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Videoplattform Microsoft will offenbar TikTok in den USA kaufen

Das Tech-Unternehmen hat Insidern zufolge Interesse an dem US-Geschäft von TikTok. US-Präsident Trump will den chinesischen Eigentümer ByteDance zum Verkauf zwingen.
31.07.2020 - 21:27 Uhr Kommentieren
Die Kurzvideo-App TikTok steht in den USA aus Datenschutzgründen stark unter Druck. Quelle: dpa
TikTok

Die Kurzvideo-App TikTok steht in den USA aus Datenschutzgründen stark unter Druck.

(Foto: dpa)

New York, San Francisco US-Präsident Donald Trump plant einem Medienbericht zufolge eine Anordnung, die den chinesischen Mutterkonzern ByteDance zum Verkauf der Videoplattform TikTok bringen soll. Dies sei nach Angaben von Trump nur eine mögliche Maßnahme. „Wir sehen uns TikTok an. Vielleicht verbieten wir TikTok. Vielleicht tun wir ein paar andere Dinge“, sagte Trump in Washington. Es gebe mehrere Optionen. „Aber viele Dinge passieren. Also werden wir sehen, was passiert.“

Unterdessen prüft der US-Softwarekonzern Microsoft Medienberichten zufolge eine Übernahme des US-Geschäfts von TikTok. Es sei unklar, wie fortgeschritten die Verhandlungen seien, zitierte die „New York Times“ eine mit dem Vorgang vertraute Person. Der Verkauf von TikTok an ein US–Unternehmen wäre die elegantere Lösung als ein Verbot. Die Übernahme würde auch nur das US-Geschäft beinhalten, TikToks Plattform in Europa bliebe bei ByteDance.

Der Office- und Cloud-Konzern Microsoft hätte zwar die finanziellen Mittel, um eine Übernahme von TikTok zu stemmen. Allerdings waren seine Vorstöße in sozialen Medien mit Ausnahme der Übernahme des Berufsnetzwerks LinkedIn und des Computerspiels Minecraft bisher meist erfolglos. Erst vor wenigen Wochen stellte Microsoft sein Lifestreaming-Netzwerk Mixer ein.

Eine mit den Verhandlungen vertraute Person verriet „Bloomberg“, dass neben Microsoft auch noch mindestens ein weiteres großes Unternehmen Interesse an einer Übernahme des US-Geschäfts von TikTok geäußert hat.

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    TikTok steht wegen Sicherheitsbedenken unter Druck

    Insidern zufolge ist TikTok ins Visier der USA geraten wegen Bedenken, dass die persönlichen Daten, die über die App gesammelt werden, nicht sicher sein könnten. Die USA prüfen eine Gefährdung der nationalen Sicherheit.

    So hatte Außenminister Mike Pompeo eine Sperre von TikTok in den USA nicht ausgeschlossen. Nach seinen Angaben könnten damit private Informationen in die Hände der Kommunistischen Partei Chinas gelangen. Auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden verbot seinen Mitarbeitern die Nutzung der Video-Plattform.

    Wegen Sicherheitsbedenken und der Kontrolle durch Chinas Behörden spürt das populäre TikTok schon länger politischen Gegenwind in den USA. In Indien wurde die Plattform schon verboten. Wegen des Argwohns im Ausland bemüht sich das Unternehmen schon länger, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen.

    Übernahme käme zu bemerkenswertem Zeitpunkt

    TikTok ist Schätzungen zufolge rund 50 Milliarden Dollar wert und hat einen riesigen Geschäftsbereich in den USA. Ob es tatsächlich zu dem Verkauf kommt, ist fraglich. Es wäre jedoch eine bemerkenswerte Übernahme, da TikTok eine der wenigen Plattformen ist, die sich mit US-Konkurrenten wie Youtube und Facebook anlegen könnte.

    Facebooks Tochter Instagram hatte zuletzt eine ähnliche Funktion namens Reels an den Start gebracht und mit finanziellen Anreizen um TikTok – Stars geworben. TikTok reagierte mit einem 300 Millionen Dollar schweren Unterstützungsfonds für Creator auf seiner Plattform und bereitete eine Transparenzoffensive vor, bei der das Unternehmen unter anderem seinen Empfehlungsalgorithmus teilweise offen legen wollte.

    Der Verkauf käme auch zu einem interessanten Zeitpunkt, da die CEOs der größten US-Tech-Firmen Apple, Google, Amazon und Facebook sich erst in dieser Woche vor dem US-Kongress verteidigen mussten. Die Abgeordneten kritisieren die Marktmacht der Firmen und fürchten weitere Übernahmen, die die Macht der Konzerne noch weiter ausbauen würde.

    Die „Big Four"-Techkonzerne dürften also zwar die finanziellen Mittel und ein strategisches Interesse an TikTok haben, scheiden aber vermutlich aus Kartellgründen als Käufer aus. Denkbare weitere Interessenten Für TikTok könnten auch Unterhaltungskonzerne wie Netflix oder Disney sein, für die eine so große Übernahme allerdings ein gewaltiges finanzielles Risiko wäre.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Keine App wächst weltweit so schnell wie die Videoplattform Tiktok. Dahinter steht ein Konzern aus China. Das wird für den Aufstieg des Unternehmens immer mehr zum Problem.

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