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Umsatzplus Wie sich die Chipindustrie von der Weltkonjunktur entkoppelt hat

In der Coronakrise wächst die Nachfrage nach Computerchips stärker als das Angebot. Und die Hersteller stellen sich auf eine lange Boomphase ein.
08.02.2021 - 19:16 Uhr Kommentieren
Die Chiphersteller haben mehr Aufträge, als sie abarbeiten können. Daher investieren Produzenten wie Infineon kräftig in neue Maschinen und Werke. Quelle: Infineon Technologies AG
Chipfertigung bei Infineon

Die Chiphersteller haben mehr Aufträge, als sie abarbeiten können. Daher investieren Produzenten wie Infineon kräftig in neue Maschinen und Werke.

(Foto: Infineon Technologies AG)

München Die Weltwirtschaft steckt wegen der Pandemie in der Krise, den Halbleiterherstellern aber geht es so gut wie lange nicht. Die Auftragsbücher sind so stark gefüllt, dass die Konzerne nicht so viel liefern können, wie die Kunden bestellen. In zahlreichen Autofabriken standen zu Jahresbeginn die Bänder still, weil die Bauteile ausgegangen waren.

„Der globale Halbleitermarkt hat sich von der weltweiten Konjunktur abgekoppelt“, sagte jüngst Stephan zur Verth vom Branchenverband ZVEI. So ist der Chipumsatz vergangenes Jahr um 6,5 Prozent auf 439 Milliarden Dollar geklettert. Das hat die amerikanische Industrievereinigung Sia ausgerechnet.

„Neben der wirtschaftlichen Erholung kommt uns der Digitalisierungsschub in allen Lebensbereichen zugute“, erklärte Reinhard Ploss, Vorstandschef des Münchener Chipherstellers Infineon. Die Aufträge zögen „dynamisch“ an: „Halbleiter werden mehr denn je gebraucht.“

Für die Heimarbeit haben sich die Beschäftigten weltweit massenhaft mit neuen Rechnern eingedeckt, für den Fernunterricht der Schüler haben die Eltern Notebooks beschafft. „Alle Märkte, die diese Aktivitäten ermöglichten, haben davon profitiert“, urteilt Gartner-Analyst Andrew Norwood. Die Halbleiterindustrie verkaufte in jüngster Zeit deutlich mehr an Hersteller von PCs, Laptops und Netzwerkrechnern, den Servern. Zudem sorgte der neue Mobilfunkstandard 5G für höhere Umsätze.

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    An der guten Auftragslage wird sich so schnell nichts ändern. Für die Halbleiterunternehmen dürften die fundamentalen Treiber stark bleiben und 2021 für positive Überraschungen beim Wachstum sorgen, meint David Mulholland von der Schweizer Bank UBS

    Schub durch autonomes Fahren

    Für die europäische Halbleiterindustrie besonders wichtig ist die Autobranche. Auch da sieht alles danach aus, als würde es in den nächsten Jahren weiter aufwärtsgehen. 1998 steckten im Schnitt Halbleiter im Wert von 138 Dollar in einem Fahrzeug. Vergangenes Jahr waren es 572 Dollar. Bei Elektroautos und Hybrid-Modellen zählen die Marktforscher von Strategy Analytics sogar Chips für 834 Dollar je Wagen. Dabei stehen die Stromfahrzeuge noch ganz am Anfang.

    Das ist noch nicht alles: Die Fahrerassistenzsysteme werden einen weiteren Umsatzschub bringen. So rechnen die Experten damit, dass ein selbstfahrendes Auto im Jahr 2030 zusätzlich Halbleiter für bis zu 1250 Dollar enthält.

    Ein Wachstumsbringer ist dem ZVEI zufolge auch, dass immer mehr Rechenleistung in elektronischen Geräten selbst gefragt sei. Fachleuchte sprechen von der „Edge“. Dabei werden Chips in unzählige Apparate eingebaut, in smarte Lautsprecher zum Beispiel, moderne Thermostate, in Roboter und natürlich auch in Autos. „Es finden Echtzeitanalysen vor Ort statt“, meint ZVEI-Experte zur Verth. Das sei der große Trend der nächsten Jahre, denn das verringere den Datenverkehr, verbrauche weniger Energie und sei sicherer.

    Die Halbleiterproduzenten stellen sich auf den Boom ein. Infineon und Konkurrent ST Microelectronics haben gerade angekündigt, dieses Jahr mehr als bislang geplant für Maschinen auszugeben. Infineon zieht den Start seines neuen Werks in Villach auf den Sommer vor. Dort wollen die Bayern Leistungshalbleiter herstellen, wie sie in Elektroautos benötigt werden.

    Mehr: Chipmangel könnte bis ins dritte Quartal andauern, warnen die Hersteller.

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