Ukraine-Krieg: Wie ein kleines Start-up mit KI russische Raketen aufspürt
Vier Stunden nachdem die erste Zvook-Anlage ihren Betrieb aufgenommen hatte, entdeckte sie die erste russische Rakete.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSBerlin. Nahezu täglich feuert Russland auf ukrainisches Staatsgebiet. Um sich davor zu schützen, vertraut Kiew nicht nur auf Waffenlieferungen aus dem Westen, sondern entwickelt auch eigene Verteidigungssysteme. Eines dieser Systeme ist das Künstliche-Intelligenz-Projekt (KI) „Zvook“, das ukrainische Wort für „Geräusch“. Entwickelt wurde es vom gleichnamigen ukrainischen Start-up.
Der Name wurde nicht grundlos gewählt. Marschflugkörper, Hubschrauber, Drohnen und Kampfflugzeuge in niedriger und mittlerer Flughöhe werden dabei durch die Auswertung akustischer Signale aufgespürt. 40 solcher Anlagen gibt es mittlerweile in der Ukraine.
Seine Wirksamkeit stellte das System von Beginn an unter Beweis. Gerade einmal vier Stunden nachdem die erste Zvook-Anlage ihren Betrieb aufgenommen hatte, entdeckte sie die erste russische Rakete am Himmel. Die Abwehr russischer Raketen stellt für die ukrainische Armee bis dato eines der größten Probleme dar, mit dem Beginn der Winterzeit konzentrierten sich die russischen Angriffe vor allem auf die kritische Infrastruktur.
Zvook: Künstliche Intelligenz bringt Vorteile gegenüber klassischem Radar
„Viele der klassischen Radarsysteme wurden zu Beginn der Invasion zerstört, außerdem fliegen viele der russischen Raketen in einer geringen Höhe, wodurch sie für klassische Radarsysteme aufgrund der Erdkrümmung schwer zu entdecken sind“, beschreibt der Entwickler, Maryan Sulym im ukrainischen TV den Hintergrund des Projekts.