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US-Chipkonzern Intel muss Jahreszahlen nach Hackerangriff vorzeitig veröffentlichen – Erwartungen deutlich übertroffen

Der US-Halbleiterhersteller hat am Donnerstag seine Jahreszahlen überraschend vor US-Börsenschluss bekannt gemacht. Sie fielen stark aus, die Aktie legt deutlich zu.
22.01.2021 - 00:08 Uhr Kommentieren
Der PC-Boom sorgt bei Intel vor dem anstehenden Führungswechsel für Erholung. Quelle: Reuters
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Der PC-Boom sorgt bei Intel vor dem anstehenden Führungswechsel für Erholung.

(Foto: Reuters)

Santa Clara Intel musste offenbar wegen eines Hackerangriffs zu einem ungewöhnlichen Mittel greifen: Der Chipkonzern veröffentlichte sechs Minuten vor Börsenschluss seine Zahlen für das vierte Quartal 2020 und das Gesamtjahr. Normalerweise warten Unternehmen bis nach dem Ende des Handels, um diesen nicht direkt zu beeinflussen.

„Eine Infografik wurde von der Seite unseres PR-Newsrooms gehackt”, sagte Intels Finanzchef George Davis. Es handle sich um eine illegale Handlung, kein Versehen eines Mitarbeiters.

Um Handel mit vertraulichen Daten zu verhindern, habe Intel seine Finanzergebnisse publiziert, „sobald wir davon erfuhren“, sagte Davis in der folgenden Bilanz-Telefonkonferenz. Die Intel-Aktie beendet den Handel fast 6,5 Prozent höher, alleine in den letzten Handelsminuten legte sie um etwa zwei Prozent zu.

Das liegt daran, dass die Zahlen des Herstellers von PC-Prozessoren, Grafikkarten und Chips für Datenzentren im vergangenen Quartal deutlich besser ausfielen als erwartet. Mit einem Umsatz von 20 Milliarden Dollar nahm Intel rund 2,6 Milliarden Dollar (2,14 Mrd. Euro) mehr ein als zuvor in Aussicht gestellt. Intel ringt allerdings in allen Bereichen mit harter Konkurrenz wie Nvidia, AMD oder Apple.

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    Das war zugleich ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr stiegen die Erlöse um acht Prozent auf den Rekordwert von 77,9 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn fiel um 15 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, wie Intel nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

    Intel steht vor Wechsel der Firmenspitze

    Im Geschäft mit Rechenzentren sank der Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr stiegen die Erlöse jedoch nach dem Corona-Boom beim Datenverkehr um elf Prozent auf 26,1 Milliarden Dollar. Mit dem Arbeiten und Lernen zuhause hatten 2020 unter anderem Videokonferenzen stark zugenommen. Das machte den Ausbau in Rechenzentren notwendig, von dem auch Intel profitierte.

    Im Geschäft mit PC-Prozessoren stiegen die Erlöse im vergangenen Quartal um neun Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Den Ausschlag dafür gab ein Sprung beim Notebook-Absatz – der auch als eine Folge der Corona-Pandemie gilt.

    Soll zum 15. Februar Intel-Chef werden. Quelle: dpa
    Pat Gelsinger

    Soll zum 15. Februar Intel-Chef werden.

    (Foto: dpa)

    Die auch über den eigenen Erwartungen liegenden Zahlen dürften Intel Schwung für den anstehenden Führungswechsel geben: Zum 15. Februar soll der erfahrene Tech-Manager Pat Gelsinger den Chefposten übernehmen. Der Konzern war zuletzt unter anderem durch Verzögerungen beim Start einer neuen Prozessor-Technologie zunehmend unter Druck geraten. Die Intel-Aktie gab im nachbörslichen Handel zeitweise um rund zwei Prozent nach.

    Der scheidende Chef Bob Swan sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Zahlen, Intel mache gute Fortschritte dabei, die Probleme bei der Produktion von Chips mit Strukturbreiten von 7 Nanometern zu überwinden.

    Der Konzern hatte im Sommer ankündigen müssen, dass diese neuen Prozessoren sich weiter verzögern und erst Ende 2022 oder Anfang 2023 auf den Markt kommen werden. Der Grund ist ein Fehler im Produktionsverfahren, der zu einem überhöhten Anteil unbrauchbarer Chips führte.

    Großteil der Produkte kommt weiterhin aus Intel-Fabriken

    Im Zusammenhang mit den Problemen kam auch die Möglichkeit auf, dass Intel die neuen Prozessoren komplett bei anderen Fertigern produzieren lassen könnte, statt in den eigenen Werken. Jetzt sagte Gelsinger, er gehe davon aus, dass der Großteil der Produktpalette 2023 aus Intel-Fabriken kommen werde. Zugleich sei aber wahrscheinlich, dass man bei „einzelnen Technologien und Produkten“ verstärkt auf externe Fertiger setzen werde.

    Die 7-Nanometer-Technologie zu meistern, ist extrem wichtig für die Zukunft von Intel. Je niedriger die Strukturbreiten, desto mehr Prozessoren passen auf eine Halbleiter-Scheibe bei der Produktion. Zudem arbeiten die Chips dadurch effizienter und stromsparender.

    Der Konkurrent AMD, dessen Chips mit dem taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC fertigt, hat bereits 7-Nanometer-Produkte im Angebot. Schon bei der aktuellen 10-Nanometer-Technik hatte Intel mit Verzögerungen zu kämpfen.

    Mehr: AMD und Apple bedrohen Intels Vormachtstellung – Konzern tauscht Chef aus

    • dpa
    • rtr
    • ade
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