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Unterstützung für Windows NT 4.0 wird eingestellt IBM erleichtert Umstieg auf Linux

Das Betriebssystem Linux bekommt Aufwind. Wenn die Strategie von IBM aufgeht, könnten bis zum Jahresende rund zwei Millionen Windows-NT-Nutzer eine neue Systemheimat unter Linux finden.
  • Rudi Kulzer (Handelsblatt)

HB MÜNCHEN. Zu diesem Zeitpunkt will Microsoft die technische Unterstützung für sein NT 4.0 einstellen. IBM hat diesen Anwendern Mitte Januar auf der Linux World angeboten, ihre Rechner auf Linux umzustellen. Der Softwarekonzern aus Redmond hält mit einem speziellen Programm, das Windows und Unix verbindet, dagegen.

„Durch den Einsatz von Linux lassen sich die Kosten für die Informationstechnik deutlich senken“, sagt IBM-Manager Irving Wladawasky- Berger im Gespräch mit dem Handelsblatt. Darüber hinaus habe das alternative Betriebssystem viele Vorteile. „Es ist schlank, flexibel und läuft als einziges System auf allen wichtigen Plattformen“, sagt der Chef-Techniker der IBM.

Beim Kostensparen bei gehe es nicht nur um die Anschaffung für das Betriebssystem, sondern vor allem um die Systemkosten, die bei der Integration und Nutzung der Software zu Buche schlagen. In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, in denen die Kosten bei Entscheidungen für weitere Investitionen in die Informationstechnik an erster Stelle stehe, sei dies ein großer Vorteil. Linux selbst ist kostenfrei, da für die offene Software niemand Lizenzrechte besitzt und Gebühren verlangen kann. Es muss daher nur für Wartung, Pflege und Sicherheit bezahlt werden, die von Anbietern wie Suse Linux oder Red Hat als Service angeboten werden.

Linux stehe auch für Innovationen. Gerade für neue Aufgaben, wie etwa den Einsatz der neuen Funketiketten (RFID - Radio Frequency Identification Tags) in Logistik und Handel, sei Linux besonders gut geeignet. Auf Basis der Software ließen sich besonders gut Lösungen für die Automobil- oder Fertigungsindustrie schneidern, da sich Linux gut für den Einsatz so genannten Clustern (Bündellösungen), bei denen es um die Datenerfassung und deren sofortige Verarbeitung in Echtzeit geht.

Ein wichtiges Thema in der Linux-Welt ist die Nutzung etablierter Benutzeroberflächen. Es ist ja gerade die leicht zu bedienende Arbeitsplatzoberfläche, die Windows zum Erfolg verhalf. Nun will der führende Anbieter von Unix-Rechner, Sun Microsystems, mit seiner Benutzeroberfläche Java Desktop Unix- und Linux-Nutzern vergleichbares bieten.

Um sein Windows zu stärken, hat Microsoft in New York die Version 3.5 seiner Software „Windows Services für Unix“ präsentiert. Das Programm soll es Kunden erleichtern, Programme unter Window und Unix nebeneinander zu betreiben. Schon heute wird in vielen Firmen sowohl mit Windows als auch mit Unix gearbeitet. Die Mannschaft um Bill Gates hat damit seine Strategie geändert und unterstützt nun das lange verachtete Betriebssystem Unix, um Linux in Schach zu halten.

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