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Übernahmepläne Der Streit um den milliardenschweren Sunrise-Deal wird persönlich

Sunrise will den Kabelnetzbetreiber UPC schlucken. Ein Aktionär fordert die Absetzung des Sunrise-Verwaltungsratschefs – und erhält prominente Rückendeckung.
Update: 10.09.2019 - 17:01 Uhr Kommentieren
Die Luxemburger Fondsfirma Axxion will über die Abwahl des Sunrise-Verwaltungsratschefs abstimmen lassen. Quelle: Reuters
Peter Kurer

Die Luxemburger Fondsfirma Axxion will über die Abwahl des Sunrise-Verwaltungsratschefs abstimmen lassen.

(Foto: Reuters)

Zürich Im Konflikt um die UPC-Übernahme gerät Sunrise-Verwaltungsratschef Peter Kurer nun ins Kreuzfeuer: Die Luxemburger Fondsfirma Axxion will über dessen Abwahl und eines weiteren Verwaltungsratsmitglieds abstimmen lassen. Das teilte Sunrise an diesem Dienstag mit. Man prüfe die Anfrage und werde sie zum gegebenen Zeitpunkt beantworten, hieß es weiter.

Sunrise will UPC für 6,3 Milliarden Franken, umgerechnet für 5,76 Milliarden Euro, übernehmen. Gemeinsam mit UPC könnte Sunrise dem Platzhirsch Swisscom auf dem Schweizer Markt Paroli bieten. Doch die hochfliegenden Übernahmepläne passen manchem Sunrise-Anteilseigner nicht ins Konzept.

Der deutsche Großaktionär Freenet, der rund ein Viertel der Sunrise-Aktien hält, will den Deal bereits seit längerem verhindern. Durch den Vorstoß von Axxion fühlt sich Freenet-Chef Christoph Vilanek nun in seiner Ansicht bestätigt. „Wir sind mit der Situation nicht zufrieden und es hat sich bereits in den vergangenen Wochen deutlich gezeigt, dass wir damit nicht allein sind“, sagte der Freenet-Chef am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Freenet stört sich an den Konditionen für die Übernahme, vor allem am Kaufpreis. Aber auch von den geplanten Synergien und der Struktur des Deals hält man bei Freenet nichts.

Sunrise ignoriert die Kritik und hat sogar Vertreter von Freenet im Verwaltungsrat entmachtet. Die Deutschen verfolgten eigennützige Interessen, so der Vorwurf. Das wiederum wies Freenet zurück.

Die Sunrise-Pläne stürzen die Deutschen in ein Dilemma. Um eine Verwässerung der eigenen Anteile zu verhindern, müsste Freenet bei der Kapitalerhöhung mit rund einer Milliarde Franken mitziehen. Für das verschuldete Unternehmen wäre das wohl zu viel.

Dass sich mit Axxion nun ein weiterer Aktionär einschaltet, kommt Freenet da wohl gerade Recht. Doch wer ist eigentlich Axxion?

Laut eigenen Angaben verwaltet die Fondsfirma ein Vermögen von rund neun Milliarden Euro. Ob das Unternehmen die Sunrise-Anteile selbst hält oder im Auftrag eines Treuhänders agiert, wollte Axxion nicht verraten. „Wir bitten um Verständnis, dass wir von Seiten der Axxion zur aktuellen Sunrise-Thematik keinerlei Stellungnahmen abgeben möchten“, heißt es aus Luxemburg nur knapp.

Nun kommt es darauf an, ob Sunrise-Verwaltungsratschef Kurer und seine Leute die Mehrheit der Aktionäre für ihre Pläne begeistern können oder ob sich eine breite Allianz gegen den Deal formiert. 

Auch bei Sunrise selbst ist man vom Vorstoß der Luxemburger überrascht. „Die Axxion hat die Aktien für Investmentfonds in Form von deutschen Sondervermögen erworben“, sagte eine Sunrise-Sprecherin. Weitere Informationen lägen nicht vor.
Damit wäre denkbar, dass sich hinter der Beteiligung der Luxemburger auch ein aktivistischer Investor verbirgt, der die Übernahme torpedieren möchte.

Mit dem Vorstoß von Axxion haben sich die Einsätze zumindest erhöht: Auf der Generalversammlung, die für diesen Herbst angesetzt ist, dürfte es nun nicht nur um die UPC-Übernahme gehen – sondern auch um Kurers Zukunft.

Mehr: Der Telekommunikationskonzern Telefónica will die Kosten senken – und spart laut einem Bericht wieder einmal beim Personal. Demnach diesmal in Spanien.

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