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Unternehmenssoftware Teamviewer übertrifft Prognose – Starkes Ende eines bemerkenswerten Jahres

Erst ein Börsengang, dann der Aufstieg in den MDax: Teamviewer hat ein besonderes Jahr hinter sich. Trotz guter Zahlen sinkt der Kurs deutlich.
10.02.2020 Update: 10.02.2020 - 15:16 Uhr Kommentieren
Der Softwarehersteller ist seit September an der Börse. Quelle: Reuters
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Der Softwarehersteller ist seit September an der Börse.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Für Teamviewer war 2019 ein besonderes Jahr. Der Softwarehersteller aus Göppingen, der mit Lösungen für die Fernwartung von Computern bekannt geworden ist, ging im September an die Börse und stieg bereits wenige Wochen später in den MDax auf. Trotz dieses großen administrativen Aufwands entwickelte sich das Geschäft stark, wie die vorläufigen Jahreszahlen zeigen.

Teamviewer steigerte sowohl das Geschäftsvolumen als auch die Profitabilität deutlich, übertraf damit die eigenen Versprechen und erfüllte die Erwartungen der Analysten. „Wir haben abgeliefert, was wir beim Börsengang gesagt haben“, sagte Vorstandschef Oliver Steil nach der Veröffentlichung am Montag. Zudem habe der Konzern die operativen Grundlagen gelegt, „um sehr gut weiterwachsen zu können“.

Ähnlich sehen es auch die Analysten: „Die Erwartungen waren sehr hoch und Teamviewer hat in allen Punkten geliefert“, sagt Stephan Klepp, der bei der Commerzbank Chef des Bereichs für kleine und mittelgroße Unternehmen ist.

Die gute Bilanz für 2019 beeindruckte die Aktionäre indes nicht besonders. Der Teamviewer-Kurs verlor am Montag um bis zu 7,4 Prozent, das größte Minus seit fast fünf Monaten. Ein Grund dafür dürfte der Ausblick für 2020 sein, den der Konzern unverändert ließ – Anleger und Analysten hatten einen höheren Wert erwartet.

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    DZ-Bank-Analyst Armin Kremser verbucht die Kursreaktion als „Gewinnmitnahme“, nachdem es keine positiven Überraschungen beim Ausblick gegeben habe und die Aktie deutlich besser bewertet sei als die der Wettbewerber. Trotzdem liegt der Kurs immer noch rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau.

    Der deutsche Softwarehersteller bietet Lösungen für die Vernetzung von Geräten an. Unternehmen setzen sie beispielsweise ein, um Computer aus der Ferne zu warten, Maschinen zu überwachen oder Onlinekonferenzen abzuhalten. 464.000 zahlende Abonnenten zählte er zum Jahresende. Der Konzern profitiere von Megatrends wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit, sagte Steil.

    Das bestätigen die Zahlen: Die sogenannten Billings, die Teamviewer als wesentliche finanzielle Kenngröße betrachtet, stieg 2019 um 41 Prozent auf 325 Millionen Euro. Es handelt sich dabei um Rechnungen, die das Unternehmen im jeweiligen Abrechnungszeitraum stellt und bezahlt bekommt. Der Umsatz wuchs um 51 Prozent auf 390 Millionen Euro – dieser Wert berücksichtigt indes Lizenzzahlungen aus mehreren Jahren und ist daher weniger aussagekräftig.

    Dabei arbeitete der Softwarehersteller sehr profitabel. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) steigerte er um 51 Prozent auf 182 Millionen Euro, den operativen Cashflow um 28 Prozent auf 144 Millionen Euro – das schuf erheblichen Spielraum für die Schuldentilgung. Das Konzernergebnis nach Steuern betrug 110 Millionen Euro – im Vorjahr war aufgrund hoher Investitionen ein Verlust von 12 Millionen Euro angefallen.

    Wachstumsinitiativen gestartet

    Fürs laufende Jahr prognostiziert Teamviewer Billings in einer Spanne von 430 bis 440 Millionen Euro, was im mittleren Bereich einem Plus von 34 Prozent entspricht – und etwas weniger, als Analysten erwartet hatten. Das Jahr sei noch jung, daher sei noch keine Anpassung vorgesehen, sagte Finanzchef Stefan Gaiser. Das Unternehmen werde aber regelmäßig Updates geben.

    Teamviewer hat mehrere Wachstumsinitiativen gestartet. So deckt der Softwarehersteller durch neue Produkte zusätzliche Kundensegmente ab – es gebe sowohl für Großunternehmen als auch für Anwaltskanzleien, Arztpraxen und andere kleine Betriebe Lösungen, betonte Vorstandschef Steil.

    Auch die internationale Expansion schreitet voran: So hat der Konzern 2018 in den USA und 2019 in Asien neue Büros eröffnet – „jetzt erwarten wir einen signifikanten Beitrag“, sagte Steil.

    Nicht zuletzt arbeitet Teamviewer an neuen Produkten. So gibt es bereits eine Lösung, um vernetzte Geräte zu überwachen und Servicetechniker per Datenbrille mit der Zentrale zu verbinden, nannte der Manager Beispiele. Dafür baut der Konzern Forschung und Entwicklung deutlich aus – gerade erst sei ein Standort in Griechenland eröffnet worden.

    Wie sich der Aktienkurs entwickelt, hängt indes nicht allein vom Geschäft ab, sondern auch vom Verhalten des Großaktionärs Permira: Dessen Haltefrist läuft Ende März ab. Einen großen Ausverkauf erwartet das Management jedoch nicht. Die Private-Equity-Gesellschaft sei ein „sehr zufriedener Investor“: „Es gibt keinen Abverkaufsdruck“, sagte Steil.

    Alles in allem bescheinigt DZ-Analyst Kremser dem Unternehmen, „hervorragend aufgestellt“ zu sein. Es verfüge über gute operative Ertragsperspektiven. „Das Alleinstellungsmerkmal besteht in der kompletten Abdeckung aller Teilbereiche der Fernkonnektivität“, schreibt er in einer Studie. Es handle sich um eine betriebssystem-unabhängige, hochkompatible Plattform, die alles in einem biete, mit einer hohen Benutzerfreundlichkeit. „Dies unterscheidet Teamviewer von Wettbewerbern.“

    Auch die Analysten von Morgan Stanley stellen Teamviewer derzeit ein gutes Zeugnis aus. Risiken für das Geschäftsmodell sehen sie eher langfristig – etwa durch neue Wettbewerber, die eine große Bandbreite von Geräten abdecken oder wenn Software vermehrt über das Internet bereitgestellt würde und somit kein Bedarf mehr an Fernwartung bestehe, schreiben sie in ihrer aktuellen Studie in Reaktion auf die Quartalszahlen.

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