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Vorstandsvergütung für 2019 Trotz vorzeitigem Abschied: Ex-SAP-Chef Bill McDermott erhält 15 Millionen Euro

Der Aktienkurs ist deutlich gestiegen – davon profitiert der Manager auch nach seinem Abschied. Seine Nachfolger müssen auch auf Nachhaltigkeit achten.
27.02.2020 - 13:16 Uhr Kommentieren
Bill McDermott (M.) zählte 2019 erneut zu den Top-Verdienern in der deutschen Wirtschaft. Christian Klein und Jennifer Morgan erhielten deutlich weniger Vergütung. Quelle: dpa
SAP-Manager

Bill McDermott (M.) zählte 2019 erneut zu den Top-Verdienern in der deutschen Wirtschaft. Christian Klein und Jennifer Morgan erhielten deutlich weniger Vergütung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im November ist Bill McDermott von SAP zu Service Now gewechselt, zur Überraschung der meisten Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre. Trotzdem erhält der langjährige Chef des Softwareherstellers für das vergangene Jahr eine Vergütung von 15,18 Millionen Euro, ein Plus von 55 Prozent. Diese resultiert einerseits aus hohen Boni der vergangenen Jahre, andererseits aus der positiven Aktienkursentwicklung – von der auch die anderen Vorstände profitieren.

Künftig soll sich das Management allerdings auch an andere Kriterien orientieren, wie der Jahresbericht zeigt, den der Konzern am Donnerstag veröffentlicht hat: Ein neues Kompensationssystem berücksichtigt einerseits konkrete finanzielle Kennzahlen, andererseits Nachhaltigkeit, bestehend aus Faktoren wie CO2-Ausstoß, Mitarbeiterengagement und Kundenzufriedenheit. Die Aktionäre sollen über das Regelwerk auf der Hauptversammlung im Mai abstimmen.

McDermott zählt seit Jahren zu den bestbezahlten Managern in der deutschen Wirtschaft. Trotz seines Abschieds dürfte er auch in den kommenden Jahren noch in den Listen auftauchen, wenn langfristige Vergütungsprogramme auslaufen. Für 2019 spricht der Konzern dem Amerikaner 7,77 Millionen Euro zu, die er 2023 erhält, wobei die endgültige Höhe vom Aktienkurs abhängt. Zudem verhandelt er trotz seines Wechsels zu Service Now noch über eine Abfindung für ein Konkurrenzverbot, wie der Geschäftsbericht notiert.

Die beiden neuen Co-Chefs erhalten im Vergleich dazu deutlich weniger Vergütung. Bei Christian Klein sind es 1,85 Millionen Euro, bei Jennifer Morgan 1,97 Millionen Euro. Hintergrund: Da die beiden Manager weniger als vier Jahre im Vorstand sind, steht bislang noch keine Auszahlung langfristiger Boni an. Diese machen im Top-Management von SAP mindestens 50 Prozent der Vergütung aus.

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    Die gewährten Zuwendungen sind indes deutlich höher: 5,51 Millionen Euro bei Klein, 5,96 Millionen Euro bei Morgan. Die Unterschiede zwischen den beiden Managern resultieren nach Angaben des Unternehmens daraus, dass sie unterschiedlich lange dem SAP-Vorstand angehören und für die USA und Deutschland unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen gelten, die sich auf die Kompensation auswirken.

    Das gesamte Gremium erhält 45,58 Millionen Euro, rund 76 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist maßgeblich auf die Entwicklung des Aktienkurses zurückzuführen, der 2019 um 38 Prozent stieg und sich damit deutlich besser entwickelte als der Dax. Neben Bill McDermott zählten Finanzvorstand Luka Mucic und der mittlerweile ausgeschiedene Chef der Cloud Business Group Robert Enslin mit jeweils knapp 5,5 Millionen Euro zu den Topverdienern.

    Die – angeblich einvernehmliche – Trennung vom ehemaligen Technikchef Bernd Leukert im Frühjahr 2019, der inzwischen bei der Deutschen Bank im Vorstand arbeitet, kommt SAP teuer zu stehen. Die Abfindung, eine Entschädigung für ein Wettbewerbsverbot sowie Leistungen für die Altersvorsorge summierten sich auf 9,7 Millionen Euro, die zur regulären Vergütung von 4,99 Millionen Euro hinzukommen.

    Bonus für Nachhaltigkeit

    Künftig dürften sich die Schwerpunkte verschieben. Der Aufsichtsrat schlägt mehrere Änderungen vor, die „die Transformation des Unternehmens“ und Forderungen von Investoren berücksichtigen sollen, aber auch die Aktionärsrechterichtlinie, die 2021 in Kraft tritt. So hat das Gremium bei der kurzfristigen wie der langfristigen Vergütung deutlich weniger Ermessensspielraum, was für Großaktionäre und Stimmrechtsberater ein wichtiges Kriterium ist.

    Beim langfristigen Bonus zählt nicht mehr, wie sich die SAP-Aktie im Vergleich zu einem „Peer Group Index“ mit einigen Softwareherstellern entwickelt, sondern welche Rendite das Papier im Vergleich zum Nasdaq 100 abwirft – der IT-Konzern vergleicht sich also mit einem Querschnitt der Wirtschaft. Zudem hängt die Vergütung anders als bislang auch davon ab, ob das Unternehmen die Ziele für Umsatz, Betriebsergebnis und Cloud Computing erreicht.

    Ebenfalls neu: Die Vorstandsvergütung enthält erstmals eine Komponente für Nachhaltigkeit. Der Jahresbonus berücksichtigt diese zu 20 Prozent, wobei dazu neben dem Ausstoß von Treibhausgasen auch das Mitarbeiterengagement und die Kundenzufriedenheit zählen, letztere gemessen an der Weiterempfehlungsbereitschaft – die ließ zuletzt zu wünschen übrig und sank 2019 leicht.

    Mehr: SAP verspricht den Kunden baldige Besserung bei der Integration

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