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Verleumdungen im Netz Diese Person könnte „schwul“ sein - sagt Google

Der juristische Streit zwischen Bettina Wulff und Google ist nicht der erste dieser Art. Mehrere ähnliche Fälle waren im Ausland bereits erfolgreich für die Betroffenen - denn diese müssen sich nicht alles bieten lassen.
09.09.2012 Update: 09.09.2012 - 14:13 Uhr 11 Kommentare
Google bietet einen Service dank Autovervollständigung - das birgt aber auch Gefahren für betroffene Personen. Quelle: dapd

Google bietet einen Service dank Autovervollständigung - das birgt aber auch Gefahren für betroffene Personen.

(Foto: dapd)

Berlin Google hat die Autovervollständigungs-Funktion im Jahr 2008 in seiner Internet-Suchmaschine eingeführt. Eigentlich soll dies ein Service für Informationssuchende mit wenig Zeit sein: Während man dabei ist, einen Suchbegriff einzutippen, tauchen bereits automatisch Vorschläge auf, die auf den häufigsten Anfragen anderer Nutzer beruhen. So weit, so praktisch.

Doch wer prominente Namen in die Suchmaschine eintippt, wundert sich oft nicht schlecht: Da soll also jemand als „schwul“ assoziiert werden, der sonst doch in der Öffentlichkeit so gar nichts über sein Privatleben verrät. Ein anderer ist möglicherweise „korrupt“ oder hat vielleicht sogar etwas mit „Betrug“ zu tun. Dass dies nur populäre Vorschläge sind, liegt auf der Hand. Doch auch falsche Gerüchte sind in der Öffentlichkeit populär. Die Autovervollständigungsfunktion von Google zeigt bei der Suche nach Wulff zum Beispiel „Prostituierte“ an.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Google argumentierte zum Start, die Funktion spare Zeit, verhindere Tippfehler und helfe manchmal auch, die Suchanfrage präziser zu formulieren. Der Internetkonzern betont, man nehme keinen Einfluss auf die Begriffe, die zur Autovervollständigung vorgeschlagen werden. Sie würden algorithmisch auf Basis der häufigen Suchanfragen generiert. In Deutschland gewann Google alle fünf bisherigen Verfahren, wie das Unternehmen betont.

Anders sieht es im Ausland aus: In Italien gab es gegensätzliche Entscheidungen. Ein Gericht in Mailand gab einem Nutzer Recht, der sich wegen der Autovervollständigung als Schwindler verunglimpft sah. Ein anderes nahm die Position von Google an. An Frankreich einigte sich Google zu nicht näher genannten Konditionen mit mehreren Organisationen, die dagegen vorgingen, dass bei der Suche nach bekannten Namen unter den Vervollständigungs-Vorschlägen das Wort „juif“ (Jude) auftaucht.

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    In dem aktuellen Fall scheint Google die Herausforderung anzunehmen: Den Unterlassungsanspruch von Bettina Wulff weist das Unternehmen zurück. „Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider“, sagt der Sprecher von Google Nord-Europa, Kay Oberbeck. Die angezeigten Begriffe seien „das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe“. Oberbeck betont: „Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor - sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben.“

    Anzügliche Andeutungen bereits nach den Buchstaben „Be“
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    11 Kommentare zu "Verleumdungen im Netz: Diese Person könnte „schwul“ sein - sagt Google"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Da sollte nun jeder selbst entscheiden, ob das noch Service ist - oder schon Autosuggestion."

      Sie meinen Suggestion. Der vervollständigte Text kommt ja von Google und wirkt möglicherweise suggestiv.

    • Die sexuelle Praxis ist prinzipiell eine intime (MEINE) Angelegenheit, also AUCH, wenn sie homosexuelle sein sollte: also ist es natürlich eine Verleumdung.
      Es ist aber auch der Fall, wenn von einem jungen Mädel behauptet wird, daß sie nicht mehr Jungfrau ist und sex mit dem und dem Mann hatte oder einer Altenheimbewohner mit 95 Jahren täglicher Sex angedichtet wird.
      Es ist IMMER Verleumdung, also AUCH !!! bei Schwulen!
      Fazit:
      Ihre Worte sind also nicht durchdacht und Sie reagieren hier kopflos!

    • Google muss aufhören, seine eigenen Gestze schreiben zu wollen. Wir leben hier in Deutschland und niemand braucht sich von einer dämlichen Suchmaschine verleumden zu lassen. Die Gestze gelten für alle, auch für Google!

    • Der Skandal ist doch, dass die Ansicht, jemand könnte schwul sein, anscheinend als Verleumdung gelten kann.
      Im Jahr 2012 ist das einfach nur armselig.
      In der Presse wird doch auch spekuliert, das Promi A mit B zusammen ist - das ist wohl ok, oder wie?
      Und bei manchen Promis ist etwas dran an den Gerüchten, denn wenn manches Privatleben inszeniert wird (wie bei manchen Fußballern, oder noch schlimmer: bei den Pseudo-Stars dieser Boybands, in denen keiner schwul sein durfte), ist was dran. Die Presse weiß mit Sicherheit mehr, hat aber bestimmt eine Vereinbarung getroffen, dass manche Themen tabu sind.

      Und es hat sich auch rausgestellt, dass es unter den größten Schwulenhassern selber verklemmte Schwule gibt - siehe Ted Haggard, Larry Craig, oder einen Teil des katholischen Klerus. Diese gehören zurecht "verleumdet", ich meinte "geoutet".
      Aber "schwul" als Verleumdung? Einfach nur armselig!

    • Diese Funktion von Google ist der letzte Mist und gehört einfach abgeschaltet.

    • das zeigt eher das Niveau mancher User, die solche Begriffe googeln.

    • Inzwischen braucht man nicht mehr "BE", es reicht "B".

      Am Ende jedes Jahres veröffentlicht Google die Top Ten.

      Ob Frau Wulff auch dabei ist?

      Man sollte den Promis raten, bei sowas die Füße still zu halten - bislang haben sich eigentlich alle derartigen Klagen als Rohrkrepierer erwiesen, nachher "wussten" mehr Leute "Bescheid" als vorher - ich z.B. hätte sonst von den Vorwürfen nix mitbekommen...

    • regen Sie sich ab, ein einfacher Hinweis, dass die Vorschläge nicht von Google selbst kommen würde reichen.

    • Es wird Zeit, Googgle seine Grenzen auszuzeigen. Die Anworten auf Eingaben sind teiweise "unterirdisch".

    • E$s ist an der Zeit, Google seine Grenzen auszuzeigen. Die Vorschläge ufgrund von Suchanfragen sind teiweise grottenschlecht.

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