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Tweets im Faktencheck Twitter-Chef Jack Dorsey: Allein gegen Trump und Facebook

Twitter unterzieht die Tweets des US-Präsidenten einem Faktencheck. Das spaltet nicht nur die Social-Media-Welt. Die Debatte könnte auch dem Twitter-Chef selbst schaden.
28.05.2020 - 17:38 Uhr Kommentieren
Der Streit mit Trump verstärkt den Druck auf den Twitter-Chef. Quelle: dpa
Jack Dorsey

Der Streit mit Trump verstärkt den Druck auf den Twitter-Chef.

(Foto: dpa)

Denver Es ist eigentlich nur ein kleiner Hinweis, den Jack Dorsey am Dienstag unter zwei Tweets von US-Präsident Donald Trump setzen ließ. „Holen Sie sich die Fakten zum Thema Briefwahl“, steht in Twitters Unternehmensfarbe Blau unter Botschaften von Trump. In ihnen hatte er fälschlicherweise behauptet, dass sich Wähler für die Briefwahl nicht registrieren müssen.

Es ist das erste Mal, dass der Kurznachrichtendienst Trumps Aussagen einem Faktencheck unterzieht. Der Schritt katapultierte den Twitter-Chef in eine weitreichende Debatte um Wahrheit und Lüge in sozialen Medien, die für ihn möglicherweise geschäftsschädigend sein kann.

Trumps Retour kam prompt. Er warf Twitter vor, sich in die US-Präsidentschaftswahl einzumischen und die freie Rede einzuschränken. Er kündigte an, am Donnerstag eine Verordnung zu unterzeichnen, die die Macht von Twitter und anderen Internetkonzernen einschränken könnte. Der genaue Inhalt der Verordnung war noch nicht bekannt.

Klar ist jedoch, dass sich Dorsey mit seinem Vorstoß auch Mark Zuckerberg zum Feind gemacht hat. Der Facebook-Chef gab am Mittwochabend dem konservativen und Trump-freundlichen TV-Sender Fox News sowie dem US-Börsensender CNBC Interviews, in denen er sich klar von Twitter distanzierte.

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    „Ich glaube nicht, dass Facebook und andere Internet-Plattformen Schiedsrichter der Wahrheit sein sollten“, sagte Zuckerberg auf CNBC. „Die politische Rede ist eine der empfindlichsten in einer Demokratie, und die Leute sollten sehen können, was Politiker sagen.“

    Ich glaube nicht, dass Facebook und andere Plattformen Schiedsrichter der Wahrheit sein sollten. Marc Zuckerberg (Facebook-Chef)

    Damit haben sich die Chefs der beiden großen sozialen Netzwerke aus dem Silicon Valley gegeneinander positioniert. Anders als klassische Medienunternehmen sind Plattformen nicht für die Inhalte verantwortlich, die die Nutzer dort posten. Das hat das rapide Wachstum der Unternehmen überhaupt erst möglich gemacht.

    Trump befürchtet jedoch schon länger, dass sich die Konzerne aus dem liberalen Silicon Valley gegen ihn gestellt haben und Trump-kritische Inhalte bevorzugen. Gleichzeitig ist Twitter das wichtigste Sprachrohr für den Präsidenten, mit dem er mehrmals am Tag direkt mit seinen mehr als 80 Millionen Followern kommuniziert.

    Dorsey hält seinen Kurs. „Wir werden weiter falsche oder strittige Informationen über Wahlen überall auf der Welt kennzeichnen“, stellte er auf Twitter klar. Es gehe ihm nicht darum, über die Wahrheit zu urteilen. Vielmehr wolle er bei widersprüchlichen Aussagen auf weiterführende Informationen verweisen, „damit sich die Leute selbst eine Meinung bilden können“.

    Der 43-Jährige, dessen Vermögen auf knapp fünf Milliarden Dollar geschätzt wird, hat die Regeln für eine „freie und sichere“ Nutzung des Netzwerks in den vergangenen Monaten immer wieder verschärft – und Trump erlaubt, diese immer wieder zu brechen.

    Druck der Investoren wächst

    Ein möglicherweise geschäftsschädigender Streit mit dem US-Präsidenten würde den Ausnahmeunternehmer weiter unter Druck setzen – auch bei seinen Investoren. Dorsey ist nicht nur Mitgründer von Twitter. Er startete 2009 zudem den Bezahldienst Square, auch dort ist er CEO.

    Diese Doppelbelastung halten einige Investoren für eine große Schwachstelle. Im März stieg der Hedgefonds Elliott Management bei Twitter ein und drängte zunächst darauf, Dorsey als Chef abzusetzen. Dorsey einigte sich schließlich mit dem für sein aggressives Vorgehen bekannten Investor und sagte auch seine geplante Reise nach Afrika ab.

    Ursprünglich hatte er geplant, dort drei bis sechs Monate zu verbringen. Doch der Druck von Elliott, gepaart mit der Coronakrise, führte zum Umdenken. Dorsey wird seine Kräfte nun allerdings vor allem für den Kampf gegen Donald Trump brauchen.

    Mehr: Trump droht sozialen Medien wie Twitter mit Schließung

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