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USA gegen China So belastet der Tech-Krieg die deutsche Wirtschaft

Der technologische Konflikt zwischen den USA und China spitzt sich weiter zu. Europa müsse technologisch souveräner agieren, raten Experten.
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Der neue kalte Techno-Krieg trifft Forschung und Unternehmen. Quelle: AP
Huawei-Produktion

Der neue kalte Techno-Krieg trifft Forschung und Unternehmen.

(Foto: AP)

Berlin Splinternet. Was wie ein „buzz word“ aus der Digitalwelt klingt, ist das neue Schreckgespenst der Tech-Branche. Beschreibt der Begriff doch die Spaltung des Internets in mehrere, politisch bestimmte Einflusssphären mit unterschiedlichen Standards und Gesetzen. Vor allem aber wächst die Furcht vor einer Zweiteilung in eine von den USA bestimmte westliche und eine von China dominierte östliche Technosphäre.

Schließlich sind die beiden Großmächte gerade dabei, ihre bislang eng verflochtenen technologischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu entflechten. „Wir steuern auf eine partielle Entkoppelung zwischen den beiden Wirtschaftsräumen zu“, warnt Lindsay Gorman vom German Marshall Fund (GMF) in Washington. Dieses „Decoupling“ drohe auch globale Lieferketten zu kappen und Datenströme zu unterbrechen.

„Ein Fragmentieren des Internets wird global agierenden Unternehmen das Leben erheblich erschweren“, sagt Philippe Lorenz, Projektleiter bei der Stiftung Neue Verantwortung, voraus. Deutsche Autohersteller müssten sich künftig zum Beispiel entscheiden, welcher Spracherkennungssoftware sie vertrauen. „Die deutsche Wirtschaft ist mit den USA und China eng verbunden, kann aber auf Dauer im Technologiekonflikt der Supermächte nicht neutral bleiben.“

Auf jeden Fall würden die Kosten durch die Erfüllung unterschiedlicher Standards in die Höhe getrieben. China habe die Dominanz der USA bei der Internetregulierung lange hingenommen, sei jetzt aber dabei, eigene Normen für Künstliche Intelligenz auch bei der internationalen Normorganisation ISO durchzusetzen.

Dass die neuen Technologien überhaupt so stark in den Brennpunkt der Rivalität zwischen den Großmächten geraten sind, sagt viel über ihre wachsende geopolitische Bedeutung. „Der globale Machtkampf wird nicht mehr nur militärisch und wirtschaftlich ausgetragen“, betont Kaan Sahin, Research Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

„Neue Technologien sind dabei zu einem übergeordneten Konfliktfeld geworden.“ Vor allem auch deshalb, weil viele digitale Technologien einen „Dual-use“-Charakter hätten, also sowohl kommerziell als auch militärisch oder zur Überwachung der eigenen Bevölkerung genutzt werden könnten.

Der neue kalte Techno-Krieg trifft aber nicht nur die Unternehmen und ihre Geschäfte. Auch die internationale Forschungskooperation steht auf dem Spiel. „Selbst Einreisevisa für Wissenschaftler werden viel restriktiver gehandhabt“, berichtet GMF-Expertin Gorman. Das treffe vor allem auch Länder wie Deutschland, die in der Digitalisierung der Industrie Pionierarbeit leisten würden.

Gorman rät den Deutschen, im globalen Technologiewettrennen ihre eigenen Technologien und Standards zu entwickeln. „Deutschland vertritt Werte, die sicher enger bei den USA als bei China liegen. Dennoch ist es eine Chance, seine eigene technologische Souveränität zu erringen“, sagt die Expertin.

Mehr: Der Infineon-Chef erklärt, weshalb der Streit zwischen den USA und China ein Kampf um die technologische Führungsrolle ist – und wie Europas Antwort aussehen sollte.

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