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Vorsitzender des Verwaltungsrats von Publicis Maurice Levy: „Wir wollen mit Vivatech zeigen, wozu Europa in der Lage ist“

Zum vierten Mal wird ab Donnerstag in Paris Vivatech ausgerichtet. Maurice Levy erzählt, was die Tech-Messe auszeichnet und was sie erreichen soll.
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„Zur DNA von Viva Tech gehören die Start-ups und ihr Ökosystem mit großen Unternehmen und Finanziers.“ Quelle: Reuters
Maurice Levy

„Zur DNA von Viva Tech gehören die Start-ups und ihr Ökosystem mit großen Unternehmen und Finanziers.“

(Foto: Reuters)

ParisMaurice Levy ist Vorsitzender des Verwaltungsrats von Publicis. Der Konzern hat Vivatech mitinitiiert. Die vierte Edition soll größer und spektakulärer werden. In Europa ist sie die größte Messe dieser Art, in der Welt wohl die zweitgrößte nach der CES in Las Vegas. Im Interview erzählt Levy, wie er europäische Tech-Unternehmen im internationalen Wettbewerb wahrnimmt und was sich in diesem Jahr auf der Messe ändern wird.

Was ist für Sie das Wichtigste – große Konzerne und Start-ups in Verbindung zu bringen, technologische Trends aufzuspüren?
Zur DNA von Vivatech gehören die Start-ups und ihr Ökosystem mit großen Unternehmen und Finanziers. Das Zweite sind die Innovationen, sowohl Profis wie das breite Publikum können wahrnehmen, welche Neuentwicklungen es in der Technologie gibt. Das dritte Ziel ist es, den Platz Europas bei den fortgeschrittenen Technologien zu stärken.

Ist Europa abgehängt?
Schauen Sie sich die Welt an: Sie haben die USA, China mit großen Sprüngen bei der KI, Korea vor allem dank Samsung und Israel. Europa wirkt schon wie ein Nachzügler. Das ist unser altes Leiden: Wir sind zersplittert in viele einzelne Länder. Unser Ehrgeiz bei Vivatech ist es, zu zeigen, wozu Europa in der Lage ist. Deshalb war es mir auch so wichtig, dass mehrere EU-Kommissare kommen. Darunter EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die internationalen Tech-Konzernen wie etwa Google bekannt ist (lacht).

Sie suggerieren, dass Europa abgehängt sei – übertreiben Sie nicht ein wenig?
Drei Dinge dazu: Europa ist wenig bekannt, es hat spät reagiert und mittlerweile zwar einiges zu bieten, doch das wird nicht unter Europa zusammengefasst. Es rangiert unter Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden und wirkt deshalb klein. Aber Europa zusammen kreiert beispielsweise mehr neue Start-ups als der Rest der Welt.

Gibt es Fortschritte, etwa bei den Rahmenbedingungen oder der Finanzierung für Start- und Scale-ups?
Es gibt viele Fortschritte. Wir haben hervorragend ausgebildete Leute und äußerst aktive Unternehmer. Bei der Regulierung sehe ich ebenfalls gute Tendenzen. Die Datenschutz-Grundverordnung haben die USA zwar kritisiert, aber Kalifornien hat sie praktisch kopiert, Japan übernimmt exakt das, was Europa beschlossen hat und wendet es an. Wir liegen also vorne, was die Regulierung angeht, aber manche Leute denken: Die Europäer regulieren zu viel. Die wirkliche Bremse für die Entwicklung unserer Start-ups ist aber nicht die Regulierung, sondern unsere Sprachenvielfalt. Das Problem lösen wir durch eine Krücke, die wir Englisch nennen.

Regulierung und kritisches Durchdenken der gesellschaftlichen Auswirkungen von Technik können auch positiv sein: Sie verringern die Zahl willkürlicher Entscheidungen und führen am Ende zu höherer Akzeptanz.
Ja, ich sehe zwei Gründe dafür, dass bei uns manches langsamer geht: Der erste betrifft die unzureichenden oder zersplitterten Investitionen. Der zweite: Europa hat nie aufgehört, den Menschen in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen. Humanität, das bedeutet uns etwas. Wir versuchen, die Dinge nicht einfach laufen zu lassen, sondern sie so zu gestalten, dass sie dem Menschen dienen.

Das schafft eine positive Spannung.
So ist es, rein auf die Technik im engen Sinn bezogen kann es allerdings bremsend wirken. Aber andere Länder werden uns folgen. Sogar in den USA sehen sie den Wunsch, den Menschen wieder ins Zentrum des Systems zu rücken.

Danke für das Interview.

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