Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Übernahme Teamviewer zahlt deutlichen Aufpreis für Ubimax

Teamviewer kauft für 136,5 Millionen Euro das Datenbrillen-Unternehmen Ubimax aus Bremen. Profiteure sind neben Fielmann auch die drei Gründer und ein US-Investor.
20.07.2020 - 15:34 Uhr 1 Kommentar
Der Software-Hersteller hat Ubimax für 136,5 Millionen Euro übernommen. Quelle: dpa
Teamviewer

Der Software-Hersteller hat Ubimax für 136,5 Millionen Euro übernommen.

(Foto: dpa)

Hamburg Zumindest kurzfristig hat sich die Übernahme des Bremer Datenbrillen-Experten Ubimax in der vergangenen Woche für Teamviewer nicht ausgezahlt: Die Aktie des Remote-Software-Anbieters verlor auch bis Montagmittag an der Börse deutlich. Das liegt wohl nicht allein daran, dass die Halbjahreszahlen zeigen, dass sich der Nachfrageboom bei Teamviewer durch die Corona-bedingte Homeoffice-Welle bereits wieder abschwächt. Recherchen des Handelsblatts zeigen auch: Der Zukauf von Ubimax war vergleichsweise teuer.

Insgesamt ließ sich Teamviewer seinen ersten Zukauf 136,5 Millionen Euro kosten. Dabei hatte erst Mitte Mai die Hamburger Optikerkette Fielmann bekanntgegeben, dass sie bei Ubimax eingestiegen ist. Nur zwei Monate später war das schon wieder Makulatur: Fielmann verkaufte seinen Anteil von zehn Prozent weiter.

Für einen gerade erst eingestiegenen strategischen Investor ist das eine ungewöhnlich kurze Zeit – die sich Fielmann teuer bezahlen ließ. „Die Fielmann Ventures hat binnen vier Monaten eine Rendite von knapp 70 Prozent auf das eingebrachte Kapital erwirtschaftet“, teilte eine Fielmann-Sprecherin auf Anfrage des Handelsblatts mit.

Das heißt: Teamviewer hat rund zwei Drittel mehr für die Anteile bezahlt als Fielmann nur vier Monate zuvor. Rechnerisch ist damit der Wert von Ubimax trotz der Coronakrise innerhalb der vier Monate um gut 56 Millionen Euro gestiegen. Fielmann hat damit ein Plus von etwa 5,6 Millionen Euro gemacht. Das Geld fließe als Liquidität zurück, teilte die Sprecherin mit.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bei Fielmann Ventures solle es für Forschung und Entwicklung sowie neue Beteiligungen eingesetzt werden. Zudem blieben die Verträge mit Ubimax bestehen: Fielmann wird weiterhin Datenbrillen über seine Filialen verkaufen und gegebenenfalls mit Korrekturgläsern versehen, sodass auch Brillenträger die Geräte problemlos nutzen können. Offenbar war Fielmann vertraglich verpflichtet, bei einem Verkauf des Unternehmens seine Anteile ebenfalls anzudienen.

    Profiteure sind die Gründer und ein US-Investor

    Teamviewer dagegen hat für die Komplettübernahme einen stolzen Preis bezahlt. In der Übernahmemitteilung beziffert das Unternehmen die Summe, die Ubimax seinen Kunden in den vergangenen zwölf Monaten in Rechnung gestellt hat, auf 9,1 Millionen Euro. Teamviewer zahlt also das 15-Fache dieser sogenannten Billings.

    Profiteure der Preisexplosion sind neben Fielmann die drei Gründer, die zuletzt drei Viertel der Anteile hielten, und der Investor Atlantic Bridge Capital mit 15 Prozent. Die Amerikaner hatten 2016 zusammen mit Westcott sechs Millionen Dollar in Ubimax gesteckt, das bis dahin mit eigenen Mitteln gewachsen war.

    Er ist einer der Profiteure des Deals mit Teamviewer. Quelle: Ubimax
    Ubimax-Mitgründer Hendrik Witt

    Er ist einer der Profiteure des Deals mit Teamviewer.

    (Foto: Ubimax)

    Eine Sprecherin von Teamviewer sagte auf Anfrage, der Preis werde von allen Seiten als „fair“ empfunden. Der Kaufpreis spiegle wider, dass Teamviewer anders als Fielmann die kompletten Anteile übernommen habe. Für Teamviewer sei der Zukauf zudem strategisch besonders bedeutsam.

    Ubimax programmiert Software für Datenbrillen, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeiter etwa bei Wartungsarbeiten an Maschinen unterstützen können. Diese Kompetenz bei erweiterter Realität und Künstlicher Intelligenz wolle Teamviewer nutzen, sagte die Sprecherin. Zudem blieben die Ubimax-Gründer mindestens drei Jahre am Unternehmen beteiligt, da sie auch über Aktien bezahlt würden. Das belege den gemeinsamen Glauben an die künftige Wertentwicklung.

    Mehr: Warum der Ubimax-Gründer sein Unternehmen komplett an Teamviewer verkauft

    Startseite
    Mehr zu: Übernahme - Teamviewer zahlt deutlichen Aufpreis für Ubimax
    1 Kommentar zu "Übernahme: Teamviewer zahlt deutlichen Aufpreis für Ubimax"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Falsch, Hauptprofteur dieses Deals wird Teamviewer sein.

      Die Perspektiven und die Synergieeffekte die sich für Teamviewer durch den Kauf von Ubimax ergeben sind riesig. Da spielen ein paar lächerliche Milliönchen echt keine Rolle. Aber, ein solches Denken ist natürlich Vielen fremd.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%