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Viren belasten auch kleine Unternehmen Finanzrisiko Computer-Viren

Die wachsende Bedrohung durch immer ausgefeilter programmierte Viren stellt vor allem für kleine Firmen nicht nur ein Sicherheitsrisiko dar, sondern birgt auch große finanzielle Risiken.

hiz DÜSSELDORF. Eine Studie von Network Associates belegt, dass in europäischen Kleinunternehmen aufgrund unzulänglicher Netzwerk-Schutzmaßnahmen jedes Jahr ein Schaden in Höhe von mehreren Milliarden Euro entsteht.

Im Rahmen der Untersuchung wurden 500 Kleinunternehmen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Spanien befragt. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass sich der jährliche finanzielle Schaden aufgrund von Rechnerausfällen infolge infizierter PCs auf 22 Milliarden Euro summiert. Die Kosten einer einzelnen Virenattacke werden dabei mit 5000 € beziffert. So gaben ca. 20 % der befallenen deutschen Firmen an, einen Verlust von 5000 bis 10 000 Euro bei jedem Virenangriff davongetragen zu haben, dem höchsten finanziellen Schaden unter den befragten Firmen in Europa.

Die steigende Aktivität der Virenautoren und die ausgefeiltere Programmierung der Schädlinge erhöhen das Risiko kontinuierlich. Als Beispiel kann der im Januar aktiv gewordene Virus Mydoom dienen. Mehr als eine von fünf befragten Firmen in Europa (22 Prozent) musste die Arbeit in ihren Büros für mehrere Stunden niederlegen, um die Folgen des Virenbefalls zu beseitigen. In Italien mussten gar bis zu 30 Prozent und in Frankreich sogar bis zu 50 Prozent eine Zwangspause einlegen.

Traurig sieht die Statistik auch für Deutschland aus. Etwa jedes fünfte Kleinunternehmen wurde in den vergangenen zwölf Monaten von einem Virus befallen. Der im vergangenen Sommer verbreitete Sobig-Wurm fand in fast jedem fünften Kleinbetrieb ein Zuhause. In der Folge musste ein Drittel der Unternehmen mit Virenbefall neue Hardware anschaffen. Weitere 29 Prozent haben wichtige Dateien verloren oder massive Beschädigungen festgestellt.

Die deutschen Mitarbeiter sind im europäischen Vergleich noch am vorsichtigsten, wenn es darum geht, mit der Bedrohung durch E-Mails umzugehen. Nur 9 Prozent wagen es, ein E-Mail-Attachment von einem unbekannten Absender zu öffnen. Risikofreudiger sind französischen Kollegen, von denen sich 24 Prozent nicht um die potenziellen Gefahren kümmern. Gleiches gilt beim Klicken auf einen unbekannten Link, was nur 9 Prozent der Deutschen, aber 23 Prozent der Franzosen wagen.

Wie schon die Erhebung des statistischen Bundesamtes zeigt, sind es die kleinen Firmen, die mit Investitionen in Sicherheitstechnologie sehr zurückhaltend sind. Auch die McAfee European Security Study zeigt, dass viele Kleinunternehmen die immer raffinierter werdenden Methoden von Cyber-Kriminellen ignorieren. Im Gegensatz zu den einfachen Viren, die „nur“ die Netze und Rechner belasten, zielen zahlreiche Angriffe gezielt darauf, geschäftliche Informationen auszuspionieren oder Daten zu zerstören.

Tausende von Unternehmen arbeiten dabei mit einem inadäquaten Netzwerkschutz, weil sie das Aufspielen von Updates versäumen oder grundsätzlich keine Sicherheitsstrategie haben. In der Hitliste belegt Deutsche Unternehmen einen Spitzenplatz: 11 Prozent setzen nicht einmal Anti-Viren-Programme ein. In Spanien und Großbritannien ist dies nur in einem Prozent der Fälle zu melden. Immerhin 71 Prozent der deutschen Kleinunternehmen planen jedoch die Einführung von Schutzmaßnahmen gegen Cyber-Kriminalität. Besonders leichtsinnig ist die Einstellung von Firmen, die keine Maßnahmen ergreifen wollen. Rund die Hälfte der kleineren Unternehmen glauben der Studie zufolge nicht, dass die Gefährdung durch Viren für sie geschäftskritisch ist. Allerdings sind auch nur 10 Prozent davon überzeugt, bereits ausreichend in IT-Sicherheit investiert zu haben.

Die Studie kam auch zu dem Ergebnis, dass sich viele Kleinunternehmen in Europa nicht der Risiken bewusst sind, die von Spammern, Hackern und Virenschreibern ausgehen. In über der Hälfte der befragten Firmen in Großbritannien (58 Prozent) und Deutschland (52 Prozent) wusste man nicht, dass bereits beim Aufbau der Internetverbindung Hacker das System ausspionieren können. Für Spionageprogramme, die auf den Rechnern landen, sind Passwörter und PIN-Codes jedoch kein Geheimnis mehr – eine Gefahr, die von 28 Prozent der befragten Firmen glatt ignoriert wird. Trotz all dieser Risiken stufen 43 Prozent der Kleinunternehmen in Europa das Problem Cyber-Kriminalität auf ihren Prioritätenlisten als gering ein.

Ein weiteres Problem wird derzeit nur als tägliches Ärgernis eingestuft, geht aber zunehmend auch zu Lasten der Produktivität. Das Volumen der Posteingänge überfüllenden Spam-Mails nimmt weiter zu und bereitet so manchem Unternehmen Kopfzerbrechen. 47 Prozent der Kleinunternehmen haben sich mit der Spam-Problematik abgefunden. Während 67 Prozent der befragten Firmen keine Verschärfung in den vergangenen zwölf Monaten sehen, gaben 28 Prozent an, dass die Menge der unerwünschten Mitteilungen zugenommen habe.

Die Zahlen zeigen: Das Thema Internet-Sicherheit verdient vor allem bei kleinen Firmen einen höheren Stellenwert, da Cyber-Attacken immer höhere Kosten verursachen und manche Unternehmen gar in den finanziellen Ruin treiben können.

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