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Umstrittener Netzwerkausrüster Telefónica will 5G-Netz in Deutschland mit Huawei ausbauen

Der Netzbetreiber Telefónica hat ein großes Programm für den Netzausbau angekündigt. Dabei will er Technik des umstrittenen Ausrüsters Huawei aus China verwenden.
11.12.2019 Update: 11.12.2019 - 13:26 Uhr Kommentieren
Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern. Quelle: dpa
Mobilfunkausbau

Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während in Berlin noch über einen möglichen Ausschluss des chinesischen Ausrüsters Huawei diskutiert wird, kündigt der Netzbetreiber Telefónica ein Investitionsprogramm an und setzt dabei ausgerechnet auf Huawei. Schon heute baut Telefónica sein Netz in Deutschland mit Ausrüstung des finnischen Herstellers Nokia sowie mit Komponenten von Huawei aus China. Diese Aufteilung will Telefónica auch beim nächsten Mobilfunkstandard 5G fortsetzen, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte.

Bei der Vorstellung der Ausbaupläne sagte Telefonica-Deutschlandchef Markus Haas: "Wir werden 50 Prozent unseres Netzes mit Huawei ausrüsten und die anderen 50 Prozent mit Nokia." Noch stehe die Sicherheits-Zertifizierung für beide Ausrüster aus. "Aber wir wollen keine Zeit verlieren", sagte Haas. Deshalb stoße der Konzern den Netzausbau heute bereits an. Sollte ein Ausrüster die Zertifizierung nicht erhalten, würde Telefónica die Pläne anschließend entsprechend anpassen.

Nachdem die Deutsche Telekom und Vodafone bereits mit dem Ausbau ihrer 5G-Netze in Deutschland begonnen hatten, stellte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas am Mittwoch erstmals einen konkreten Ausbauplan für die neue Mobilfunkgeneration vor. "Wir legen die Basis für die Zukunft", sagte Haas bei der Vorstellung des Plans. 2020 soll mit der Anbindung der fünf Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt begonnen werden und Ende 2021 abgeschlossen sein. Bis Ende 2022 sollen dann 30 Städte mit insgesamt 16 Millionen Einwohnern folgen.

In Berlin könnte diese Entscheidung allerdings auf Widerstand stoßen. Politiker aus CDU und SPD hatten die Netzbetreiber aufgefordert, einen Ausgang des politischen Prozesses abzuwarten, bevor finale Entscheidungen für den Netzausbau bei 5G getätigt würden.

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    Das Bundeswirtschaftsministerium begrüßte es gegenüber dem Handelsblatt, dass Telefónica den Ausbau des 4G und 5G-Mobilfunks vorantreiben will. Eine Sprecherin des Ministeriums hob jedoch auch hervor: "Sowohl die Hard- als auch die Software, die beim Ausbau unserer TK-Netze zum Einsatz kommen, müssen höchsten Sicherheitsstandards entsprechen." Die dafür nötigen Sicherheitsanforderungen der Bundesregierung würden derzeit überarbeitet. Klar sei bereits jetzt: "Der Katalog enthält sehr strenge Sicherheitsanforderungen, die für alle Unternehmen gelten und an die sich alle Unternehmen halten müssen."

    Die Deutsche Telekom hatte daraufhin angekündigt, vorerst abzuwarten. „Angesichts der unklaren politischen Lage gehen wir aktuell keine Verträge zu 5G ein, mit keinem Hersteller“, hatte ein Telekom-Sprecher dem Handelsblatt gesagt.

    Huawei steckt bereits in den Netzen alle drei Netzbetreiber. Deutsche Telekom und Huawei setzen auf Ausrüstung besonders von Huawei und Ericsson für ihre Netze. Beide Firmen hatten aber angefangen, Huawei-Technik aus dem sensibelsten Bereich ihrer Infrastruktur, dem Kernnetz, zu entfernen.

    Telefónica steht unter Druck. Der Betreiber hat das schwächste der drei deutschen Mobilfunknetze. Am Mittwoch kündige das Unternehmen ein großes Investitionsprogramm für die nächsten Jahre an, um den Abstand zu Telekom und Vodafone aufzuholen. Dafür will Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas jedoch die Dividende deutlich kürzen. Für das Geschäftsjahr 2019 werden 0,17 Euro je Aktie vorgeschlagen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Für 2018 hatten Investoren noch 0,27 Euro je Aktie erhalten. Die 17 Cent seien zugleich eine Untergrenze für die bevorstehende zweijährige Investitionsphase, in der die Tochter des spanischen Telefonica-Konzerns in der Spitze eine Investitionsquote von 17 bis 18 Prozent anstrebt.

    Haas sagte: "Das ist das größte Investitionsprogramm in unserer Firmengeschichte." Ab 2022 sollen sich die Ausgaben dann wieder normalisieren. Der Umsatz soll zudem bis zum Jahr 2022 um mindestens 5 Prozent zulegen. Die Marge soll sich zugleich kontinuierlich verbessern. "Wir gehen davon aus, dass wir schneller als der Markt wachsen werden", kündigte Markus Rolle

    Für das Jahr 2019 hatte sich Telefonica Deutschland noch eine Investitionsquote von 13 bis 14 Prozent des Umsatzes vorgenommen. Dieses sowie die anderen Jahresziele bestätigte das Management. So soll der Umsatz ohne Regulierungseffekte in etwa auf Vorjahreshöhe bleiben, das operative Ergebnis soll stabil bis leicht höher ausfallen.

    Mit Material von dpa und Reuters

    Mehr: Eine neue US-Investitionsbehörde soll Entwicklungsländern helfen, ihre Netze ohne chinesische Technologie auszubauen. Hauptprofiteure dürften Nokia und Ericsson sein.

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