bald könnte Höttges die Diskussionen um die Fusion in den USA erfolgreich abschließen. Am Freitag erteilte das US-Justizministerium seine Zustimmung für die Fusion. Doch das reicht noch nicht, damit T-Mobile US und Sprint den Zusammenschluss abschließen können. Die Firmen müssen noch eine Klage von rund einem Dutzend demokratisch geführten Bundesstaaten abwenden. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber nah dran. Und das ist Tims Verdienst“, sagte ein ranghoher Telekom-Manager dem Handelsblatt.

Höttges habe sich immer wieder persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet, in einem Treffen mit dem japanischen Milliardär und Tech-Paten Masayoshi Son den Verkauf von Sprint besiegelt, nachdem dieser kurzfristig einen Rückzieher machen wollte. Schließlich habe Höttges immer wieder persönlich Verhandlungen mit US-Behörden geführt, um für die Zustimmung zu werben.

Für den Betriebswirt Höttges geht es in den USA auch darum, sich ein Denkmal zu setzen. Die sechs Jahre als CEO hat er weitgehend reibungslos überstanden: Es gab keinen massiven Personalabbau, keine persönlichen Verfehlungen und keine Spitzelaffäre wie bei seinem Vorgänger – aber eben auch keinen Megadeal, mit dem Höttges seinen Erfolg untermauern könnte. Zudem bleiben die Schwierigkeiten der deutschen Großkundentochter T-Systems ungelöst.

Ein langjähriger Weggefährte ist überzeugt: „Höttges will in Erinnerung bleiben – dazu soll ihm das US-Geschäft dienen.“ In der Branche genießt Höttges hohes Ansehen. Er arbeitet seit rund 20 Jahren für die Telekom, immer wieder wurde ihm großes Wissen um Details bescheinigt, als Mikromanager erwarb er sich Fleißkärtchen. Doch das Kleinklein des Alltags soll nicht in Erinnerung bleiben. Etwas Großes muss her – und diesmal könnte es klappen.

Mehr: Das US-Justizministerium winkt die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint durch. Am Ziel ist die Telekom aber nicht. Weitere Hürden müssen noch bewältigt werden.

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