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Video-App Poker um Tiktok: Auch Oracle bietet für die Videoplattform mit

Der Softwarehersteller erwägt offenbar ein Gebot – und macht damit Microsoft Konkurrenz. Wie die Video-App zum Geschäft passt, ist indes fraglich.
18.08.2020 Update: 19.08.2020 - 13:46 Uhr Kommentieren
Die Video-Plattform hat nach eigenen Angaben 100 Millionen Nutzer in den USA. Quelle: AFP
Tiktok-App

Die Video-Plattform hat nach eigenen Angaben 100 Millionen Nutzer in den USA.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Am Poker um die chinesische Video-App Tiktok beteiligt sich offenbar auch Oracle: Der Softwarehersteller unter der Führung von Gründer und Technikchef Larry Ellison habe vorläufige Gespräche mit Bytedance aufgenommen, berichtet die „Financial Times“ am Dienstag unter Berufung auf Insider. Es gehe um das Geschäft in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland.

Oracle arbeite mit amerikanischen Investoren zusammen, die bereits am Tiktok-Mutterkonzern Bytedance beteiligt seien, darunter General Atlantic und Sequoia Capital, schreibt die Wirtschaftszeitung weiter. Die Unternehmen kommentierten den Bericht nicht.

Bisher hat nur der Softwarehersteller Microsoft Gespräche mit Bytedance bestätigt. Medienberichten zufolge hat auch Twitter Kontakt aufgenommen, allerdings dürfte das Unternehmen mit der Finanzierung eines Deals Schwierigkeiten bekommen. In Oracle gibt es nun einen weiteren Interessenten – wobei der Bericht viele Fragen aufwirft.

Wie auch bei Microsoft stellt sich etwa die Frage nach der Logik des Deals. Oracle spezialisiert sich auf Software für Unternehmen. Der Konzern ist Marktführer bei Datenbanken und bietet zudem in Konkurrenz zu SAP ein Programmpaket zur Steuerung von Unternehmen an. Zudem will er sich mit Lösungen für Cloud-Infrastruktur ein neues Geschäftsfeld aufbauen. Produkte, die sich an Endverbraucher richten, sind nicht im Portfolio.

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Standort erkennen

    Synergien könnten sich im Cloud-Geschäft ergeben, wo Oracle derzeit deutlich hinter Amazon und Microsoft liegt. Virale Apps wie Tiktok seien der Schlüssel, um die Auslastung der eigenen Infrastruktur zu steigern, sagt Holger Müller, Analyst bei Constellation Research – was die Kosten drücke. „Die Bedenkender US-Regierung gegen den chinesischen Eigentümer bieten die einmalige Gelegenheit, Load zubekommen“, also zusätzliche Last.

    Synergien könnten sich zudem bei der Werbevermarktung ergeben: Oracle hat in Bluekai eine Tochterfirma, die im Internet Nutzerdaten sammelt und vermarktet. Diese ist der breiten Öffentlichkeit unbekannt, zählt aber zu den größten Anbietern – was bei einem Datenleck im Juni deutlich wurde, als ein Sicherheitsexperte auf eine ungeschützte Datenbank mit Milliarden von Nutzerdaten gestoßen war.

    Verkaufsdruck wächst

    Möglich wäre auch, dass das Interesse politische Gründe hat. Oracle-Gründer Larry Ellison, der zu den reichsten Menschen der Welt zählt, unterstützt offen US-Präsident Donald Trump und sammelt für den Politiker Spenden.

    Oracle ist für regelmäßige große Übernahmen bekannt. So kaufte der Technologiekonzern 2005 den Personalsoftware-Spezialisten Peoplesoft für 10,3 Milliarden Dollar und 2016 den SAP-Konkurrenten Netsuite für 9,3 Milliarden Dollar. Der Tiktok-Deal dürfte indes deutlich teurer werden.

    Der Druck auf Bytedance wächst, seine Video-App schnell zu verkaufen. Trump setzte dem Unternehmen am Freitag eine 90-tägige Frist, das US-Geschäft zu veräußern. Bereits zuvor hatte der Präsident eine Verfügung erlassen, die es amerikanischen Bürgern und Unternehmen verbietet, Geschäfte mit Tiktok abzuwickeln.

    Die Plattform mit ihren kurzen Videos ist vor allem bei jüngeren Menschen beliebt. In den USA erreicht sie nach Unternehmensangaben 100 Millionen Nutzer. Die Regierung in Washington warnt jedoch, dass darüber Daten von US-Amerikanern in die Hände chinesischer Behörden geraten könnten.

    Tiktok versichert, Chinas Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe dies auch nie verlangt. Die Daten von US-Nutzern würden in den USA gespeichert und verarbeitet. Als Chef wurde jüngst der Disney-Manager Kevin Mayer geholt, der bei dem US-Konzern lange als Kronprinz galt.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Donald Trumps Feldzug gegen Chinas Tech-Konzerne

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