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Übernahmen Milliardendeal in der Start-up-Szene: Kalifornischer App-Anbieter will Analysten Adjust übernehmen

Der Berliner Spezialist für App-Analysen und Onlinemarketing wird von der kalifornischen Firma Applovin gekauft. Gemeinsam geht es bald an die Börse.
04.02.2021 - 14:26 Uhr Kommentieren
Die Gründer von Adjust haben die Firma 2012 in Berlin gegründet. Quelle: Adjust
Christian Henschel und Paul H. Müller

Die Gründer von Adjust haben die Firma 2012 in Berlin gegründet.

(Foto: Adjust)

Düsseldorf Die Berliner Start-up-Szene steht vor ihrem nächsten Milliarden-Dollar-Deal: Der App-Anbieter Applovin aus Kalifornien übernimmt den Berliner App-Analysten Adjust – nach Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Basis einer Bewertung von nahezu einer Milliarde Dollar.

Adjust und Applovin wollen ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam die Zukunft des App-Marketings zu gestalten, schrieben CEO Christian Henschel und Technologiechef Paul Müller in einem Onlinebeitrag. „Diese Partnerschaft wird Best-in-Class-Lösungen in einem einzigen Paket anbieten, wodurch Mess-, Analyse-, Wachstums- und Monetarisierungslösungen für jeden App-Entwickler auf der ganzen Welt leicht erreichbar sind.“

Die schnelle Folge der Erfolgsmitteilungen aus der deutschen Start-up-Szene im Jahr 2021 setzt sich damit fort. Zuvor hatten die Start-ups Sennder, Personio und Mambu verkündet, nach großen Finanzierungsrunden nun mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet zu sein. Das Start-up Signavio wurde für fast eine Milliarde von SAP übernommen. Wie bei all diesen Unternehmen handelt es sich auch bei Adjust wieder um ein Unternehmen, das Dienstleistungen für Geschäftskunden anbietet.

Über den Deal hatte zunächst der Finanzdienst Bloomberg berichtet, der sich bei der Information auf eine mit dem Deal vertraute Person beruft. Adjust selbst darf sich zu den Details des Deals nicht äußern, da Applovin sich derzeit auf seinen Börsengang vorbereitet.
Die Firma mit mehr als 500 Mitarbeitern an 16 Standorten werde aber als Portfoliounternehmen von Applovin unabhängig bleiben. Die behördliche Freigabe für den Deal stehe allerdings noch aus.

Datenanalyse für den Vertrieb

Applovin bietet eigene Onlinespiele an, fungiert inzwischen nach verschiedenen Akquisitionen aber auch als Vertriebsplattform für andere mobile Apps. Hier kommt Adjust ins Spiel: Die App-Marketingplattform unterstützt Marken mit verschiedenen Analysetools, ihren Vertrieb zu steigern.

Sie ermittelt Download-Zahlen und Nutzungsdauer und wertet die Wirksamkeit von Online-Werbekampagnen aus. Diese Kerndienstleistungen wurden inzwischen um Services zur Betrugsprävention, IT-Sicherheit und Automatisierung von Werbemaßnahmen erweitert.

„Wir glauben, dass wir gemeinsam die Innovation von Marketingtools für mobile App-Entwickler weltweit vorantreiben werden“, sagt Adam Foroughi, Applovin-Mitbegründer und CEO.

Die 2012 von Christan Henschel, Paul Müller und Manuel Kniep gegründete Firma ist sehr erfolgreich, als Anbieter für Geschäftskundenlösungen aber relativ unbekannt. Als das Unternehmen im Sommer 2019 Kapital aufnahm, war sie bereits profitabel. Mit dem frischen Geld sollte das ohnehin schon schnelle Wachstum noch beschleunigt werden. Der jährlich wiederkehrende Umsatz des Unternehmens soll sich Richtung 80 bis 90 Millionen Euro bewegen.

Bei einem größeren Teil der 200 Millionen Euro, die das Unternehmen mit der Finanzierungsrunde 2019 aufnehmen konnte, soll es sich um sogenannte Secondaries gehandelt haben. Dabei verkaufen Bestandsinvestoren ihre Anteile an neue Investoren weiter. Für die geduldigen Geldgeber ist der Verkauf an Applovin ein großer Deal. Die Firma dürfte vor der Übernahme mit etwa 650 Millionen Euro bewertet worden sein (780 Millionen Dollar).

Datenschutz-Debatte sprach für Verkauf

Der Schweizer Wagniskapitalgeber Highland Europe hält noch ein Drittel der Firma, das französische Beteiligungsunternehmen Eurazeo ebenso wie die Gründer jeweils ein Sechstel, der Münchener Risikokapitalgeber Target Partners sechs Prozent, und auch der Berliner Investor Capnamic hält noch drei Prozent an der Firma.

Für den Verkauf sprachen möglicherweise auch die zunehmenden Diskussionen um den Datenschutz in Europa. Weitere Beschränkungen hätten die Analysemöglichkeiten von Adjust zunehmend eingrenzen und die eigenständige Entwicklung erschweren können.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen mehr als 50.000 Apps Adjust, um ihr Marketing zu verbessern, darunter große Marken wie Soundcloud, Rakuten und Tencent Games. Mit der Analyseplattform kann Applovin das Angebot für die Nutzer seiner Plattform ausbauen.

Die übernehmende Firma Applovin selbst soll nach Bloomberg-Informationen bei der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2018 mit zwei Milliarden Dollar bewertet worden sein.

Mehr: Start-ups aus Europa bringen Investoren höhere Renditen als die Konkurrenz aus dem Silicon Valley

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